mini|Stevie Floyd im Jahr 2010 in Madrid mit Dark Castle Stevie Floyd (geboren am 27. April 1982 in Florida) ist eine US-amerikanische Gitarristin, Sängerin, Songwriterin, bildende Künstlerin und Tätowiererin. Bekannt wurde sie vor allem als Mitbegründerin und kreativer Mittelpunkt des Death-Doom-Duos Dark Castle aus St. Augustine, Florida.

Leben Stevie Floyd wurde am 27. April 1982 in Florida in ein künstlerisch tätiges Elternhaus geboren. Entsprechend befassten sie und ihr Bruder sich bereits als Kinder mit Musik und Kunst. So berichtete sie von Klavierunterricht in jungen Jahren und einer Kindheit zwischen Pinseln und Leinwänden. Sie gab an, dass ihr Vater als Grafikdesigner und Künstler arbeitete, der Cover für Progressive-Rock-Bands der 1970er Jahre entwarf. Zeitweise sang sie in einem tourenden Kirchenchor. Bereits als Jugendliche spielte sie in ersten Metalbands. Mitunter war sie vorrübergehnd Teil der Band Cystic Dysentery, bevor diese debütierte. Vor ihrer Popularität als Musikerin, arbeitete sie als Tätowiererin und freischaffende Künstlerin.

Als Erwachsene zog Floyd nach Portland, Oregon. Aus einer Beziehung mit dem Musiker Jef „Wrest“ Whitehead von Leviathan, Lurker of Chalice und Twilight stammt die gemeinsame Tochter Grail, die um den Jahreswechsel 2014/2015 geboren wurde. Mit ihrer Schwangerschaft zog sie sich vorerst aus dem Tourleben zurück und konzentrierte sich stärker auf Familie und bildnerische Arbeit. Musikalische Aktivitäten führte sie vornehmlich in Form von Studioprojekten fort.

Musikalische Karriere Bekannt wurde Floyd mit dem 2005 gegründeten Duo Dark Castle. Das Duo spielte psychedelisch beeinflussten Death Doom und veröffentlichte zwischen 2007 und 2011 eine EP und zwei Alben, die international hohe Anerkennung erfuhr. So nannte unter anderem das Musikmagazin Visions Dark Castle im Jahr 2010 einen aufstrebenden Newcomer der amerikanischen Metalszene. Tourneen mit Gruppen wie Rwake, Torche, Black Cobra, Kylesa, EyeHateGod, White Mice und Liturgy erhöten die Bekanntheit der Gruppe. Während der Tournee mit EyeHateGod entstand der Dokumentarfilm des Rwake-Sängers David Lipke Slow Southern Steel über die Doom-Metal-Szene der amerikanischen Südstaaten, für welchen neben EyeHateGod, Phil Anselmo, Hank Williams III und Weedeater auch Dark Castle präsentiert und interviewt wurden. Nach der Veröffentlichung von Surrender to All Life Beyond Form im Jahr 2011 folgten keine weiteren Aktivitäten mit Dark Castle.

Unter dem Namen Nåtür veröffentlichte sie 2009 eine selbst-betitelte EP als CD-R im Selbstverlag, die zwei Jahre später als MC über das Label Primal Vomit Records erschien. Gemeinsam mit Mike Scheidt von Yob veröffentlichte sie unter dem Namen Spirit Ritual ein Album im Jahr 2010. Nach ihrem Umzug nach Oregon 2011 begann Floyd, mit der Schlagzeugerin Ashley Spungin unter dem Projektnamen Taurus zu arbeiten. Während sie mit Projekten wie Nåtür und Spirit Ritual nur Einzelveröffentlichungen im Selbstverlag herausgab führte sie die Arbeit mit Taurus fort. Die erste Veröffentlichung des Duos erschien im Jahr 2012 unter dem Titel Life. Zwei Jahre später erschien das Album No/Thing, das als kreativer Höhepunkt des Projekts gilt. Mit Narrow Pathe beteiligte sich Floyd hinzukommend an einem von Black-Metal-Projekt mit „Wrest“. Auch dies Projekt veröffentlichte eine EP im MC-Format ohne Label.

Künstlerische Karriere Die schon vor ihrer musikalischen Karriere als Tätowiererin aktive Floyd gestaltete mehrere Tonträger und Merchandise-Artikel. Darunter für alle Gruppen mit ihrer musikalischen Leitung und ihre Solo-Projekte sowie für weitere Gruppen wie Yob, Leviathan, Tithe, Atriarch und Abigail Williams. Als Designerin betrachtet sie Album, Texte und Artwork als zusammengehöriges Gesamtkunstwerk. Außerdem arbeitete sie durchgehend als Tätowiererin und tätowierte unter anderem den linken Arm von Pete Adams, dem ehemaligen Gitarristen von Baroness.

Einflüsse und Stil Charakteristisch für die um Spiritualität bemühte Floyd ist das Streben nach einer Verbindung aller Sinne in der Konzeption eines künstlerischen Produktes. Musik, Text und Bild sollen als Einheit fungieren. So bezeichnet sie ihre Texte als spirituell und spontan. In ihrem musikalischen Wirken sind extrem tiefe Gitarrenstimmungen, eine Mischung aus Growls und rauem Klargesang sowie die Nutzung ungewöhnliche Skalen, die teilweise von indischer oder arabischer Musik inspiriert sind markant. Ihr Stil wird entsprechend als Mischung aus Sludge, Death Doom, Drone Doom und Psychedelic Rock wahrgenommen. Mit Kleinprojekten wie Natür widmete sie sich hingegen experimenteller Musik und Ambient. Als wichtige Einflüsse nennt sie unter anderem Death, Morbid Angel, Black Sabbath und experimentelle Rockmusik. Den größten musikalischen Einfluss schreibt sie dabei dem Gitarristen Chuck Schuldiner zu. Schuldiner benennt sie auch bei ihren lyrischen Einflüssen, neben Mike Scheidt von Yob.

Weblinks

Stevie Floyd bei Discogs

Einzelnachweise

Kategorie:Metal-Sänger Kategorie:Metal-Gitarrist Kategorie:Sludge-Musiker Kategorie:Death-Doom-Musiker Kategorie:Drone-Doom-Musiker Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Frau Kategorie:Metal-Illustrator Kategorie:Tätowierer