Marguerite Rubenstein (* 1930; † 19. August 2024 in Red Bluff) war eine US-amerikanische Sexualwissenschaftlerin und Aktivistin für bisexuelle Rechte. Laut Artikeln im Magazin Common Ground und im Bay Area Reporter wurde sie als „Patin der Sexualkunde“ angesehen.
Leben Rubenstein wurde 1930 in der San Francisco Bay Area geboren und wuchs dort auf. Sie machte an der Universität von San Francisco einen Abschluss als Beraterin (conuseling degree). Zusätzlich hatte sie auch einen Abschluss in Pflege. Sie wurde am Institute for Advanced Study of Human Sexuality in Sexualtherapie promoviert.
Rubenstein arbeitete zunächst als Krankenschwester am Center for Special Problems in San Francisco und unterstützte dort sexuelle Minderheiten und Transmenschen. Anschließend arbeitete sie 40 Jahre lang als Beraterin in einer privaten Praxis, in der sie sich schlussendlich auf die Sexualtherapie fokussierte. Während sie mit dem Sex-Therapie-Programm an der Universität von California, San Francisco arbeitete, schloss sie Bisexualität in das Programm ein. Nachdem sie ihren Doktortitel erhalten hatte, wurde sie Mitglied der Fakultät am Institute for Advanced Study of Human Sexuality.
Nachdem sie sich in den 1960ern als bisexuell geoutet hatte, wurde sie eine engagierte Aktivistin für bisexuelle Rechte. Oft betonte sie eine Biphobie beim Kampf für die Rechte Homosexueller während der 1970er und 1980er. Sie wurde bekannt dafür „and bisexual!“ dazwischen zu rufen, wenn während Diskussionen über Schwule und Lesben Bisexuelle nicht erwähnt wurden. Ab 1972 unterrichtete sie am National Sex Forum in der Glide Memorial Church Grundlegende Sexualität. Diese Schulungen führten zur Gründung des Institute for Advanced Study of Human Sexuality im Jahre 1976. Im selben Jahr gründete sie zusammen mit Toni Ayres and Carolyn Smith die Organisation „San Francisco Sex Information“ (SFSI).Rila, Margo; Steinhart, Judith (1980), "A Sex-Information Switchboard", in Kirkpatrick, Martha (ed.), Women's Sexual Development, Boston, MA: Springer US, pp. 251–254, doi:10.1007/978-1-4684-3656-3_14, ISBN 978-1-4684-3658-7 (englisch). Die Organisation stellte vertrauliche Informationen über Sex via Telefon zur Verfügung. SFSI wurde schlussendlich eine Website und somit die erste Organisation, die Sexualkunde online verfügbar machte. Durch diese Arbeit hatte Rubenstein großen Einfluss in sex-positiver Sexualkunde, einschließlich des Modells, das später als „San Francisco model of AIDS education“ bekannt wurde. Ebenfalls in den 1970ern gründete Rubenstein zusammen mit Harriet Levi (manchmal auch Leve genannt) das SF Bisexual Center im Haus des amerikanischen Schriftstellers und LGBT-Aktivisten David Lourea. Sie war auch Vorstandsmitglied des „Council on Religion and the Homosexual“. Rubenstein erkannte früh in der AIDS-Epidemie, dass die Krankheit sich wahrscheinlich durch Sex und Ähnliches überträgt, weswegen sie sich für den Einsatz von Kondomen einsetzte. In den frühen 1980ern gründete sie zusammen mit Autumn Courtney, Lani Ka'ahumanu, Arlene Krantz, David Lourea, Bill Mack and Alan Rockway die erste und älteste bisexuelle politische Organisation BiPOL. Zusätzlich gründete sie die Mobilization Against AIDS mit. Nachdem das SF Bisexual Center 1985 schloss, gründete sie zusammen mit Lani Ka'ahumanu und Ann Justi 1987 das Bay Area Bisexual Network.
Rubenstein war im Harvey Milk Democratic Club aktiv. Sie war zweimal verheiratet, bevor sie sich 1969 als bisexuell outete. 2017 zog sie nach Nordkalifornien.
Ehrungen 1992 wurde Rubenstein als Community Grand Marshal bei der San Francisco Pride Parade geehrt. 2010 erhielt sie den Harry Britt Lifetime Achievement Award für ihren Aktivismus. 2020 erhielt sie den „History Makers Award“ der GLBT Historical Society.
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