mini|Trinidad Steinert, 2026 María Trinidad Steinert Herrera (* 7. August 1970 in Santiago) ist eine chilenische Juristin, Staatsanwältin und Politikerin. Von Februar 2024 bis zu ihrem Rücktritt im Januar 2026 war sie Regionalstaatsanwältin (Fiscal Regional) der Región de Tarapacá. Vom 11. März bis zum 19. Mai 2026 war sie Ministerin für öffentliche Sicherheit in der Regierung von José Antonio Kast und die erste Frau in diesem Amt.

Ihre Tätigkeit bei der chilenischen Staatsanwaltschaft konzentrierte sich insbesondere auf die Verfolgung der organisierten Kriminalität und damit verbundener Straftaten, darunter Fälle im Zusammenhang mit irregulärer Migration und Menschenhandel im Norden Chiles.

Ausbildung Steinert studierte Rechtswissenschaften an der Universidad Central de Chile und erhielt ihre Zulassung als Rechtsanwältin durch den Obersten Gerichtshof Chiles. Anschließend absolvierte sie an derselben Universität ein Masterstudium zur chilenischen Strafprozessreform (Reforma Procesal Penal) mit Schwerpunkt auf dem Anklageverfahren und der strategischen Strafverfolgung.

Laufbahn

Frühe berufliche Laufbahn Von 2000 bis 2005 war Steinert Regionaldirektorin für den Zentralbereich (directora zonal Centro) der Corporación de Asistencia Judicial der Región Metropolitana de Santiago. Die öffentliche Einrichtung ist für die unentgeltliche Rechtsberatung und -vertretung zuständig. In dieser Funktion koordinierte Steinert die Rechtshilfe in mehreren Gemeinden der Hauptstadtregion.

Staatsanwaltschaft 2005 trat Steinert als Staatsanwältin (fiscal) bei der südlichen Regionalstaatsanwaltschaft der Metropolregion in den chilenischen Ministerio Público ein und begann dort ihre Laufbahn in der Strafverfolgung.

2021 wechselte sie als stellvertretende Regionalstaatsanwältin (fiscal adjunta regional) in die Región de Arica y Parinacota. Dort spezialisierte sie sich auf Fälle im Zusammenhang mit irregulärer Migration, Menschenhandel und transnationaler organisierter Kriminalität. Während dieser Zeit war sie an komplexen strafrechtlichen Ermittlungen beteiligt, darunter Verfahren im Zusammenhang mit internationalen kriminellen Organisationen wie dem Tren de Aragua.

Am 16. Februar 2024 übernahm Steinert mit Dienstsitz in Iquique das Amt der Regionalstaatsanwältin von Tarapacá und wurde damit zur ranghöchsten Vertreterin der Staatsanwaltschaft in der Region. In dieser Funktion war sie für die Strafverfolgung unter anderem in den Bereichen Drogenhandel, Schmuggel, Geldwäsche und organisierte Kriminalität verantwortlich. Aufgrund der Lage an der nördlichen Grenze Chiles kommt der Region dabei eine besondere strategische Bedeutung zu.

Am 20. Januar 2026 trat Steinert als Regionalstaatsanwältin zurück.

Berufsverbände und akademische Tätigkeit Von 2017 bis 2019 war Steinert Präsidentin der Nationalen Vereinigung der Staatsanwälte Chiles (Asociación Nacional de Fiscales de Chile). In dieser Funktion beteiligte sie sich an institutionellen Debatten über die Autonomie der Staatsanwaltschaft, die Arbeitsbedingungen der Staatsanwälte und die Stärkung der Strafverfolgung. Parallel dazu war sie von 2018 bis 2019 Vizepräsidentin der Lateinamerikanischen Vereinigung der Staatsanwälte (Asociación Latinoamericana de Fiscales) und nahm an regionalen Koordinierungsforen teil.

Darüber hinaus unterrichtete Steinert Strafrecht und Strafprozessrecht an der Polizeischule der Policía de Investigaciones de Chile sowie an der Universidad de Tarapacá.

Ministerin für öffentliche Sicherheit Am 20. Januar 2026 gab der gewählte Präsident José Antonio Kast bekannt, dass Steinert in seiner am 11. März 2026 antretenden Regierung das Ministerium für öffentliche Sicherheit übernehmen werde. Kurz vor der Bekanntgabe war sie aus der Staatsanwaltschaft ausgeschieden. Ihre Ernennung wurde insbesondere mit ihrer Erfahrung bei der Strafverfolgung organisierter Kriminalität im Norden Chiles in Verbindung gebracht.

Mit dem Amtsantritt Kasts am 11. März 2026 übernahm Steinert das Amt der Ministerin für öffentliche Sicherheit. Sie folgte Luis Cordero Vega nach und war die erste Frau, die das Amt bekleidete.

Am 19. Mai 2026 entließ Kast Steinert im Zuge seiner ersten Kabinettsumbildung aus dem Amt. Gleichzeitig wurde auch Regierungssprecherin Mara Sedini abgelöst. Steinerts Nachfolger als Minister für öffentliche Sicherheit wurde Martín Arrau.

Einzelnachweise

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