Wilhelm Kilian Johannes Braun (irrtümlicherweise auch Wilhelm Kilian Johannes von Braun; * 18. Oktober 1810 in Iphofen; † 22. September 1892 in Ansbach) war ein bayerisch-deutscher Maler, Zeichner und Restaurator.

Leben Wilhelm Kilian Johannes Braun wurde am 18. Oktober 1810 in der zu Kurpfalz-Bayern gehörenden Stadt Iphofen als Kind des Kopisten und preußischen Marktinspektors Carl Julius Christian Alexander Braun und der Maria Anna Meyer geboren. Der Vater entstammte einer Offiziersfamilie aus Ansbach, die im Nürnberger Umland einige Güter besaß.Wolfgang W. Timmler: Wilhelm Braun – Ein begeisterter Jünger der christlichen Kunst. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben Bd. 90 (1997). S. 245 f. Der junge Wilhelm Kilian Johannes ist im Jahr 1828 als privater Zeichenschüler bei Johann Andreas Engelhardt in Nürnberg nachweisbar, nachdem er zuvor an der Aufnahmeprüfung an der städtischen Kunstschule im Fach Kupferstechen gescheitert war.

Nach einem zweiten, erfolgreichen Versuch wurde er zwischen 1830 und 1836 an der Nürnberger Kunstschule beim Radierer Christian Friedrich Fues und dem Kupferstecher Albert Christoph Reindel zum Porträtmaler ausgebildet. Er verließ Nürnberg in dieser Zeit mehrfach und arbeitete als Kunstmaler in Braunschweig bei einer Lackfarbenfabrik. Ab 1840 wirkte Braun als Hospitant an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg, wo er zwischen 1850 und 1852 ebenfalls fassbar gemacht werden kann. Dieser Phase schloss sich 1843/44 eine weitere Ausbildung in München an, während der er sich näher mit der Komposition historischer Werke auseinandersetzte.

Im Jahr 1846 folgte die offizielle Anerkennung als Historienmaler. Erste Werke als Maler und Restaurator könnten während der Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Grafiker und Maler Joseph Herrmanstörfer entstanden sein. Im Jahr 1853 lebte Braun kurzzeitig in Weißenburg, wo er in den Schuldienst als Zeichenlehrer an der Latein- und Volksschule übernommen worden war. Zuvor ist er in Harburg nachweisbar. Anschließend war er zwischen 1853 und 1856 in Ansbach als Zeichenlehrer am Theresien-Institut, dem heutigen Theresien-Gymnasium Ansbach tätig, es folgte ein Anstellung an der Feiertagsschule und schließlich ab 1861 eine Stelle am Gymnasium Carolinum.Wolfgang W. Timmler: Wilhelm Braun – Ein begeisterter Jünger der christlichen Kunst. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben Bd. 90 (1997). S. 264.

Auf Kosten der Schulverwaltung reiste Braun 1869 und 1876 zur Kunst- und Industrieausstellung in München. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer wirkte Braun auch weiterhin als Maler, wenn er auch kaum noch Aufträge erhielt. Nach eigenen Angaben entstanden durch seine Hand etwa 200 Altarbilder, die unter anderem vom Ansbacher Konsistorium in Auftrag gegeben wurden. 1885 erkrankte er und wurde Anfang 1886 in den Ruhestand ohne fortlaufende Bezüge entlassen. Wilhelm Kilian Johannes Braun starb am 22. September 1892 in Ansbach nach einem Schlaganfall.

Ehe und Familie Wilhelm Kilian Johannes Braun heiratete am 3. November 1853 im heute zum Regierungsbezirk Schwaben gehörenden Munningen Friederike Georgine Gerlach (1828–1901), die Tochter des Schweinfurter Siegellackfabrikanten Johann Georg Gerlach. Mit ihr sollte er insgesamt zwölf Kinder haben, von denen jedoch nur neun das Erwachsenenalter erreichten.Family Search: Wilhelm Kilian Johann Braun 1810–1892, abgerufen am 17. August 2026. Maria Catharina Helene Braun (1855–1857) Sophia Katharina Olympia Braun (1857–1945) Bertha Katharina Gabriele Braun (1858–1945) Magdalena Catharina Regina Braun (1860–1958) Therese Regina Catharina Jacobine Braun (1861–1861) Anna Katharina Emma Braun (1863–1954) Adolf Friedrich Wilhelm Victor Braun (1864–1953) Emilie Elisabeth Maria Catharina Braun (1865–1866) Juliane Louise Friederike Braun (1868–1942) Caroline Maria Barbara Johanna Braun (1869–1935) Theodor Wilhelm Othmar Braun (1872–1949) Johannes Christoph Braun (unbekannt–1935)

Werke (Auswahl) Von Braun schuf vor allem dekorative Kirchenkunst und stand damit in der Nachfolge der zu Beginn des 19. Jahrhunderts wirkenden Nazarener und der Cornelius-Schule. Braun konzentrierte sich auf die Themen Abendmahl, Gebet am Ölberg, Kreuzigung und Auferstehung. Daneben entstanden mehrere Landschaftszeichnungen, die im Stil des Biedermeier gehalten sind. Erhalten haben sich daneben Porträts, die bürgerlichen Repräsentationsbedürfnissen entsprechen. Noch immer existieren zahlreiche seiner Gemälde in bayerischen und fränkischen Kirchen sowie in Privatbesitz. 1844, St. Petrus, Heimat-Museum Oettingen in Bayern 1845, Jesus bei den Jüngern in Emmaus, Pfarrgemeindesaal Harburg 1847, Christus und die Samariterin, St. Walburga Mauren 1849, Ansicht von Oettingen, Heimat-Museum Oettingen in Bayern 1849, Melanchthon, St. Georg Mönchsdeggingen 1851 u. 1868, Altarblatt und Ölbilder, St. Lorenz Schaffhausen um 1862, Abendmahl, St. Bartholomäus Oberdachstetten 1875, Bildnis Friederike Georgine Braun, Markgrafen-Museum Ansbach (Schenkung 1973) Wolfgang W. Timmler: Braun, Wilhelm Kilian Johannes von. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XIV (1996). S. 12.

Literatur Wolfgang W. Timmler: Wilhelm Braun – Ein begeisterter Jünger der christlichen Kunst. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben Bd. 90 (1997). S. 245–270. Wolfgang W. Timmler: Braun, Wilhelm Kilian Johannes von. In: Allgemeines Künstlerlexikon Bd. XIV (1996). S. 12.

Weblinks Deutsche Biographie: Braun, Wilhelm

Einzelnachweise

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