Die Zion Lutheran Church ist eine evangelisch-lutherische Kirche in der Landgemeinde Lawtonia No. 135 in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Die nächstgelegenen Orte sind Hodgeville oder Morse. Sie wurde 1910 von wolgadeutschen Einwanderern errichtet und wird seit 2010 nicht mehr regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Zuvor gehörte sie zur Saskatchewan-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kanada. Seit 1984 ist sie als lokales Denkmal anerkannt und seit 2006 im Canadian Register of Historic Places gelistet.

Architektur Lage und Außenansicht Die Kirche ist weiträumig von landwirtschaftlichen Flächen mit vereinzelten Hoflagen umgeben und liegt einige Kilometer westlich des Saskatchewan Highway 19 an einer Schotterstraße, der Zion Lutheran Church Road. Sie befindet sich verwaltungstechnisch in der Landgemeinde Lawtonia No. 135 und kann dem Gebiet der Streusiedlung Flowing Well zugerechnet werden. Die nächstgelegenen Ortschaften sind Morse und Hodgeville jeweils etwa zwanzig Kilometer nördlich und südlich der Kirche. Im Norden der Kirche liegt ein zugehöriger Friedhof, der noch in Betrieb ist.

Die Kirche ist nach Norden ausgerichtet und im besonders für Kirchengebäude im Westen Nordamerikas typischen neogotischen Carpenter-Gothic-Stil errichtet. Die Holzkirche ist in weißer Farbe gestrichen und weist einen rechteckigen Grundriss mit einer halbrunden Apsis im Norden und einem quadratischen Kirchturm an der Südseite des Gebäudes auf. Das Giebeldach der Kirche ist wie alle Dachflächen mit Blech gedeckt. Der Innenraum der Kirche wird im Langhaus durch je vier große Spitzbogenfenster nach Osten und Westen, sowie zwei solcher Fenster nach Süden hin erhellt. In der Apsis befinden sich ebenfalls zwei Spitzbogenfenster. Unter diesen Fenstern beleuchten kleine rechteckige Fenster das Untergeschoss. Der hohe Kirchturm überragt das Dach des Kirchenschiffs und wird durch zwei Gesimse in etwa drei gleich große Abschnitte untergliedert. Er endet in einem Knickhelm mit achteckiger Grundfläche, der von vier kleinen Ziertürmen an den Ecken des Kirchturmdachs gesäumt wird. Der Helm endet in einem Turmkreuz. Im Fuße des Kirchturms befindet sich der Eingang zum Innenraum der Kirche, der durch eine Flügeltür betreten werden kann. Zur Eingangstür führt eine Holztreppe mit einigen Stufen. Die Tür ist mit einem Spitzbogenornament verziert, in dem eine Tafel mit Denkmalinformationen angebracht ist. Rechts neben der Tür ist eine Holztafel mit einer gemalten Lutherrose und der Aufschrift befestigt.

Innenansicht Tritt man durch die Tür in den Innenraum der Kirche, findet man sich in einem kleinen Vorraum wieder. Linker Hand befindet sich eine Treppe zur Empore, gleich rechts neben Tür ein Seil, um die Kirchenglocken zu läuten. Im Vorraum steht auch ein kleines Podest mit einem Gästebuch. Fährt man durch eine Schwingtür in den eigentlichen Kirchenraum fort, findet man sich im Mittelgang zwischen den Hölzernen Kirchenbänken mit roten Polstern wieder. Gleich rechts ist eine weitere Tür, die ins Untergeschoss der Kirche führt, auf der linken Seite steht eine kleine Orgel. Der Boden der Kirche ist mit Laminat bedeckt, der Mittelgang mit einem Teppichboden ausgelegt. Bis etwa auf einen Meter Höhe sind die Wände der Kirche mit dunklem Holz vertäfelt, darüber sind sie weiß gestrichen und weitgehend leer. Der Altarraum befindet sich vollständig in der Apsis und ist leicht erhöht. Links und rechts von ihm sind Liedtafeln angebracht. Auf der linken Seite des Aufgangs zum Altarraum ist eine hölzerne Kanzel, rechts steht ein Lesepult. Über dem Altar hängt ein großes, aber einfaches hölzernes Keltenkreuz. Auf dem Holzaltar und der Kanzel ist jeweils ein ähnliches Symbol angebracht. Rechts vom Altar führt eine Holztür zur Sakristei. Die Kirche ist technisch mit einem Mikrofon am Lesepult und einer Lautsprecheranlage ausgestattet.

Erklimmt man die Treppe zur Empore und betritt diese durch eine von zwei Türen, finden sich dort graue hölzerne Kirchenbänke ohne Polster. Das Untergeschoss diente als Gemeindesaal und ist vollständig mit Teppichboden ausgelegt. Dort finden sich Sitzgelegenheiten, eine Tafel für den Sonntagsschulunterricht, ein gut ausgestattetes Bücherregal und eine kleine Küche. Im Untergeschoss gibt es noch einige Nebenräume.

Geschichte Die Gegend von Lawtonia wurde am Ende des 19. Jahrhunderts von wolgadeutschen Einwanderern aus den Kolonien Bangert und Warenburg besiedelt. Diese brachten ihren lutherischen Glauben mit sich und gründeten 1910 die Zionsgemeinde, die sich wie die meisten wolgadeutschen Kirchengemeinden der deutschamerikanischen Ohio-Synode anschloss. Im selben Jahr wurde eine kleine Kirche am jetzigen Standort errichtet. Diese wurde der schnell wachsenden Kirchengemeinde schon bald zu klein, sodass im Jahr 1919 unter der Anleitung eines Herren Wunsch das heutige neogotische Gebäude errichtet wurde.

Kurz vor dem 75-jährigen Jubiläum der Gemeinde wurde die Kirche als erstes Bauwerk in Lawtonia am 14. November 1984 als Denkmal anerkannt.

Nach 100-jährigem Bestehen wurde die Gemeinde, die zuletzt gemeinsam mit der Salem Lutheran Church in Salem und der Trinity Lutheran Church in Hodgeville die Pfarrei Hodgeville innerhalb der Saskatchewan-Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kanada bildete, im Jahr 2010 aufgelöst.

Einzelnachweise

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