Der Aerotécnica AC-12 „Pepo“ ist ein leichter zweisitziger Hubschrauber aus den 1950er Jahren. Er wurde vom Franzosen Jean Cantinieau entworfen und ist der erste in Spanien serienmäßig gebaute Hubschrauber.

Geschichte Aerotécnica S.A. war ein Unternehmen, das 1954 in Cuatro Vientos (Madrid) mit dem Ziel gegründet wurde, die Hubschrauberentwürfe des französischen Ingenieurs Jean Cantinieau weiterzuentwickeln. Das Unternehmen erwarb von der französischen Gesellschaft Matra die Rechte für den lizenzierten Bau des Hubschraubers Matra-Cantinieau MC.101, den es Aerotécnica AC-11 nannte und der als Grundlage für die Entwicklung des Aerotécnica AC-12 diente.

Die ersten beiden Prototypen des AC-12 wurden von der Firma AISA in Zusammenarbeit mit ENHASA gebaut. Sie wiesen eine Gondelkonfiguration und einen oberen Längsträger auf und waren mit einem Lycoming O-360-B2A-Motor mit 168 PS ausgestattet, der über dem Kabinendach direkt vor dem Hauptrotor angebracht war. Der Hauptrotor verfügte über drei Blätter die über einen Längsträger und Rippen aus Duraluminium ruhten und mit Glasfaser verkleidet waren (ebenso wie der Heckrotor). Und über ein Untersetzungszahnrad und ein Getriebe direkt angetrieben wurde. Das Fahrwerk war ein Einfach-Kufenfahrwerk, und die halbgeschlossene Kabine verfügte über Doppelsteuerungen für die beiden Sitze.

Bei AISA wurden mit finanzieller Unterstützung der spanischen Regierung zwei Prototypen gebaut. Der erste Prototyp mit der Bezeichnung XZ-1 absolvierte in Barajas (Madrid) seinen Erstflug am 20. Juli 1954. Anschließend wurden 10 Maschinen für die Ejército del Aire unter der militärischen Bezeichnung Z-2 bestellt. Diese Maschinen wurden von 1961 bis 1964 von der Hubschrauber-Ausbildungsschule eingesetzt und anschließend durch Bell 47G ersetzt. Einige AC-12 wurden bis 1967 von der Flugtestgruppe der spanischen Luftwaffe genutzt. Ein Exemplar (Z.2-6) ist im Museo del Aire in Madrid ausgestellt.

Nutzer

Luftwaffe: 12 Maschinen (die beiden Prototypen und zehn weitere Vorserienmodelle). Die dort unter der Bezeichnung Z.2 im Einsatz waren in der Hubschrauberausbildungsstätte Cuatro Vientos von 1961 bis zu ihrer Ausmusterung am 14. November 1964 im Einsatz waren. Wobei sie insgesamt 2500 Flugstunden absolvierten und durch überschüssige Bell 47G der US-Armee aus dem Koreakrieg ersetzt wurden. Spanisches Nationalinstitut für Luft- und Raumfahrttechnik (INTA): Betrieb bis zum Jahr 1967 einige ausgemusterte Maschinen der spanischen Luftwaffe.

Museum Es sind einige wenige Exemplare des AC-12 bekannt, die heute noch erhalten sind:

Das Museo del Aire (Luftfahrtmuseum) von Madrid in Cuatro Vientos stellt zwei Exemplare in einem seiner Hangars aus. Das Centre Cultural Aeronàutic in Barcelona stellt die Seriennummer 11 aus. Die Stiftung „Parque Aeronáutico de Cataluña“ stellt ein weiteres Exemplar in ihren Räumlichkeiten in Villanueva y Geltrú aus. Auf einem Schrottplatz in der Nähe von Valencia befindet sich ein weiteres, leicht modifiziertes Exemplar.

Technische Daten mini|Dreiseitenansicht einer AC-12 Kenngröße Daten Besatzung 2 Rotordurchmesser 13 m Länge 8,50 m Höhe 2,75 m Leermasse 500 kg Startmasse 750 kg Höchstgeschwindigkeit 140 km/h Reisegeschwindigkeit 115 km/h Steigrate 5 m/s Flughöhe 4000 m Reichweite 230 km Triebwerk 1 × luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor Lycoming O-360-B2A, 125 kW (168 PS)

Literatur Enciclopedia Ilustrada de la Aviación: Vol.1, pág. 118. Delta, Barcelona. 1982. ISBN 84-85822-29-3 Michael J.H. Taylor (1989). Jane’s Encyclopedia of Aviation. Studio Editions. ISBN 1-85170-324-1 R.W. Simpson (1998). Airlife’s Helicopters and Rotorcraft. Airlife Publishing. ISBN 1-85310-968-1

Weblinks

AC-12 auf aviastar.org C. M. Lambert: Made in Spain, Part III: Aeronautical Research, and the Aerotecnica Helicopters, Artikelserie über die spanische Luftfahrtindustrie (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Erstflug 1956 Kategorie:Hubschrauber Kategorie:Militärluftfahrzeug (Spanien)