Stackelbergomyia arenaria ist ein Zweiflügler aus der Unterfamilie der Wanzenfliegen (Phasiinae). Die Art wurde von dem russischen Entomologen Boris Borissowitsch Rodendorf 1948 erstbeschrieben und der neu geschaffenen Gattung Stackelbergomyia zugewiesen. Das lateinische Art-Epitheton arenaria bedeutet „Sandstein“. Der Gattungsname ehrt den russischen Entomologen Alexander Alexandrovich Stackelberg (1897–1975). Der zweite Wortteil des Gattungsnamens, myia, kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Fliege“. Typlokalität von Stackelbergomyia arenaria ist ein vegetationsarmes Gebiet mit verfestigten Sanden bei Astrachan im Wolgadelta im Süden Russlands. Die Typenreihe (4 Männchen, 1 Weibchen) wurde damals auf dem nackten Boden gefangen.
Taxonomie Rohdendorf hatte für die Art ursprünglich eine eigene Familie Stackelbergomyiidae vorgeschlagen. Der deutsche Entomologe Benno Herting (1923–2004) untersuchte 1981 ein männliches Exemplar und ordnete die Gattung der Tribus Catharosiini innerhalb der Phasiinae und Tachinidae zu.
Merkmale Es handelt sich um 2–3 mm lange Fliegen. Im Folgenden eine Merkmalskombination für die Gattung Stackelbergomyia nach Cerretti et al. (2012). Der Habitus der Fliegen ähnelt dem von Buckelfliegen (Phoridae). Die Fühler sind tief in den Fühlergruben eingesenkt, zumindest die basale Hälfte des Postpedicellus ist im Pedicellus verborgen. Die Länge von Flügelrandabschnitt cs3 entspricht nur einem Viertel von cs4. Die Flügelader R1 ist dorsal beborstet. R4+5 ist bis zur Querader R-M beborstet. Die Klauen sind fehlend oder stark reduziert. Die Segmente 1–4 der vorderen Tarsen sind jeweils mit einer kräftigen Borste versehen. Der Hinterleib der Weibchen weist keine Zangen auf.
Verbreitung Das Vorkommen von Stackelbergomyia arenaria erstreckt sich auf Turkmenistan sowie auf die Region des Wolgadeltas in Südrussland.
Lebensweise Stackelbergomyia arenaria gilt aufgrund seiner Tribuszugehörigkeit als ein Endoparasitoid von Wanzen. Im Gegensatz zu den Catharosia-Arten lebt Stackelbergomyia arenaria offenbar in unmittelbarer Nähe des Erdbodens. Die Anpassungen der Beine und weiterer Körperteile deuten auf eine grabende Lebensweise hin.
Einzelnachweise
Kategorie:Raupenfliegen Kategorie:Tachinidae Kategorie:Parasit bei Wirbellosen