Yaron Windmüller (; * 25. Mai 1956 in Israel) ist ein israelisch-deutscher Sänger (Bariton) und Gesangspädagoge.
Leben Windmüller wurde als Sohn deutscher Emigranten in Israel geboren. Nach einer Ausbildung in Malerei und Klavier studierte er in Tel Aviv, München und Italien Gesang u. a. bei Ernst Haefliger und Malcolm King. Er begann seine Laufbahn 1981 in den Opernstudios der Bayerischen Staatsoper und debütierte als Opernsänger 1982 beim Spitalfields Festival in London in einer Produktion von Christoph Willibald Glucks Armide von Wolf Siegfried Wagner mit dem Dirigenten Richard Hickox.
Von 1986 bis 1992 war er Ensemblemitglied des Staatstheaters am Gärtnerplatz und gastierte daneben am Staatstheater Braunschweig und am Theater Augsburg. International trat er u. a. an Opernhäusern in London, Leeds, Tel Aviv, Wellington und Tokio auf unter der Leitung von Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Zubin Mehta, Gary Bertini, Helmuth Rilling, Christoph Eschenbach, Günther Herbig und Peter Eötvös und Opernregisseuren wie Jaroslav Chundela, Stephen Lawless, Tadashi Suzuki und Peter Baumgardt. Zu seinen Rollen zählten u. a. der Kowaljow in Dmitri Schostakowitschs Die Nase, Orfeo in Orfeo ed Euridice von Gluck, Marcello in La Bohème und Belcore in L'Elisir d'Amore (an der New Israeli Opera), Edgar in der Uraufführung von Toshio Hosokawas Vision of Lear (Münchner Biennale 1998) und die Titelrolle in Bernd Frankes Mottke der Dieb bei der Uraufführung an der Oper Bonn 1998.
Er sang die Welturaufführung von Aribert Reimanns Kumi ori und mit den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Sergiu Celibidache Bachs h-Moll-Messe, Frank Martins Sechs Monologe aus Jedermann und das Deutsche Requiem von Johannes Brahms. In Antwerpen und Brüssel sang er Antonín Dvořáks Biblische Lieder mit dem Royal Flanders Philharmonic Orchestra, außerdem wirkte er bei zahlreichen Musikfestivals in Europa und Israel mit.
Als Liedsänger trat Windmüller u. a. mit Christoph Eschenbach, Robert D. Levin und Axel Bauni auf. 1994 unternahm er eine Deutschlandtournee mit dem Liedzyklus Die schöne Magelone von Johannes Brahms. Auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik sang Windmüller Uraufführungen von Werken Aribert Reimanns, Wolfgang Rihms, Günter Bialas’ und Hans-Jürgen von Boses. Orfeo produzierte 1995 mit ihm und Bauni am Klavier eine Aufnahme der gesamten Lieder von Viktor Ullmann. Weiterhin nahm er u. a. Darius Milhauds Service Sacré, Moritz Eggerts Neue Dichterlieben, Lieder von Wolfgang Rihm, Théodore Gouvy und Boris Blacher, Günter Bialas’ Aus der Matratzengruft und Giuseppe Verdis Simone Boccanegra auf.
Seit 1997 ist Windmüller Professor für Musik und Theater an der Universität des Saarlandes. Zwischen 2001 und 2004 leitete er außerdem des Opernstudio der Israeli Opera. Zu seinen Schülern zählen der Tenor Thomas Dorn und der Bariton Michael Marz. Mit dem Neurologen Matthias Strittmatter und dessen Frau Susanne Strittmatter schrieb er das Buch Fallende Sterne. Chronologie eines unplötzlichen Kindstods (2024) über das Schicksal seines Cousins Maurice, der 1944 im Alter von einem Jahr im KZ Auschwitz ermordet wurde.Literaturland Saar: Yaron Windmüller
Quellen
Operissimo: Windmüller, Yaron Naxos: Yaron Windmüller Milken Archive: Yaron Windmueller
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Einzelnachweise
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