Der Regelbau 621 ist ein standardisierter Bautyp von Bunkern innerhalb des Regelbau-Programms der Wehrmacht.
Aufbau mini|Grundriss des Regelbau 621 Der Regelbau 621 befand sich fast vollständig unter der Erde, lediglich der Ein- und Ausgangsbereich wurden frei gehalten. Für den Bau wurde eine Grundfläche von 9,80 m, mal 9,60 m ausgehoben, wobei ein Aushub von 1000 m³ zusammenkam. Der Bau selber bestand aus 410 m³ Beton und 20 t Stahl. Nachdem der Bau fertiggestellt worden war, ragte ein Stück des 2 m dicken Daches aus Stahlbeton aus der Erde hervor. Um den Schutz weiter zu erhöhen und die Sichtbarkeit zu verringern, wurde ein Teil der ausgehobenen Erde auf das Dach und den vorderen Bereich verteilt. Der freigelassene Eingang wurde mithilfe eines Tarnnetzes abgedeckt. Rechts neben dem rechten Ausgang befand sich ein kleiner Beobachtungsstand.
Um in den Regelbau 621 hineinzukommen, gab es zwei Ein- und Ausgänge nebeneinander mit einem Abstand von 4,20 m. Hinter den Eingangstüren ging es über Treppenstufen knapp 2 m nach unten und man erreichte eine Entgiftungskammer, welche mit je einer Schießscharte abgesichert wurde. Um weiter in den Bunker zu gelangen, ging man von beiden Seiten aus in eine Gasschleuse und von dort aus in den Bereitschaftsraum für zehn Soldaten. Dieser war, neben maximal zehn Betten, mit Tischen, Stühlen und weiterem Zubehör ausgestattet wie einem Ofen und Geschirr.
Aufgabe Der Regelbau 621 war ein Gruppenunterstand zur sicheren Unterbringung einer Gruppe. Der Unterstand diente zudem für die Unterbringung anderer Kräfte wie Geschützbedienungen oder als Zugbefehlsstand. Vorgesehen war der Einbau von maximal zehn Betten, welche der damaligen Gliederung einer Gruppe entsprach. Dadurch hatte jeder Soldat im Unterstand mindestens 2 m² Grundfläche.
Einsatz mini|Außenansicht des Eingangsbereichs eines Regelbau 621 in Strzelecka, Polen Der Regelbau 621 war universell einsetzbar und wurde an allen Frontabschnitten errichtet. So kann man noch heute überall in Europa Bunker dieses Typs finden. Unter anderem als Unterkunft für Geschützmannschaften an folgenden Orten: bei der Festung Fjell, genutzt von der Marine-Küstenbatterie 11./504 Fjell auf der norwegischen Insel Marøy, genutzt von der Heeres-Küstenbatterie 38./977 Maröy beim Dorf Bud (Norwegen), genutzt von der Heeres-Küsten-Batterie 17./976 Bud bei der Ortschaft Kvalvik, genutzt von der Heeres-Küsten-Batterie 3./976 Kvalvik bei der norwegischen Kommune Nesna, genutzt durch die Heeres-Küsten-Batterie 19./974 Nesna auf der Insel Ulvingen, genutzt durch Heeres-Küsten-Batterie 31./974 Ulvingen auf der dänischen Insel Fanø, genutzt durch die Flakbatterie Fanø-Nord im dänischen Ort Stauning in der Normandie am Pointe du Hoc
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bunker im Nationalsozialismus Kategorie:Bunkertyp Kategorie:Typenbau