Karl Bruno Alfred von François (* 2. Dezember 1849 in Luxemburg (Stadt); † 22. Juni 1911 in Görlitz) war ein preußischer Generalmajor.
Leben Herkunft Alfred entstammte der ursprünglich französischen Adelsfamilie le François aus der Normandie, die nach dem Edikt von Nantes aufgrund ihres calvenistischen Glaubens nach Deutschland kam und am 21. März 1774 in Wien in der Reichsadelsstand gehoben wurde. Er war ein Sohn des preußischen Generalmajors Bruno von François (1818–1870) und dessen Ehefrau Marie, geborene Wentzel (1829–1909). Unter seinen sechs Geschwistern befanden sich die Offiziere der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika Curt (1852–1931) und Hugo von François (1861–1904) sowie der preußische General der Infanterie Hermann von François (1856–1933). Der preußische Generalleutnant Karl von François (1785–1855) war sein Großvater.
Militärkarriere Nach dem Besuch des Kadettenkorps wurde François am 11. April 1867 als charakterisierter Portepeefähnrich dem 4. Posenschen Infanterie-Regiment Nr. 59 der Preußischen Armee überwiesen und avancierte bis Anfang Juli des Folgejahres zum Sekondeleutnant. Zu Beginn des Krieges gegen Frankreich nahm er Anfang August 1870 an der Schlacht bei Weißenburg teil und wurde in der Schlacht bei Wörth durch einen Streifschuss am rechten Fußknöchel sowie einen Fleischschuss am rechten Oberschenkel verwundet. Für sein Wirken mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet, nahm François im weiteren Kriegsverlauf als Bataillonsadjutant an der Schlacht bei Sedan sowie der Belagerung von Paris mit den Kämpfen am Petit Bicêtre und Mont Valérien teil.
Nach dem Krieg zog er sich Ende Mai 1872 bei einem Pferderitt einen Splitterbruch des rechten Unterschenkels zu. Daraufhin war er vom 15. November 1873 bis zum 7. September 1875 zur Schloßgarde-Kompanie kommandiert. Zwischenzeitlich war François auch als Hospitant an der Kriegsakademie tätig und stieg Mitte Oktober 1874 zum Premierleutnant auf. Am 1. Oktober 1875 folgte seine Kommandierung zur Dienstleistung als Erzieher am Berliner Kadettenhaus. Unter Belassung in diesem Kommando wurde er am 15. August 1878 à la suite seines Regiments gestellt und Mitte Juni 1883 zum überzähligen Hauptmann befördert. Mit der Einrangierung in das Kadettenkorps versetzte man François am 14. Juli 1883 als Kompaniechef nach Wahlstatt in das dortige Kadettenhaus. Als Kompaniechef im 2. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 28 trat er am 18. Februar 1886 in den Truppendienst zurück und wurde mit der Beförderung zum überzähligen Major am 24. März 1890 dem Jäger-Bataillon Nr. 10 aggregiert. Ende des Jahres erhielt François die Erlaubnis für einen mehrmonatigen Urlaub, um die Kolonie Deutsch-Südwestafrika zu bereisen.
Ab dem 16. Mai 1891 versah François Dienst im Füsilier-Regiment „Königin“ (Schleswig-Holsteinisches) Nr. 86 und wurde drei Monate später zum Bataillonskommandeur ernannt. In gleicher Eigenschaft erfolgte am 15. Juli 1893 seine Versetzung in das Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3. Unter Beförderung zum Oberstleutnant schloss sich am 16. Juni 1896 eine Verwendung als etatmäßiger Stabsoffizier im 8. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 70 in Saarbrücken an. Vom 27. Januar 1899 bis zum 21. April 1902 war François Oberst und Kommandeur des in Mainz stationierten 2. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88. Anschließend wurde er unter Verleihung des Charakters als Generalmajor zum Kommandanten von Thorn ernannt. In dieser Stellung erhielt François im September 1903 die Erlaubnis zur Annahme des Komturkreuzes II. Klasse des Albrechts-OrdensMilitär-Wochenblatt. Nr. 107 vom 26. September 1903, S. 2531. und anlässlich der Ordensfeste wurde er im Januar 1904 mit dem Kronen-Orden II. Klasse und zwei Jahre später mit dem Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub ausgezeichnet.Militär-Wochenblatt. Nr. 9 vom 21. Januar 1904, S. 199.Militär-Wochenblatt. Nr. 11 vom 1906, S. 217. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde er am 10. April 1906 mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.
Familie François hatte sich am 20. September 1892 in Görlitz mit Elisabeth von Petery (1863–1923) verheiratet. Aus der Ehe gingen die drei Söhne Bruno (1893–1914), Karl (1895–1918) und Wilhelm (1898–1915) hervor, die alle als Leutnante im Ersten Weltkrieg starben.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1930. Zweiundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1929, S. 248.
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1907. Erster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1906, S. 188. (Digitalisat) Offizier-Stammliste des Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3. Mittler & Sohn, Berlin 1910, Zweite Auflage, S. 186.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalmajor (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Komtur 2. Klasse) Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Person (Toruń) Alfred Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1849 Kategorie:Gestorben 1911 Kategorie:Mann