Heinrich „Heinz“ Dirks (* 25. November 1906 in Dragaß; † 15. Oktober 1998 in Bonn) war ein deutscher Psychologe.

Werdegang Dirks war der Sohn eines Landwirts und legte 1926 am Gymnasium in Marienwerder das Abitur ab. Anschließend studierte er Mathematik, Physik und Psychologie an der Universität Graz und an der Albertus-Universität Königsberg. 1932 wurde er in Königsberg mit der Dissertation Experimentelle Untersuchungen des sozialen Verhaltens zum Dr. phil. promoviert.

Zum 1. Oktober 1931 trat Dirks der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 693.418).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/6411177 1933 trat er als Heerespsychologe in die Wehrmacht ein. Als solcher war er bis 1939 in Königsberg, Wilhelmshaven, Stuttgart und erneut in Königsberg tätig. 1939 wurde er zum Regierungsrat ernannt und kurz darauf für ein Jahr zum Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg eingezogen. Von 1940 bis 1942 war er für „stammespsychologische Untersuchungen“ in der psychologischen Gruppe der Inspektion für Eignungsuntersuchungen beim Oberkommando des Heeres zuständig. Während dieser Zeit erfolgte seine Beförderung zum Oberregierungsrat. Von 1942 bis 1943 war er als Wehrmachtsbeamter Leiter eines „Instituts für Landeskunde“. Von April bis Juni 1943 nahm er eine Tätigkeit im Informationsbüro des Führungsstabs Politik des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete wahr. Ab Juni 1943 leitete er erneut aktiven Kriegsdienst; zwischenzeitlich war er an das Reichskommissariat Ukraine abgeordnet. Bei Kriegsende 1945 geriet er in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft in Italien.

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im Sommer 1946 war Dirks zunächst Hilfsarbeiter in einem Metallbetrieb und nahm anschließend eine Tätigkeit als Graphologe auf. Im November 1948 wurde er Mitarbeiter bei der Forschungsstelle für Berufserziehung und Eignungsbegutachtung in Braunschweig, dem späteren Forschungsinstitut für Arbeitspsychologie (FORFA). Ab 1952 leitete er die FORFA-Zweigstelle in Düsseldorf. 1957 erfolgte mit der Schrift Psychologische Faktoren der Berufsarbeit seine Habilitation an der Technischen Hochschule Braunschweig. Er nahm Lehraufträge von 1954 bis 1965 in Braunschweig und ab 1958 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wahr. Von 1953 bis 1961 war er Vorstandsmitglied im Berufsverband Deutscher Psychologen.

1954 machte Dirks sich mit dem Büro für Wirtschaftspsychologie selbstständig; er führte dieses bis 1961. Daraufhin war er als Personaldirektor des Unternehmens Hackethal in Hannover tätig. Er starb im Oktober 1998 im Alter von 91 Jahren in Bonn. Sein Nachlass befindet sich im Zentrum für Geschichte der Psychologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Werke (Auswahl) Lebenskraft und Charakter. Bernard & Graefe, Berlin 1940. Die Personalbeurteilung im Betrieb: der analytische Personalbeschreibungsbogen, seine Grundlagen, seine Anwendung und seine Auswertung. Rechtsverlag, Düsseldorf 1952. Lebensformen im Kindesalter. Rechtsverlag, Düsseldorf 1955. Psychologie – eine moderne Seelenkunde. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1960. gemeinsam mit Herbert Gottschalk: Wir deuten die Handschrift. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1960. Erfolgreiche Menschenführung. Das Buch der Praxis für Vorgesetzte. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1962. Der Nachfolger. Probleme und Aufgaben der Unternehmensführung. Heidelberger Fachbücherei GmbH, Heidelberg 1963. gemeinsam mit Georg Stöcker: Bewertungsverfahren im Angestelltenbereich. Luchterhand Fachverlag, Neuwied 1969. Moderne Schlagworte, kritisch betrachtet. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1972. Mensch und Umwelt im Licht der Psychologie. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1972. Zeitgemäße Menschenführung. Ein Ratgeber. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1973. Fortbildung im Industrieunternehmen. Verlag für angewandte Psychologie, Stuttgart 1973. Mensch und Mitmensch im Licht der Psychologie. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1974. Die Handschrift – Schlüssel zur Persönlichkeit. Bertelsmann Ratgeberverlag, München 1974. Personalwirtschaft. Aufgaben und Verfahren. Hanstein‐Verlag, Köln 1975. Persönlicher Karrierefahrplan für erfolgreiche Führungskräfte. WEKA-Verlag, Kissing 1980. Bessere Menschenkenntnis: Orientierungshilfen zum richtigen Umgang mit Menschen. Expert-Verlag, Sindelfingen 1985.

Literatur Hermann Feuerhelm: Heinrich Dirks, in: Uwe Wolfradt, Elfriede Billmann-Mahecha und Armin Stock (Hrsg.): Deutschsprachige Psychologinnen und Psychologen 1933–1945. Ein Personenlexikon, ergänzt um einen Text von Erich Stern, 2. Auflage, Wiesbaden 2017, S. 82–83.

Weblinks Heinrich Dirks auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien Helmut E. Lück: Heinrich Dirks im Dorsch – Lexikon der Psychologie Eintrag von Heinrich Dirks im Braunschweiger Professor*innen-Katalog

Einzelnachweise

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