Ein Weib ist ein Gedicht von Heinrich Heine, das als erstes im Zyklus Romanzen als Teil der Neuen Gedichte 1844 erschienen ist.
Das Gedicht ist enthalten in einem Brief Heines an Heinrich Laube vom 23. November 1835. Erstmals abgedruckt wurde es anonym in der Mitternachtzeitung fur gebildete Stände vom 4. Februar 1836. Heine nahm es 1840 in den 4. Band von Der Salon auf.
Das aus vier paargereimten Vierzeilern bestehende Gedicht erzählt die Geschichte eines Gaunerpärchens, sie eine „Spitzbübin […], er ein Dieb“. Sie ist eine der Heineschen grausamen Geliebten, die sich vom bösen Schicksal ihres Freundes nicht betrüben lässt.
Text Sie hatten sich Beide so herzlich lieb, Spitzbübin war sie, er war ein Dieb. Wenn er Schelmenstreiche machte, Sie warf sich auf's Bett und lachte.
Der Tag verging in Freud und Lust, Des Nachts lag sie an seiner Brust. Als man in’s Gefängniß ihn brachte, Sie stand am Fenster und lachte.
Er ließ ihr sagen: Ο komm zu mir, Ich sehne mich so sehr nach dir, Ich rufe nach dir, ich schmachte — Sie schüttelt' das Haupt und lachte.
Um Sechse des Morgens ward er gehenkt, Um Sieben ward er in's Grab gesenkt; Sie aber schon um Achte Trank rothen Wein und lachte.Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827-1844 und Versepen. Hrsg. von Irmgard Möller und Hans Böhm. Akademie Verlag, Berlin 1979, ISBN 3-05-005297-X, S. 68.
Rezeption Das Gedicht wurde vielfach vertont. Die bekannteste Adaption stammt von Wolf Biermann. Sie ist 1979 auf seinem Album Hälfte des Lebens erschienen.Ein Weib auf Spotify, abgerufen am 16. August 2026. Weitere Vertonungen sind von: Yehezkel Braun, als Nr. 5 in Spätlese aus Heinrich Heines Gedichten (2006; Klavier und Bariton) Géza Frid, als Ein Weib (Sie hatten sich beide so herzlich lieb), op. 41a (Drie Romances voor sopraan en orkest) no. 2 (erschienen 1952, aufgeführt 1955; Sopran) Gerhard Rühm, als Ein Weib in Zwei Bänkellieder nach Gedichten von Jean Richepin und Heinrich Heine, Nr. 2 (1952) Christian Sinding, als Ein Weib, op. 11 (Lieder und Gesänge) Nr. 5 (1888; Gesang und Klavier) Ernst Friedrich Kauffmann, als Ein Weib aus Lieder und Gesänge. 36 Lieder nach verschiedenen Dichtern, Heft 4, Nr. 2 (1852–1859)
Eine französische Übersetzung von Émile Blémont wurde von Sylvio Lazzari vertont. Der russische Komponist Grigori Andrejewitsch Lischin hat in Perewody i wariazii Geine eine Übersetzung von Apollon Nikolajewitsch Maikow vertont.
Ausgaben Erstdruck: anonym in Mitternachtzeitung fur gebildete Stände vom 4. Februar 1836 Erstausgabe: Ein Weib. In: Der Salon. Vierter Band. Hoffmann und Campe, Hamburg 1840, S. 181 f. Weitere Ausgabe: Ein Weib. In: Neue Gedichte von H. Heine. Hoffmann und Campe, Hamburg 1844, S. 165 f.
Werkausgaben: Ein Weib. In: Düsseldorfer Heine-Ausgabe. Band 2: Neue Gedichte. Bearbeitet von Elisabeth Genton. Hoffmann & Campe, Hamburg 1983, ISBN 3-455-03002-5, S. 75. Ein Weib. In: Heine-Säkularausgabe Band 2 : Gedichte 1827-1844 und Versepen. Hrsg. von Irmgard Möller und Hans Böhm. Akademie Verlag, Berlin 1979, ISBN 3-05-005297-X, S. 68. Ein Weib. In: Werke und Briefe in zehn Bänden. 2. Auflage. Band 1. Aufbau, Berlin und Weimar 1972, .
Literatur Irmgard Möller, Hans Böhm: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 2. Gedichte 1827-1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-005299-6, S. 319 f.
Weblinks
Ein Weib im LiederNet Archive
Einzelnachweise Irmgard Möller, Hans Böhm: Heinrich Heine Säkularausgabe Band 2. Gedichte 1827-1844 und Versepen. Kommentar I. Akademie Verlag, Berlin 1995, S. 319 f. Ein Weib im LiederNet Archive, abgerufen am 16. August 2026.
Kategorie:Gedicht Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Werk von Heinrich Heine Kategorie:Literatur (Deutsch)