mini|Produktkennzeichnung für eine Kraftfahrzeug-Netzleitung aus dem VEB Kabelwerk Lausitz Niederoderwitz Das Kombinat VEB Kabelwerk Oberspree „Wilhelm Pieck“ Berlin (KKWO) war ein Kombinat in der DDR mit Sitz in Berlin. Die Betriebe des Kombinats waren Hersteller verschiedener Arten Kabeln sowie von Steckern und Lichtwellenleitern.
Geschichte Das Kombinat wurde 1967 mit zehn Einzelbetrieben gegründet. Hierzu zählte neben dem Stammbetrieb Kabelwerk Oberspree – ein ehemaliger Standort der AEG – auch das Kabelwerk Nord im Schweriner Stadtteil Sacktannen. Dieses wurde zur Industrialisierung von Mecklenburg ab 1959 neu errichtet und sollte insbesondere für den Export produzieren. Die Betriebsstandorte Beelitz und Schlettau kamen erst mit ihrer Verstaatlichung 1972 zum Kombinat.Michael Baufeld: Kombinat Kabelwerk Oberspree – Einst unter einem Dach – jetzt harte Konkurrenz, S. 40–41, In: Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Verlag Die Wirtschaft, Berlin/München 1993.
Da die Anlagen in Oberschöneweide nicht hinreichend für die Produktion von Lichtwellenleitern geeignet waren, sollte deren Produktion nach Marzahn verlegt werden. Dies konnte bis 1989 jedoch nicht abgeschlossen werden.
Die beiden größten Betriebsstandorte des Kombinats waren in den 1980er Jahren Oberschöneweide mit rund 5800 Mitarbeitern und Schwerin mit 2200 Mitarbeitern. Das Produktionsvolumen belief sich 1989 auf rund drei Milliarden Mark. Der Exportanteil betrug rund ein Drittel.
Das Kombinat war dem Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik unterstellt. Weitere zentral geleitete Kombinate im Zuständigkeitsbereich dieses Ministeriums sind in der Liste von Kombinaten der DDR aufgeführt.
Auflösung und Verbleib der Kombinatsbetriebe Nach der Wende und der anschließenden Wiedervereinigung wurde das Kombinat 1990 aufgelöst und seine Betriebe wurden privatisiert.
Das Kabelwerk Nord Schwerin trat bereits 1990 aus dem Kombinat aus und gründete ein Joint-Venture mit dem Siemens-Konzern. Im Februar 1991 wurden das Schweriner Kabelwerk sowie auch das Kabelwerk Meißen vollständig von Siemens übernommen.Michael Baufeld: Kombinat Kabelwerk Oberspree – Einst unter einem Dach – jetzt harte Konkurrenz, S. 42–50, In: Kombinate: Was aus ihnen geworden ist. Verlag Die Wirtschaft, Berlin/München 1993. Das Schweriner Werk wurde später von Pirelli gekauft und ist mit Stand von 2026 ein Betrieb der Pirelli-Ausgründung Prysmian.Ostsee-Zeitung: Schweriner Kabelwerk: Traditionsbetrieb produziert für den Weltmarkt, abgerufen auf ostsee-zeitung.de am 17. August 2026. Das Werk in Meißen wurde 1995 von Siemens abgestoßen und ist seit 2012 ein Werk von Helukabel.
Für die Betriebe in Beelitz und Schlettau stellten die Erben der Alteigentümer Reprivatisierungsanträge.
Das kleinste Kabelwerk des Kombinats, das Werk am Standort Vacha, wurde durch Kabelmetal Electro Hannover übernommen. Kabelmetal Electro war eine Tochter von Alcatel Cable (später aus Alcatel ausgegliedert unter dem Namen Nexans). Das Kabelwerk Vacha wurde 2009 durch Nexans stillgelegt.Westdeutsche Zeitung: Nexans zieht sich zurück, abgerufen auf wz.de am 16. August 2026.
Der Maschinenbauer Schnellflechter Berlin wurde 1990 durch das Unternehmen Wilms aufgekauft, das zuvor im Kläranlagenbau aktiv war und durch Übernahmen in die Kabelfertigung einstieg.
Ab dem 1. Mai 1990 erfolgte eine Bündelung der verbliebenen Kombinatsbetriebe in der neugegründeten KWO Kabel AG in einer Holdingstruktur. Die Gründung der Holding erfolgte in Abstimmung mit AEG. Eine erhoffte Übernahme durch AEG erfolgte jedoch nicht, da der entsprechende Konzernbereich der – selbst sanierungsbedürftigen – AEG 1991 abgestoßen wurde. Die KWO-Holding löste sich daraufhin ab dem 1. Juli 1991 wieder auf; die angehörigen Betriebe sollten einzeln privatisiert werden.
Die Berliner Betriebe in Oberschöneweide, Köpenick und Adlershof sowie der Betrieb in Schönow bei Berlin verblieben in einem gemeinsamen verkleinerten Konzernkonstrukt. Ab Februar 1992 übernahm der britische Kabelkonzern British Insulated Callender's Cables (BICC) dieses Konstrukt. Aufgrund von Überkapazitäten im deutschen Markt wurden nun die neu erworbenen BICC-Werke 1997 mit Werken des niederländischen Kabelherstellers NKF zusammengelegt. Die Standorte Adlershof und Schönow wurden bereits zuvor geschlossen. Auch die Produktion in Oberschöneweide und Köpenick musste sukzessive stillgelegt werden.Tagesspiegel: Wirtschaft: Oberschöneweide vor dem Aus, abgerufen auf tagesspiegel.de am 17. August 2026.
Kleinere Teile des Kranichfelder Werks gelangten auch zum Unternehmen Wilms, das bereits Schnellflechter gekauft hatte. Die Vogtländischen Kabelwerke Plauen wurden ebenfalls von Wilms übernommen. Das Lausitzer Kabelwerk in Oderwitz wurde 1992 privatisiert und kam im Jahr 2006 zur Wilms-Gruppe.
Zugehörige Betriebe mini|Produktion im VEB Kabelwerk Oberspree auf einer Anlage von SKET Zum Kombinat gehörten zuletzt die folgenden Betriebe: Liste der privatisierten Unternehmen der Treuhandanstalt Liste der Treuhandunternehmen in: Zusammenstellung der beim Versorgungsträger für die Zusatzversorgungssysteme zu den ehemaligen Betrieben und Einrichtungen der DDR vorhandenen Unterlagen bei Deutsche Rentenversicherung (in archive.org)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Produzierendes Unternehmen (DDR) Kabelwerk Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Berlin) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Berlin) Kategorie:Drahthersteller Kategorie:Kabelhersteller Kategorie:Unternehmensgründung 1967 Kategorie:Aufgelöst 1990 Kategorie:Wilhelm Pieck als Namensgeber