mini|Hildegard Björck Hildegard Björck (* 1. Mai 1847 in Värmland, Schweden; † 7. April 1920 in Lausanne, Schweiz) war eine der beiden ersten Studentinnen an der Universität Uppsala und die erste Frau, die in Schweden einen akademischen Grad, einen vorbereitenden medizinisch-philosophischen Abschluss, erwarb.

Leben und Werk Björck wurde in der Gemeinde Bro, heute Teil der Stadt Säffle, als drittes von vier Kindern des Landvermessers Carl Emanuel Björck und Anna Charlotta Roman, der Tochter des Bezirksrichters Roman in Karlstad, geboren. Die Familie lebte auf dem Gut Remmenetorp. Als sie vier Jahre alt war, starb ihre Mutter und drei Jahre später heiratete ihr Vater Sofia Lovisa Hülphers. In ihrer Kindheit wurde Björck von Gouvernanten zu Hause unterrichtet. Nachdem Frauen 1870 das Recht erhalten hatten, ihre Schulabschlussprüfungen als Privatschülerinnen abzulegen, reiste Björck nach Stockholm, um an der Nya Elementarskolan die für ein Medizinstudium notwendigen Fächer zu belegen. Im Januar 1873 schrieb sie sich ebenso wie Betty Pettersson an der Universität Uppsala ein. Nach dem Abschluss des obligatorischen medizinischen Vorexamens im Mai 1874 war sie die erste Frau in Schweden, der ein akademischer Grad verliehen wurde.

Als Studentin erhielt Björck von 1874 bis 1881 finanzielle Unterstützung durch ein Stipendium für Medizinstudentinnen. Dieser Fond war im Februar 1873 von den Schwestern Hedvig Hierta und Anna Hierta-Retzius eingerichtet worden. 1879 erwarb Björck als erste Frau in Schweden ihren Abschluss in Medizin an der Universität Uppsala. 1880 setzte Björck ihr Studium an der Universität Lund fort und war dort die erste immatrikulierte Frau. Sie absolvierte ihren propädeutischen Dienst am Karolinska-Institut und arbeitete dort bis 1881.

Aufgrund einer Maserninfektion verschlechterte sich ihr Gehör so stark, dass sie ihr Approbationsexamen nicht mehr ablegen konnte und ihr Studium abbrechen musste. Trotzdem spezialisierte sie sich weiterhin auf Augen-, Nasen- und Halskrankheiten, obwohl sie nie die Möglichkeit hatte, als Ärztin approbiert zu werden. Über den Bruder ihrer Stiefmutter hatte sie vermutlich auch medizinische Kontakte in Lund und wurde im Haus von Carl Fredrik Naumann untergebracht. Naumann gehörte derselben Ärztegeneration wie Björcks Onkel, Herman Wilhelm Hülphers, an, der als Leibarzt des Königs in Stockholm fungierte. Sie absolvierte Praktika bei beiden Ärzten und assistierte ihnen in Stockholm und Lund. Nach dem Tod dieser beiden Männer fehlte ihr jedoch die Möglichkeit, medizinisch tätig zu sein. Sie begann als private Krankenpflegerin zu arbeiten. Diese Tätigkeit führte sie nach Paris und nach England, wo sie einen psychisch kranken Engländer betreute. Bei dieser Arbeit lernte sie Julia Ewerlöf kennen, die Tochter eines schwedischen Diplomaten. Ihre Freundschaft vertiefte sich und entwickelte sich zu einer persönlichen Beziehung. 1904 zogen sie nach Lausanne, Schweiz.https://web.archive.org/web/20131004235459/http://lup.lub.lu.se/luur/download?func=downloadFile&recordOId=3910875&fileOId=3990595

Björck starb 1920 in Lausanne. Sie wurde 1928 im Familiengrab ihres Bruders Rudolf Leonard Björck auf dem Waldfriedhof Skogskyrkogården in Stockholm beigesetzt. Ihr Name ist jedoch nicht auf dem Grabstein verzeichnet.

Literatur Carina Burman: Den värmländska uppsalastudentskan, Värmlands nation 350 år – och lite mer därtill: En jubileumsskrift. S. 41, 43f, 2010. Maria Cederschiöld: Drag från Anna Hierta-Retzius sociala verksamhet. Anna Hierta-Retzius: En minnesteckning med stöd av efterlämnade papper, 1928. Ellen Fries: En banbryterska: skildringar från Ellen Fries. studentår i Uppsala, Norstedt, Stockholm, 1913. Carl Frängsmyr: Uppsala universitet 1852–1916. Acta Universitatis Upsaliensis, Uppsala, 2010. Signe Nilsson: Hildegard Björck – ett glömt namn. Hertha, 1926(13):10, 1926, S. 213–216. Ulrika Nilsson: Professionalisering och konstruktioner av kön i svensk gynekologi 1860–1925. Diss. Uppsala : Uppsala universitet, 2003. Frederik Tersmeden: Den bortglömda studentskan: 140 år sedan Hildegard Björck beträdde den akademiska banan. Professorsinstallation: Lunds universitet, Aulan, 6 september 2013 kl 16.00., (S. 24–29). Lunds universitet. Anna Sofia Dahl: En lång resa för kvinnliga läkare: Kvinnliga läkares förening 100 år. Läkartidningen, 2016:16, S. 779–783.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Absolvent der Universität Uppsala Kategorie:Frauengeschichte (Schweden) Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1847 Kategorie:Gestorben 1920 Kategorie:Frau