Der Matra-Cantinieau MC.101 ist der Ausgangsentwurf für eine Reihe französischer Versuchshubschrauber, die von Jean Cantinieau konstruiert wurden. Diese bildeten die Grundlage für mehrere Hubschrauber, die in Spanien von der Firma Aerotécnica entwickelt und gebaut wurden.

Geschichte Cantinieau C.100 Ende der 1940er Jahre entwickelte Jean Cantinieau, ein Ingenieur bei der SNCASO, mit Hilfe von M. Decroze einen leichten einsitzigen Versuchshubschrauber. Der Rumpf bestand aus einer einfachen Metallrohrkonstruktion mit einem starren Radfahrwerk und trug den Pilotensitz sowie den Antrieb, der aus einem Minié 2.DF.32 mit ca. 60 kW (80 PS) und einem Dreiblattrotor bestand. Der Motor war direkt vor dem Rotorkopf angebracht, um mechanische Verbindungen und Vibrationen zu minimieren, und ein einfaches Metallrohr trug den Zweiblatt-Heckrotor.

Dieser Prototyp absolvierte seinen Erstflug am 10. November 1951 in St. Cyr und zeigte ein relativ gutes Flugverhalten. Er absolvierte jedoch nur drei Testflüge, da Jean Cantinieau bereits an einem weiterentwickelten zweisitzigem Modell arbeitete, dem Matra-Cantinieau MC.101.

Matra-Cantinieau MC.101 Schon sehr bald arbeitete Jean Cantinieau an der Weiterentwicklung des C.100 zu einem zweisitzigen und leistungsstärkeren Hubschrauber. Das allgemeine Erscheinungsbild blieb erhalten, die Stahlrohrkonstruktion wurde jedoch vereinfacht. Der Heckausleger wurde komplexer gestaltet, während das Fahrwerk auf einfache Kufen mit einem Abstand von 1,8 m reduziert wurde. Der MC.101 verfügte über einen 78 kW (105 PS) Hirth HM 504-Motor, der unter einer langen, glatt zulaufenden, aber an den Seiten teilweise offenen Motorhaube installiert war. Die Verbindung zum Rotor erfolgte mittels eines Untersetzungsgetriebes im Verhältnis 41:6, einer Kupplung und eines elastischen Gelenks (Paulstra-joint). Die Rotorblätter waren aus Duraluminium gefräst. Der Dreiblatt-Heckrotor wurde über ein weiteres elastisches Gelenk und eine Kardanwelle angetrieben. Zwei Maschinen [F-WGIX / F-WGIY] wurden von Matra gebaut. Gérard Henry führte am 11. November 1952 in Buc den Erstflug durch. Dieser Hubschrauber flog einwandfrei, stieß jedoch auf dem französischen Markt auf kein Interesse.

Aerotécnica AC-11 Jean Cantinieau gab den Abwerbungsversuchen des Marquis del Merito, dem Gründer von Aerotécnica, nach und verlegte seine Tätigkeit daher Anfang 1953 in dieses neue Unternehmen, wobei aus den MC.101 die AC.11 wurden. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die AC.11 für das heiße Klima und die große Höhe in Madrid untermotorisiert war. Diese Prototypen wurden daher zunächst mit Lycoming O-320-Motoren mit 150 PS neu motorisiert, später jedoch zugunsten der AC-12 aufgegeben.

Technische Daten Kenngröße MC.101 Besatzung 2 Rotordurchmesser 8 m Länge 6,70 m Höhe 2,30 m Leermasse 400 kg Startmasse 600 kg Treibstoffmenge 40 kg Reisegeschwindigkeit 100 km/h Flugdauer 2 h Triebwerk 1 × Vierzylinder-Kolbenmotor Hirth HM-504, 78 kW (105 PS) Leistung

Literatur R. W. Simpson: Airlife’s Helicopters and Rotorcraft. Airlife Publishing, Ramsbury (1998). ISBN 978-1-85310-968-3. Bridgman, Leonard (1956). Jane’s All the World’s Aircraft 1956–57. London: Jane’s All the World’s Aircraft Publishing Co. Ltd. p. 209.

Weblinks

MC.101 auf aviastar.org

Einzelnachweise

Kategorie:Erstflug 1952 Kategorie:Hubschrauber Kategorie:Matra