mini|Landhotel Zum Schwanen, 2012 Das Landhotel Zum Schwanen ist ein denkmalgeschützter Vierseithof in Osthofen.
Lage Das Hotel befindet sich in der Friedrich-Ebert-Straße 40 in Osthofen.
Geschichte Bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg trug ein Anwesen an dieser Stelle den Namen „Zum Schwan“. Erstmals namentlich erwähnt wird das Landhotel Zum Schwanen im Jahr 1818 unter dem Namen „Gasthaus Zum Schwan“, welches vom damaligen Inhaber Wendelin Best, einem Gutsbesitzer und Bierbrauer, im gleichen Jahr neu errichtet wurde. Das Gasthaus wurde schnell zum lokalen Treffpunkt, da neben dem Verzehr von Speisen auch Billard gespielt und getanzt wurde. Zudem wurden auch Konzerte veranstaltet, an denen auch Bests Enkel Wendelin Weißheimer beteiligt war.
Ursprünglich war das Gehöft an die Gemeinde Osthofen vererbt worden, um eine Betreuungsstätte für alte und kranke Menschen einzurichten. Da dies jedoch nicht erfüllt werden konnte, diente das Gebäude bis 1998 den verschiedensten Zwecken, darunter als Schule, Gefangenenlager, Kino und Altkleiderkammer. 1998 erwarb das Ehepaar Berkes das Gehöft und baute es zu einem Landhotel mit Weinrestaurant um. Im April 2016 wechselte das Landhotel erneut den Besitzer; anschließend erfolgten weitere Sanierungsarbeiten. 2023 wurde der gastronomische Betrieb unter neuer Leitung weiterentwickelt. Das Anwesen wird heute weiterhin als Hotel und Restaurant genutzt.
Baubeschreibung Der Gebäudekomplex geht auf eine geschlossene fränkische Hofreite zurück, deren historischer Kern auf 1818 datiert wird. Das Jahr der Erbauung sowie die Initialen des Erbauers sind mittig des Torbogens des Haupthauses festgehalten. Die Anlage ist um einen Innenhof gruppiert. Dieser wird durch das traufenständige Haupthaus, Stallungen und weitere Nebengebäude sowie ein quer stehendes Wirtschaftsgebäude auf der Rückseite begrenzt.
Das zur Straße orientierte Hauptgebäude wird als barocker Bau bezeichnet. Es ist zweigeschossig, hat 8 Achsen und ist mit einem Walmdach gedeckt. Im Erdgeschoss öffnen sich ein breites, für die Durchfahrt von Fuhrwerken geeignetes Korbbogenportal, sowie eine weitere, schlichte Tür. An das Haupthaus schließen sich mehrere Wirtschafts- und Nebengebäude an, darunter ehemalige Stallungen und Remisen, die heute teilweise für die Hotelnutzung verwendet werden. Die historische Hofstruktur ist trotz mehrfacher baulicher Veränderungen und späterer Ergänzungen bis heute weitgehend erkennbar.
Eine besondere architektonische Bedeutung besitzt ein ehemaliger Stall im Seitentrakt der Hofanlage. Der Raum wurde 1832 mit einem aus Backsteinen ausgeführten Kreuzgratgewölbe ausgestattet, das auf mehreren Sandsteinsäulen ruht. Der heute als „Schwanensaal“ bezeichnete Raum wird für Veranstaltungen genutzt. In der lokalen Überlieferung wird er als „Kuhkapelle“ bezeichnet und als älteste erhaltene „Kuhkapelle“ Rheinhessens bezeichnet.
Ein weiterer Bestandteil der Hofanlage ist ein historisches Wirtschaftsgebäude beziehungsweise eine Scheune, die im Laufe ihrer Geschichte unterschiedlichen Nutzungen diente und später zu einem Veranstaltungssaal umgebaut wurde. Im Zuge der Sanierung des Ensembles wurde der historische Gebäudebestand durch neue Bauteile ergänzt und für die heutige Nutzung als Hotel-, Gastronomie- und Veranstaltungsstandort umgestaltet.
Das heutige Erscheinungsbild des Landhotels ist somit durch das Nebeneinander verschiedener Bau- und Nutzungsphasen geprägt. Neben dem historischen Haupthaus und den Wirtschaftsgebäuden sind insbesondere die geschlossene Hofstruktur und das kreuzgratgewölbte ehemalige Stallgebäude prägende Elemente der Anlage.
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Osthofen Kategorie:Hotel in Rheinland-Pfalz Kategorie:Bauwerk in Osthofen Kategorie:Gehöft in Rheinland-Pfalz Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Alzey-Worms Kategorie:Ersterwähnung 1818