mini|Das Grab der Tänzerin Beatriz Consuelo (1932–2013) auf dem Cimetière des Rois in Genf, Schweiz.Beatriz Consuelo (* 23. Dezember 1932 in Porto Alegre; † 7. März 2013 in Genf) war eine brasilianische Tänzerin. Sie ist die Mutter von Frédéric Gafner (Foofwa d'Imobilité).
Biografie Beatriz Consuelo begann, ermutigt durch ihre Eltern, im Alter von sechs Jahren ihre Tanzausbildung unter Antonia "Tony" Seitz Petzold, eine deutsche Immigrantin. 1944 organisierte Seitz Petzold eine Gala im Teatro São Pedro, bei welcher Consuelo die Hauptrolle tanzte. Ab 1947 tanzte Consuelo als Primaballerina am Teatro Municipal in Rio de Janeiro, erst unter Ballettmeisterin Nina Verchinina und später unter Tatiana Leskova. Sie kehrte als Gast in den Spielzeiten 1961/62, 1963/64 und 1965/66 nochmal ans Teatro Municipal zurück.
1953 reiste sie nach Europa und trat dort dem Grand Ballet du Marquis de Cuevas bei, wo sie innerhalb eines Jahres zu einer Solistin wurde. Sie arbeitete dort unter anderem mit Bronislava Nijinska, John Taras, Félia Doubrovska und Edward Caton zusammen und tanzte mit Tänzern wie Serge Golovine (Der Nussknacker, 1958, und La Somnambule, 1959). 1959 stieg sie zur „Étoile“ auf, der höchstgestellten Tänzerin in der Hierarchie grosser Ballettgruppen.
Als die Gruppe 1962 aufgelöst wurde, wechselte sie zum Grand Théâtre de Bordeaux. 1964 lud Serge Golovine sie zum Ballett des Grand Théâtre de Genève ein, wo sie bis 1969 tanzte. In diesem Jahr, mit der Geburt ihres Sohnes, zog sie sich von der Bühne zurück.
Anschliessend wandte sie sich der Pädagogik zu und übernahm 1969, gemeinsam mit Alfonso Cata, die Leitung der École de Danse de Genève des Grand Théâtre Genf. 1975, als die Schule privat wurde, übernahm sie die alleinige Leitung. Zwischen 1979 und 1982 war Beatriz Consuelo zusätzlich als Lehrerin beim Prix de Lausanne tätig, agierte als Jurymitglied des Internationalen Choreographie-Wettbewerbs in Nyon (Concours international du choréographie de Nyon) von 1975 bis 1982 und des sechsten Eurovision-Turniers junger Tänzerinnen und Tänzer in Lausanne 1995. 1980 gründete sie das Ballet junior de Genève, welches als Einstieg in das Berufsleben von jungen Talenten dient. Damit gehörte sie zu den ersten in Europa, die ein professionelles Ausbildungszentrum für zeitgenössischen Tanz ins Leben rief. Des Weiteren unterrichtete sie Tanz am Musikkonservatorium von Lyon (1992–1993).
Auszeichnungen Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1956 den Verdienstorden «Carlos Gomes». 1975 wurde sie für ihr Lebenswerk zum Grossmitglied des Rio-Branco-Ordens ernannt. 2003 wurde ihr der Preis der Stadt Genf in der Kategorie «Darstellende Künste» verliehen.
Archiv Der Nachlass von Beatriz Consuelo befindet sich bei der Stiftung SAPA (Swiss Archive of Performing Arts) in Lausanne.
Literatur Benjamin Chaix: Beatriz Consuelo: Née sous une bonne étoile. Editions Slatkine, Genève 2004. Lisa de Rycke: Beatriz Consuelo. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Dictionnaire du théâtre en Suisse. Chronos Verlag, Zurich 2005, Band 1, S. 406–407.
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Einzelnachweise
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