Die Leopoldville war ein 1948 in Dienst gestelltes Kombischiff der belgischen Reederei Compagnie Maritime Belge für den Liniendienst von Antwerpen nach Matadi. 1967 wurde das Schiff in die Demokratische Republik Kongo verkauft und dort als eines der ersten Passagierschiffe unter der Flagge Kongos mit dem Namen P. E. Lumumba eingesetzt. Nach der Ausmusterung 1973 erfolgte 1974 der Abbruch in Río Grande.
Geschichte Die Leopoldville entstand unter der Baunummer 718 in der Werft von Cockerill in Hoboken und lief am 25. Oktober 1947 als zweite Einheit der Albertville-Klasse vom Stapel. Nach Probefahrten und ihrer Ablieferung am 6. September 1948 nahm sie im selben Monat den Liniendienst von Antwerpen nach Matadi im damaligen Belgisch-Kongo auf.Arnold Kludas: The Great Passenger Ships of the World: Volume 4 1936–1950. Patrick Stephens Limited, Wellingborough 1977, ISBN 0-85059-253-4, Seite 178. Die Leopoldville war bereits das sechste Schiff der Reederei mit diesem Namen seit deren Gründung 1895.
1957 wurde die Maschinenanlage der Leopoldville modernisiert. Sie erreichte fortan eine höhere Leistung und eine mit 16,5 Knoten höhere Geschwindigkeit. Drei Jahre später erlangte der Kongo seine Unabhängigkeit, der Liniendienst zur einstigen belgischen Kolonie wurde in den darauffolgenden Jahren auch aufgrund der steigenden Konkurrenz durch Linienflüge immer unrentabler. Dennoch blieb das Schiff noch bis 1967 für die Compagnie Maritime Belge im Einsatz.
mini|links|hochkant|Die P. E. Lumumba kurz nach ihrer Umbenennung 1967 Im selben Jahr ging die Leopoldville in den Besitz der Cie. Maritime Congolaise über und erhielt den Namen P. E. Lumumba, benannt nach dem ersten Premierminister des unabhängigen Kongos, der 1961 ermordete Patrice Lumumba. Die P. E. Lumumba bediente denselben Dienst wie zuvor die Compagnie Maritime Belge. Sie war eines der ersten großen Passagierschiffe unter der Flotte der noch jungen Demokratischen Republik Kongo. Ihr Heimathafen war fortan Matadi. 1971 wurde das Schiff jedoch umgeflaggt und war fortan wieder in Belgien registriert. Seit 1972 trug die Reederei den Namen Cie. Maritime Zaire.
Auch unter dem neuen Betreiber blieb der Liniendienst zwischen Belgien und Kongo nicht sonderlich rentabel. 1973 beendete das Schiff seine aktive Dienstzeit und wurde zum Abbruch verkauft. Am 3. Mai 1973 traf es zunächst im belgischen Temse ein, um dort vom Unternehmen Boel abgewrackt zu werden. Dieses verkaufte das Schiff stattdessen aber nach mehrmonatiger Liegezeit im Februar 1974 nach Gent, wo ein Teilabbruch erfolgte. Der Rumpf mit den teilabgewrackten Aufbauten wurde abermals verkauft, diesmal an die Siderurgica Riograndese in Río Grande. Dort wurde die P. E. Lumumba schließlich ab Oktober 1974 vollständig abgewrackt.
1974 stellte die Cie. Maritime Zaire als Nachfolger für die P. E. Lumumba einen beim Bremer Vulkan gebauten Neubau mit dem Namen Lumumba, nun ein reines Frachtschiff, in Dienst.
Weblinks
Eintrag zur Albertville-Klasse auf ssmaritime.com (englisch)
Einzelnachweise
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