mini|Marco Cremosano (Bildnis um 1667) Marco Cremosano (* 13. April 1611 in Mailand; † 4. Dezember 1704 ebenda) war ein italienischer Historiker und Heraldiker, der in seinem Hauptwerk von 1673 eine umfangreiche Sammlung mit über 8200 Wappen der Region Mailand hinterließ.

Leben und Werk Marco Cremosano trat als königlicher Koadjutor der Handelskammer und Notar im Magistrat auf. Er wurde jedoch vor allem als Mailänder Heraldiker und Historiker berühmt. Er besaß eine reichhaltige Bibliothek zur Stadtgeschichte, so auch Codizes mit den Decreta ducum Mediolani aus dem 15. Jahrhundert, die in Katalogen der Biblioteca Trivulziana und von P. Daniele Porro erwähnt sind.siehe Seiten 2 bis 3 des Vorworts in Borella d'Alberti (1997)

So verfasste er die Memorie Storiche Milanesi dall’anno 1642 al 1691 (Mailänder historische Memoiren von 1642 bis 1691, erster Band mit nicht chronologisch geordneten Notizen, zweiter Band mit Notizen zur Stadt Mailand im genannten Zeitraum), ist aber vor allem dafür bekannt, das monumentale heraldische Manuskript mit dem Kurztitel Stemmario Cremosano geschaffen zu haben, das über 8200 farbige Wappen überwiegend des lombardischen Gebiets enthält. Dieses zweibändige Werk wurde anastatisch 1997 unter dem Titel Lo Stemmario di Marco Cremosano neu veröffentlicht, herausgegeben von Andrea Borella d’Alberti, worin auch zahlreiche Informationen über das Leben und Werk von Cremosano erwähnt sind. Das Stemmario basierte auf einer früheren Sammlung (Trivulziani) des Marchese Trivulzio von 1390 (etwa 2000 Wappen) und dem Codice Archinto von Graf Ottavio Archinto, umfassend 5000 Wappen einschließlich der Trivulziani, die Cremosano weitgehend integrierte und mit Wappen und Symbolen verschiedener Königreiche, Herzogtümer, Provinzen, Städte und geistlicher Orden des heiligen römischen Reiches ergänzte. Auch Trachten verschiedener europäischer Regionen wurden abgebildet.

mini|Familienwappen im Frontispiz des Stemmario Cremosano

Familie und Wappen Marco Cremosano war Sohn des Notars Don Girolamo Cremosano und einer Adligen aus der Familie Figini.Sergio Leondi (2004) Marco Cremosano selbst war mit einer Adligen aus dem Hause Seccia vermählt, mit der er einen Sohn namens Girolamo hatte, der später mit Anna Soncini verheiratet war, aber wohl keine Nachkommen bekam.

Die Familie Cremosano kam ursprünglich aus einem gleichnamigen Ort in der Lombardei, etwa auf halbem Weg zwischen Pandino und Crema. Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts betrieben einige Mitglieder des Hauses hauptsächlich Handel und Handwerk und zogen nach Mailand, während andere Grundbesitz im Gebiet von Monza und Concorezzo erwarben. Beide Zweige der Familie krönten ihren sozialen Aufstieg als Adlige, Patrizier und Notabeln des Herzogtums Mailand. Das 1400 durch den Herzog von Mailand verliehene Familienwappen wird von Borella d’Alberti wie folgt beschrieben: "bandato d’argento e d’azzurro, al plinto rovesciato di rosso attraversante, posto in cuore" (in Silber und Blau schräggeteilter Schild mit einem roten gekürzten Balken in der Herzstelle). mini|120px|Beispielseite aus dem Stemmario Cremosano

Werke Stemmario Cremosano 1673 (auch: Stemmario di Marco Cremosano; umfangreiches Wappenbuch in 2 Bänden, vollständiger Titel: Gallerie d’imprese, arme ed insegne de varii Regni, Ducati, Provincie e Città, e terre dello Stato di Milano et anco di diverse famiglie d’Italia con l’ordine delle corone, cimieri, et altri ornamenti spettanti ad esse et il significato de’ colori, et altre particolarità, chè a dette arme s’appartengono, di Marco Cremosano, Reg. Coad. del Not.o Camerale nel Magistrato Ordinario - 1673). Online: Digitalisat beim Archivio di Stato di Milano Memorie Storiche Milanesi dall’anno 1642 al 1691 (Mailänder historische Memoiren); Druck bei P. Daniele Porro, Canonico della Collegiata di S. Lorenzo Maggiore in Milano (im Original verschollenes Werk zur Mailänder Stadtgeschichte, zwei Abschriften überdauerten jedoch in Mailand: eine in der Bibioteca di Brera (genannt: Trascritta dal codice Porro); sowie eine in der Biblioteca Trivulziana). Trattato dei Fiori 1670 (verschollenes Manuskript mit Abhandlungen über Wappen seit Julius Cäsar bis 1670; Beschreibung antiker Medallien und Siegel).

Literatur Borella d’Alberti, Andrea (Hrsg.): Lo stemmario di Marco Cremosano. (Reprint 1997, Studio Araldico Genealogico Diplomatico Italiano, autorisiert durch das Archivio di Stato di Milano); OCLC 643533647 (2 Bände)

Weblinks Private Webseite Sergio Leondi (Mailand, 11. Oktober 2004); italienisch (Abgerufen am 10. August 2026) Archivio di Stato di Milano 2021; italienisch (Abgerufen am 10. August 2026)

Einzelnachweise

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