Albert Bischoff (* 1921 in Biel; † 23. Juli 1981 in Bern) war ein Schweizer Neurologe, Neuropathologe und Hochschullehrer.
Leben Nach der Gymnasialzeit in Biel studierte Bischoff Medizin in Bern, wo er 1947 das Staatsexamen ablegte. Seine postgraduale Ausbildung absolvierte er in Bern, Berlin und Hamburg. Anschliessend war er als Oberarzt in Wil SG und Zürich tätig, wo er 1963 habilitierte. Seine Lehrer auf dem Gebiet der Psychiatrie und des Organischen Psychosyndroms waren Jakob Klaesi und Ernst Grünthal, in Hamburg unter anderem Heinrich Pette sowie Fritz Lüthy in Zürich. 1971 wurde er in Zürich Titularprofessor und 1972 zum Extraordinarius (aoP) für Neurologie ernannt. Von da an leitete er bis zu seinem Tod aufgrund einer Tumorerkrankung die neurologische Ambulanz am Berner Inselspital.
Die Forschungsschwerpunkte Bischoffs waren die Zytologie des Liquor cerebrospinalis, Myelinerkrankungen und Probleme des peripheren Nervensystems. Einige zytologische Untersuchungen zum Liquor, über die er Ende der 1950er Jahre publizierte, hatte er selbst entwickelt. Er war Anfang der 1960er Jahre einer der ersten Wissenschaftler in Europa, die den Nutzen des Elektronenmikroskops auf dem Gebiet der Forschung an Myelin und dem peripheren Nervensystem erkannten. In dieser damals neuen Technik liess er sich anschliessend in den USA gründlich ausbilden und nutzte die erworbenen Kenntnisse beispielsweise bei der Erforschung diabetischer Neuropathien. Auch aufgrund seiner Arbeiten konnten in den 1960ern Biopsien kleiner peripherer Nerven oftmals Gehirnbiopsien ersetzen. Bischoff war einer der Pioniere bei der Anwendung der Gefrierätztechnik zur Untersuchung der Myelinscheiden. Er setzte auch Transplantationstechniken ein, um die wechselseitige Beziehung von Axon und Schwann-Zelle bei der Entwicklung der Myelinscheiden zu illustrieren.
Bischoff war Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Neuropathologie.
Veröffentlichungen (Auswahl) Das Problem der Aetiologie der multiplen Sklerose vom Standpunkt der Allergie aus gesehen. Diss., Bern 1949. Die diabetische Neuropathie. (Mit einem Geleitwort von Fritz Lüthy) Stuttgart, Thieme 1963. als Herausgeber: Ultrastructure of the peripheral nervous system an sense organs: Atlas of normal and pathologic anatomy. Stuttgart, Thime 1970. Klinische Neurochirurgie. Band 1: Grundlagen, Diagnostik. Stuttgart/New York, Thieme 1982. mit Claus Meier: „Sequence of morphological alterations in the nervous system of metachromatic leukodystrophy: Light- and electronmicroscopic observations in the central and peripheral nervous system in a prenatally diagnosed foetus of 22-weeks.“ In: Acta Neuropathologica Bd. 36, Nr. 4, 1976, S. 369–379. mit Claus Meier: „Polyneuropathy in hypothyroidism: Clinical and nerve biopsy study of 4 cases.“ In: Journal of neurology Bd. 215, Nr. 2, 1977, S. 103–114.
Weblinks Obituary Albert Bischoff 1921–1981. Acta Neuropathologica (1981) 55:327–328 Bischoff, Albert Prof. Dr. med. Albert Bischoff zum Gedenken. Der Bund, Band 132, Nr. 176, 31. Juli 1981.
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