mini|Nicolás Grau Nicolás Andrés Grau Veloso (* 9. April 1983 in Concepción) ist ein chilenischer Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer und Politiker. Seit dem 21. August 2025 ist er Finanzminister von Chile. Zuvor war er von März 2022 bis August 2025 Minister für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus in der Regierung von Präsident Gabriel Boric.

Biografie Grau wurde am 9. April 1983 in Concepción geboren. Er ist der Sohn von Francisco Grau Mascayano und Paulina Veloso, die während der ersten Regierung von Michelle Bachelet (2006–2010) das Amt der Generalsekretärin der Präsidentschaft bekleidete. In jungen Jahren zog er mit seiner Familie nach Santiago, wo er die Raimapu-Schule in La Florida besuchte.

Grau studierte an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität von Chile. Während seines Studiums war er von 2005 bis 2006 Präsident der Studentenvereinigung der Universität von Chile (Federación de Estudiantes de la Universidad de Chile, FECh). In dieser Funktion geriet er wegen der finanziell gescheiterten Feier zum hundertjährigen Bestehen der FECh in die Kritik, bei deren Organisation ein Verlust von rund 120 Millionen chilenischen Pesos entstand.

2011 erwarb Grau einen Masterabschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Chile. Anschließend promovierte er ebenfalls in Wirtschaftswissenschaften an der University of Pennsylvania in Philadelphia, Vereinigte Staaten.

Neben seiner politischen Tätigkeit war Grau als Hochschullehrer an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Chile tätig. Zudem arbeitete er als Forscher am Centro de Estudios de Conflicto y Cohesión Social (COES).

Politische Laufbahn Parallel zu seinem Amt als Präsident der FECh gehörte Grau der Gruppierung Izquierda Amplia an, in der unter anderem die Asamblea de Estudiantes de Izquierda, die Nueva Izquierda Universitaria, der Grau selbst angehörte, und die Bewegung SurDa zusammengeschlossen waren. Während der chilenischen Studentenproteste von 2006 trat er als einer der beteiligten Hochschulvertreter hervor. Zudem gehörte er dem präsidialen Beratungsgremium für Bildungsfragen an.

2016 trat Grau der linken Bewegung Movimiento Autonomista (MA) bei. Im folgenden Jahr beteiligte er sich an der Gründung des Parteienbündnisses Frente Amplio. Der Movimiento Autonomista ging später in der von Gabriel Boric geführten Partei Convergencia Social auf.

Grau beteiligte sich an der Präsidentschaftskampagne von Beatriz Sánchez bei der Präsidentschaftswahl in Chile 2017 sowie später an der Kampagne von Gabriel Boric bei der Präsidentschaftswahl in Chile 2021. Boric setzte sich in der Stichwahl gegen José Antonio Kast durch.

Am 21. Januar 2022 wurde Grau als künftiger Minister für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus im Kabinett des gewählten Präsidenten Boric bekanntgegeben. Mit Borics Amtsantritt am 11. März 2022 übernahm Grau das Ministeramt.

Im Oktober 2022 wurde Grau zudem wegen älterer Beiträge auf Twitter kritisiert, in denen er sich 2020 und 2021 scharf gegen die chilenische Polizei Carabineros de Chile geäußert hatte. Nach dem Tod von Francisco Martínez im Februar 2021 hatte Grau unter anderem geschrieben: „Pacos asesinos. El pueblo tiene todo derecho a odiarles“ („Mörderische Bullen. Das Volk hat jedes Recht, euch zu hassen“). Nach der öffentlichen Kontroverse löschte Grau die betreffenden Beiträge und erklärte, sie seien in einem bestimmten Kontext entstanden und er teile diese Aussagen inzwischen nicht mehr.

Am 21. August 2025 wechselte Grau im Zuge einer Kabinettsumbildung vom Wirtschafts- in das Finanzministerium und übernahm als Nachfolger von Mario Marcel das Amt des chilenischen Finanzministers. Sein Nachfolger als Minister für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus wurde Álvaro García Hurtado.

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Einzelnachweise

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