Kurt Plück (* 16. Juni 1925 in Unna; † 26. Juni 2004 in Bonn)Rainer Barzel: Für Kurt Plück. Deutschland Archiv 4/2004, S. 578. war ein deutscher politischer Beamter (CDU)Vgl. Politische Probleme anlässlich des Treffens Honecker und Schmidt, Ziffer 3. Bundesarchiv, undatiert., Fachmann für Deutschlandpolitik und Angelegenheiten des geteilten Berlins im Ressort gesamtdeutsche Fragen/innerdeutsche Beziehungen (1952–1963 und 1982–1989) sowie im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (1964–1982). Er gehörte zu den engsten Beratern des Oppositionsführers Rainer Barzel in den ersten Jahren der sozialliberalen Ost- und Deutschlandpolitik (1969–1972).Rainer Barzel: Im Streit und umstritten. Anmerkungen zu Adenauer, Erhard und den Ostverträgen. Frankfurt a. M./Berlin 1986 (Ullstein), S. 154.Eduard Ackermann: Mit feinem Gehör. Vierzig Jahre in der Bonner Politik. Bergisch Gladbach 1994 (Lübbe), S. 78.Kurt Plück: Der schwarz-rot-goldene Faden. Vier Jahrzehnte erlebter Deutschlandpolitik. Bonn 1996 (Bouvier), S. 182ff.Günter Buchstab: Die Whistleblower von 1970 – Die Enthüllung des geheimen „Bahr-Papiers“. Zur Vorgeschichte des Moskauer Vertrags zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik Deutschland. In: Historisch-Politische Mitteilungen 27 (2020), S. 138.

Leben und Beruf Kurt Plück entstammte einem katholischen Elternhaus. Seine Ehefrau Traudel Pietrek († 1988) kam aus Schlesien; sie war von dort in den Westen geflohen. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.Barzel, Kurt Plück, S 578.

Plücks Vater Paul Konrad Plück gehörte dem Zentrum an, war Stadtbaumeister von Unna und wurde von den Nationalsozialisten gleich nach der Machtübernahme aus dem Dienst entfernt. Die Familie durchlebte die zwölf Jahre der Diktatur und des Krieges unter äußerst eingeschränkten materiellen Verhältnissen – unaufhörlich in Sorge, dass die Gestapo den Vater „bei Nacht und Nebel“ verhaften könnte.Barzel, Kurt Plück, S 579.

Am Krieg nahm Plück von 1943 bis 1945 als Marinesoldat teil. Er geriet in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er nach wenigen Tagen entlassen wurde.Barzel, Kurt Plück, S 579.

Von 1945 bis 1952 studierte Plück Germanistik und Philosophie sowie katholische Theologie und Jura in Bonn. Promoviert wurde er mit dem Dissertationsthema „Das Problem der Wortneuschöpfungen bei Klopstock, Goethe und Campe“.Buchstab, Whistleblower, S. 144. Aus der Zeit des Studiums und des gemeinsamen Engagements in der von Josef Steinberg geleiteten Bonner Katholischen Studentengemeinde datierte auch die lebenslange Freundschaft mit Alois Mertes († 1985).Barzel, Kurt Plück, S 579.

Im Rückblick auf „vier Jahrzehnte erlebter Deutschlandpolitik“ resümierte Plück, durch sein Leben habe sich ein „schwarz-rot-goldener Faden“ gezogen.Kurt Plück: Der schwarz-rot-goldene Faden. Vier Jahrzehnte erlebter Deutschlandpolitik. Bonn 1996 (Bouvier). Sein beruflicher Werdegang umfasste den Zeitraum von 1952, dem Jahr der Stalin-Note, bis 1989, dem Jahr des Mauerfalls.

Plücks Karriere begann im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen. Hier wurde er 1952 Persönlicher Referent von Jakob Kaiser, später Pressereferent unter Ernst Lemmer (1957–1962), Rainer Barzel (1962–1963) und Erich Mende (1963–1964).Buchstab, Whistleblower, S. 144. 1964 wechselte er ins Bundespresseamt, wo er 18 Jahre lang das Referat „Gesamtdeutsche und Berliner Fragen“ leitete. Nach dem Regierungswechsel 1982 war er bis 1989 unter den Ministern Rainer Barzel (1982–1983), Heinrich Windelen (1983–1987) und Dorothee Wilms (1987 bis zu seiner Pensionierung 1989) als Ministerialdirektor im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen verantwortlich für Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit sowie für kulturelle Angelegenheiten.Barzel, Kurt Plück, S 579.

Zu Beginn der 1970er Jahre, während der dramatischen Auseinandersetzungen über die Ost- und Deutschlandpolitik der Regierung Brandt, gehörte Plück zusammen mit Alois Mertes zu den engsten Beratern des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Rainer BarzelBuchstab, Whistleblower, S. 138ff., den die Sorge umtrieb, die Ostverträge könnten – im Sinne der sowjetischen Auslegung – auf eine endgültige Anerkennung der Teilung Deutschlands hinauslaufen.Barzel, Kurt Plück, S. 579.

Nach der Wiedervereinigung 1990 zog Plück in seinem Buch „Der schwarz-rot-goldene Faden“ (1996) eine persönliche Bilanz der Bonner Deutschlandpolitik seit den früheren 1950er-Jahren. Publizistisch setzte er sich unter anderem mit den deutschlandpolitischen Kontroversen der 1970er-Jahre auseinander.Kurt Plück: Ritt über den Bodensee. War Egon Bahr bereit, die Teilung Deutschlands hinzunehmen? Rheinischer Merkur vom 1. Juni 2001, S. 7.

In seinem Nachruf würdigte Barzel 2004 Kurt Plück, mit dem er als Bundesminister 1962–1963 und 1982–1983 sowie als Oppositionsführer 1969–1973 zusammengearbeitet hatte, mit den Worten, Plücks „Kapazität“ und „Persönlichkeit“ seien herausragend gewesen. Sein Rat, seine Mitarbeit „und sein Widerspruch (!)“ seien ihm stets nützlich gewesen: „Ich verdanke ihm viel.“ Bei Plück habe er ein „leidenschaftliches Engagement für Deutschlands Einheit und Freiheit als Volk im vereinten Europa“ gespürt.Barzel, Kurt Plück, S. 580.

Bücher und Buchbeiträge

Grenze durch Deutschland (Text: Kurt Plück, Fotos: Heinz Gräf). Düsseldorf 1961 Bonner Katholische Studentengemeinde mit Josef Steinberg 1945–1957. Festschrift zum 70. Geburtstag für Prälat Dr. theol. Josef Steinberg. Zusammengestellt von Maria Hansen, Hannegrete Limberger, Bruno P. Hoenig, Bruno Kaiser, Anton Michel, Kurt Plück. Köln 1974 Das Ringen um das Selbstbestimmungsrecht der Deutschen. In: Rainer Barzel (Hrsg.): Sternstunden des Parlaments. Heidelberg 1989 (Decker & Müller). ISBN 978-3-8226-4089-0. Seiten 43–69 Zieltreue. Zur Dringlichkeit der deutschen Frage. In: Michael Mertes, Kurt Plück, Norbert J. Prill, Hans-Peter Schwarz, Werner Weidenfeld: Europa ohne Kommunismus. Zusammenhänge, Aufgaben, Perspektiven. Bonn 1990 (Europa Union Verlag), ISBN 978-3-7713-0373-0. Seiten 27–37 Der schwarz-rot-goldene Faden. Vier Jahrzehnte erlebter Deutschlandpolitik. Bonn 1996 (Bouvier). ISBN 978-3-416-02669-7

Einzelnachweise

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