Being Hipp. First Lady of European Jazz ist ein deutscher Dokumentarfilm von Anna Schmidt von 2025 über die Jazzpianistin Jutta Hipp (1925–2003) und ihr wechselvolles Schicksal.

Inhalt

Der Film erzählt über die großen Erfolge der deutschen Jazzpianistin Jutta Hipp in Europa und in New York in den 1950er Jahren und ihre spätere schwierige Entwicklung.Film-Doku Jutta Hipp Jazz thing, mit einer jazzkundigen Beschreibung von Jutta Hipp und diesem Film

Um 1954 gilt sie als die bedeutendste weibliche Jazzmusikerin in Europa, mit einem ausgeprägten individuellen Musikstil und einer eigenen Band. In diesem Jahr entdeckt sie der bedeutende US-Produzent Leonard Feather in Duisburg. Er ist von ihrem Pianospiel begeistert, nimmt ein paar Stücke von ihr auf und lädt sie ein, nach New York zu kommen. Im nächsten Jahr folgt sie diesem Angebot und bekommt dort sofort Kontakt zur Jazzszene mit einigen der bekanntesten Musiker dieser Zeit, wie Horace Silver, Quincy Jones und David Amram. Sie bekommt ein Engagement im Hickory House Club mit regelmäßigen Auftritten und nimmt 1956 drei Platten bei dem renommiertesten Jazzlabel Blue Note Records auf, als erste weibliche Instrumentalistin und zweiter europäischer Jazzmusiker überhaupt. In der Musikpresse wird ausführlich über ihre Auftritte geschrieben. In ihrem Appartement finden häufig Jazzsessions mit bekannten Musikern statt.

Mit der Zeit wachsen inmitten der männlichen Jazzstars ihre Zweifel an ihrem eigenen Können und ihre Unzufriedenheit, sie versucht, ihre Aufregung beim Spielen zunehmend mit Alkohol zu ertränken. Hickory House ist ein Vergnügungsclub, in dem die Besucher der Musik zwar zuhören, sich aber auch dabei unterhalten und ihre musikalischen Qualitäten nicht ausreichend zu schätzen wissen. Da sie sich weigert, musikalische Kompromisse in Richtung Mainstream für das Blue Note Label zu machen, erhält sie keine neuen Plattenverträge mehr und nach dem halben Jahr auch kein dauerhaftes neues festes Engagement in einem Club. Die Mentalität der männlichen schwarzen Jazzmusiker bleibt ihr als einziger weißer Frau in der Szene weitgehend verschlossen, obwohl diese sie musikalisch schätzen und ihr auch einige Auftritte anbieten. Zudem geht sie nicht auf die sexuellen Angebote ihres Förderers Leonard Feather ein, worauf er sie fallen lässt, sie nicht mehr unterstützt und in seinen Publikationen sogar ihre musikalische Qualität herabwürdigt. Sie spielt noch mehrere Jahre bei unregelmäßigen Auftritten, nimmt aber bald eine Arbeit als Näherin in einer Textilfabrik in Queens an, um ein regelmäßiges Einkommen zu haben.

1960 beendet sie ihr Jazzspiel im Alter von 35 Jahren endgültig und spielt danach nie wieder. Sie beginnt zu malen und nimmt an Ausstellungen teil, sie fotografiert, auch bei Jazzkonzerten, die sie weiterhin öfter besucht. 2003 stirbt sie weitgehend unbekannt in New York.

In dem Film sind eindrucksvolle Originalaufnahmen mit ihr zu sehen und zu hören, außerdem gibt es historische Fotos und Zeitungsausschnitte sowie längere Aussagen von ihr über sich in einem Tonbandinterview. Die Jazzgrößen David Amram, Lou Donaldson und Sheila Jordan berichten über persönliche Begegnungen mit ihr, ihre Biografin Ilona Haberkamp und die Harvard-Professorin Ingrid Monson ordnen ihr Leben mit viel Sachkenntnis ein, die Jazzpianistin Clara Haberkamp spielt Stücke von ihr, die jüngeren Jazzmusikerinnen Terri Lyne Carrington und Cecil McBee würdigen ihre Musik aus heutiger Sicht.Being Hipp Schmidt Film, mit einigen Details über den Film Arte zeigt Jutta Hipp Dokumentation Jazz Echo, 2026, mit einer kurzen sachkundigen Inhaltsangabe

Hintergründe Being Hipp. First Lady of European Jazz ist eine von zwei längeren filmischen Dokumentation über die außergewöhnliche Jazzpianistin Jutta Hipp.Don't worry about me. Das Leben der Jutta Hipp Filmportal, von Elizabeth Ok, 2005, 80 Minuten, ist der andere längere Film über sie Sie enthält einige bisher unbekannte Dokumente und Details über ihr Leben durch ihre Biografin Ilona Haberkamp und die Zeitzeugen.

Der Film wurde am 12. Oktober 2025 erstmals bei den Leipziger Jazztagen in ihrer Heimatstadt gezeigt,Being Hipp. First Lady of European Jazz Jazzclub Leipzig danach am 25. Januar 2026 bei Arte und am 30. Juli 2026 beim MDR.

Würdigungen Die Regisseurin Anna Schmidt erhielt 2026 einen der renommierten Deutschen Jazzpreise für Journalistische Leistung.Journalistische Leistung Deutscher Jazzpreis 2026 In der Begründung hieß es, sie zeichne über Jutta Hipp „ein vielschichtiges Porträt zwischen internationalem Erfolg, Ausgrenzung und Selbstbestimmung. Der Film verbindet persönliche Erinnerungen, Archivmaterial und Stimmen aus der Jazzszene zu einem eindringlichen Bild einer außergewöhnlichen Künstlerin.“

Weblinks Being Hipp Schmidt-Film Being Hipp Jazz thing Being Hipp MDR, mit Film Being Hipp ARD Mediathek

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Filmbiografie über Jazzmusiker Kategorie:Frauenfilm Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Jazz (Vereinigte Staaten) Kategorie:Fernsehfilm (Arte) Kategorie:Musik (New York City) Kategorie:Musik (Leipzig)