Karl Rögele (auch Carl Roegele; * 8. Juli 1873 in Gaisbach bei Oberkirch; † 4. September 1937 in Rötenbach, heute Friedenweiler) war ein römisch-katholischer Geistlicher, erzbischöflicher Schulinspektor, Landeshistoriker, Heimatforscher und staatlich bestellter Denkmalpfleger (Kurator) im Schwarzwald.

Leben und Wirken Karl Rögele wurde 1873 als Sohn des Kulturmeisters und Gutsverwalters Bonifaz Rögele (1837–1908) und dessen Ehefrau Pauline, geb. Graf (1842–1915), in der Ortenau geboren. Sein jüngerer Bruder war der spätere Gymnasialprofessor Otto Roegele (1882–1958); sein Neffe war der Publizist Otto B. Roegele.

Nach seiner Schulbildung schlug Rögele die theologische Laufbahn in der Erzdiözese Freiburg ein. Nach seiner Priesterweihe wirkte er an verschiedenen Orten im Großherzogtum und der späteren Republik Baden. Seine prägendste Wirkungsstätte wurde die Pfarrstelle in Rötenbach im Hochschwarzwald. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit engagierte sich Rögele stark im Bildungswesen und wurde im Dekanat Neustadt zum Erzbischöflichen Schulinspektor ernannt. In dieser Funktion übernahm er die Schulaufsicht und die Organisation des Religionsunterrichts für die Pfarreien Bachheim, Göschweiler, Löffingen, Reiselfingen, Schluchsee und Unadingen.Kirchliches Anzeigeblatt für die Erzdiözese Freiburg, Nr. 17 vom 15. September 1937, S. 138.

Seine besondere Leidenschaft galt dem Erhalt und Schutz regionaler Kulturgüter. Das Badische Kultusministerium bestellte Pfarrer Rögele offiziell zum Amtsbezirks- bzw. Kreispfleger der Kunst- und Altertumsdenkmäler für die Bezirke Neustadt und St. Blasien. In dieser staatlichen Funktion der regionalen Denkmalpflege arbeitete er eng mit anderen Chronisten des Hochschwarzwalds zusammen. Nach dem Tod des Lenzkircher Sammlers Oskar Spiegelhalder war Rögele in Planungen eingebunden, die Denkmalpflege des Bezirks gemeinsam mit dem Neustädter Stadtarchivar Karl Borromäus Hofmeyer und dem Gewerbelehrer Karl Friedrich Ehret weiterzuführen.Generallandesarchiv Karlsruhe, Bestand 235 (Badisches Kultusministerium), Nr. 47805: Bestellung von Amtsbezirks- bzw. Kreispflegern der Kunst- und Altertumsdenkmäler.

Als Historiker forschte Rögele regelmäßig im Generallandesarchiv Karlsruhe. Seine Forschungsschwerpunkte lagen auf der badischen Regionalgeschichte zur Zeit der Befreiungskriege sowie auf kirchengeschichtlichen Abhandlungen, insbesondere den Folgen der Säkularisation in Südbaden. Seine wissenschaftlichen Aufsätze wurden unter anderem im Freiburger Diözesan-Archiv veröffentlicht.

Schriften (Auswahl) Ein Volksheld in schwerer Zeit. Ein Beitrag zur badischen Heimatgeschichte aus der Zeit der Befreiungskriege. Caritas-Verlag, Freiburg im Breisgau 1913. Dr. Franz Ernst Heinrich von Brentano Gnosso – Ein Lebensbild. In: Freiburger Diözesan-Archiv, Band 42, 1914, S. 1–63. Säkularisation und Untergang des Klosters Allerheiligen. Nach Akten des Badischen Generallandesarchivs und des Badischen Haus- und Staatsarchivs Karlsruhe. In: Freiburger Diözesan-Archiv, Band 54, 1926, S. 326–374. Franz Josef Herr, Pfarrektor zu Kuppenheim (1778–1837). Sein Leben und Wirken. Karlsruhe 1927.

Literatur Otto B. Roegele: Rögele, Karl. In: Badische Biographien. Neue Folge, Band 4. Kohlhammer, Stuttgart 1996, ISBN 3-17-010731-3, S. 238–240.

Weblinks

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Einzelnachweise

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