mini|Ana Lya Uriarte (2022) Ana Lya del Carmen Uriarte Rodríguez (* 17. Juli 1962 in Santiago) ist eine chilenische Rechtsanwältin, Hochschullehrerin und Politikerin der Sozialistischen Partei Chiles (PS). Von 2007 bis 2010 war sie Umweltministerin in der ersten Regierung von Michelle Bachelet. Während Bachelets zweiter Amtszeit war sie unter anderem Kabinettschefin der Präsidentin. Von September 2022 bis April 2023 amtierte sie als Generalsekretärin der Präsidentschaft in der Regierung von Gabriel Boric.

Biografie Uriarte wurde am 17. Juli 1962 in Santiago als einziges Kind einer Familie der unteren Mittelschicht geboren. Im Alter von 13 Jahren wurde sie Mutter. Im selben Jahr starb ihr Vater, woraufhin sie von ihrer Mutter und ihrer Großmutter unterstützt wurde.

Aufgrund ihrer Mutterschaft musste Uriarte ihre damalige Schule verlassen, da minderjährige Mütter dort nicht weiter unterrichtet werden durften. Sie setzte ihre Ausbildung zunächst an einer Abendschule fort. Zwei Jahre später kehrte sie an eine reguläre weiterführende Schule zurück.

Anschließend studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität von Chile und arbeitete parallel zu ihrem Studium, um zum Unterhalt ihrer Familie beizutragen. Während der 1980er Jahre engagierte sie sich zudem in der Studentenpolitik an der Universität. 1988 erhielt sie ihre Zulassung als Rechtsanwältin.

Uriarte ist Mutter von drei Kindern.

Berufliche und politische Laufbahn Während der Militärregime in Chile arbeitete Uriarte als Rechtsanwältin gemeinsam mit Alfonso Insunza für die von der katholischen Kirche gegründete Vicaría de la Solidaridad, die sich für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen während der Herrschaft von Augusto Pinochet einsetzte. Anfang der 1990er Jahre lebte sie für zwei Jahre in Deutschland, wo ihr damaliger Ehemann an der Universität Heidelberg Internationales Recht studierte.

Nach ihrer Rückkehr nach Chile wurde Uriarte Hochschullehrerin für Umweltrecht an der Universität von Chile und unterrichtete unter anderem in deren Masterstudiengang für Umweltrecht. Von 1993 bis 2003 arbeitete sie außerdem in einem Menschenrechtsprogramm der chilenischen Regierung.

Im März 2007 ernannte Präsidentin Michelle Bachelet sie zur Umweltministerin. Uriarte übte das Amt bis zum Ende von Bachelets erster Amtszeit im März 2010 aus. Zu den umweltpolitischen Kontroversen ihrer Amtszeit gehörte das geplante Wasserkraftprojekt HidroAysén, das die Errichtung mehrerer Staudämme in Patagonien vorsah. Ihre Nachfolgerin im Amt wurde María Ignacia Benítez.

Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung arbeitete Uriarte wieder als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Umweltrecht. Während der zweiten Präsidentschaft Bachelets übernahm sie 2014 die Leitung des Präsidialkabinetts.

Daneben setzte Uriarte ihre akademische Tätigkeit fort. Seit 2021 ist sie außerordentliche Professorin für Umweltrecht an der Universität von Chile.

Generalsekretärin der Präsidentschaft Am 6. September 2022 ernannte Präsident Gabriel Boric Uriarte im Rahmen einer Kabinettsumbildung zur Generalsekretärin der Präsidentschaft. Sie folgte in diesem Amt auf Giorgio Jackson.

Am 19. April 2023 schied Uriarte aus gesundheitlichen Gründen aus der Regierung aus. Zu ihrem Nachfolger ernannte Boric den bisherigen Senator Álvaro Elizalde.

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Einzelnachweise

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