Wolfgang Huckenbeck (* 13. Juni 1954 in Bottrop) ist ein deutscher Rechtsmediziner, Hochschullehrer und ehemaliger akademischer Direktor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Leben Huckenbeck wurde 1954 in Bottrop geboren. Er schloss 1972 mit dem Abitur am Städtischen Jungengymnasium ab. Von 1972 bis 1974 diente er als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und wurde als Leutnant der Reserve entlassen.

Nach einer Wartezeit auf einen Studienplatz studierte er von 1978 bis 1984 Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Zwischen 1981 und 1984 hatte er parallel am dortigen Institut für Rechtsmedizin promoviert und erhielt im gleichen Jahr die Approbation als Arzt. Anschließend nahm er seine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Assistent am Düsseldorfer Institut für Rechtsmedizin auf.

1988 richtete er das serologische Laboratorium am Düsseldorfer Institut wieder ein und übernahm dessen Leitung. 1989/90 war er als Gastarzt am Pathologischen Institut in Köln-Merheim tätig, 1990–1993 zudem Financial Chairman der International Association of Forensic Sciences. 1996 wurde er Facharzt für Rechtsmedizin und als Sachverständiger für den Landgerichtsbezirk Düsseldorf vereidigt.

1999 war er als „Expert on mission“ des Internationalen Gerichtshofs im Kosovo im Einsatz, 2000 für das Bundeskriminalamt im Jemen. 2001 habilitierte er und wurde Privatdozent an der HHU. 2005 war er nach der Tsunami-Katastrophe im Auftrag des Auswärtigen Amts in Thailand im Einsatz. 2009 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. 2012–2014 war er stellvertretender Leiter des Instituts für Rechtsmedizin in Düsseldorf, 2013 wurde er Akademischer Direktor. Seit 2015 leitet er das von ihm gegründete Institut für Forensische Anthropologie in Rommerskirchen und ist an der HHU auf eigenen Antrag freigestellt.

Wirken 1997 untersuchten Huckenbeck und der Göttinger Rechtsmediziner Harald Kijewski Haare aus einer Locke Heinrich Heines. Dabei wurde kein Quecksilber, aber ein stark erhöhter Bleigehalt nachgewiesen, was als Indiz für eine chronische Bleivergiftung des Dichters gilt.

Huckenbeck ist zudem auf die Identifizierung von Personen anhand von Bildmaterial spezialisiert, etwa mittels der individuellen Ohrform. Als Gutachter trat er unter anderem in einem Kölner Hells-Angels-Prozess in Erscheinung.

Schriften (Auswahl)

Fernsehauftritte (Auswahl) K1 Magazin (Kabel 1), 19. Juni 2001 K1 Magazin (Kabel 1), 8. April 2004 Anwälte der Toten (RTL Television) Folge Doppelmord / Falsches Testament, 2016

Weblinks

Website des Instituts für Forensische Anthropologie

Einzelnachweise

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