Anna Maria Elisabeth Carolina Port (Vorname auch Carola;Carola Port. In: Neue Zürcher Zeitung. Erstes Morgenblatt. Nr. 799, 25. Juni 1915, S. 2 (online). Nachname während ihrer Ehe Dodel-Port; * 14. Mai 1856 in Schweighofen oder Wien; † 20. Juni 1915 in Lugano) war eine in Zürich tätige wissenschaftliche Illustratorin, Restauratorin und Bildhauerin.

Leben und Werk Carolina Port wurde 1856 als Einzelkind in Schweighofen oder Wien geboren. Ihr Vater war Beamter der Kaiser Ferdinands-Nordbahn in Wien. Über Ports Jugend ist kaum etwas bekannt. Im Matrikelbuch der Universität Zürich wird als ihr Herkunftsort Ludwigsburg und unter «Angaben zur Vorbildung» Wien vermerkt.

Da Frauen im deutschsprachigen Raum damals erst an der Universität Zürich für ein Studium zugelassen waren, nahm Port dort im Wintersemester 1874 als 18-Jährige ein Studium der Naturwissenschaften auf. Am 15. September 1875 heiratete sie den dreizehn Jahre älteren Schweizer Privatdozenten für Botanik Arnold Dodel. Der Fall einer «Verlobung einer Studentin mit ihrem Professor» sorgte über die Schweizer Grenzen hinaus für Aufsehen. Die Wiener Tageszeitung Die Presse spottete etwa:

Carolina Dodel-Port studierte zunächst weiter und hörte im Sommersemester 1876 drei Kollegien bei ihrem Mann. Nach der Geburt ihres einzigen Kindes Olga Dodel im Sommer 1876Todesanzeige. In: Neue Zürcher Zeitung. Zweites Blatt. Nr. 75, 17. März 1886, S. 4 (online).Hervorragende Grabmäler auf Zürcher Friedhöfen. In: Tages-Anzeiger. Nr. 256, 31. Oktober 1903, S. 7 (online). verliess sie die Universität im Dezember 1877 ohne Abschluss. Sie half ihrem Gatten bei seinen wissenschaftlichen ArbeitenFrau Carola Port †. In: Tages-Anzeiger. Nr. 147, 26. Juni 1915, S. 21 (online). und gab mit ihm zwischen 1878 und 1883 einen botanischen Atlas heraus, für den sie zahlreiche Illustrationen anfertigte.Arnold Dodel-Port, Carolina Dodel-Port (Hrsg.): Erläuternder Text zum Anatomisch-physiologischen Atlas der Botanik für Hoch- und Mittelschulen. J. F. Schreiber, Esslingen a. N. 1878–1883. Ausserdem besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Zürich-Selnau.† Frau Carola Port. In: Zürcher Wochen-Chronik. Nr. 27, 3. Juli 1915, S. 245 f. (online). Im März 1886 starb ihre Tochter nach kurzer Krankheit im Alter von neun Jahren. Die Ehe wurde am 4. Dezember 1890 am Bezirksgericht Lugano geschieden.

mini|hochkant|Das von Port geschaffene Grabmal ihres Lehrers Joseph Regl, 1911, Friedhof Sihlfeld, Zürich Während sich Arnold Dodel am 25. September 1891 mit seiner Assistentin Luise Henriette Müller verheiratete, begab sich Port 1891 für zwei Jahre nach Wien und widmete sich ganz der Kunst. 1893 kehrte sie nach Zürich zurück, wo sie sich «sehr heimisch fühlte», und wurde Assistentin ihres Lehrers an der Kunstgewerbeschule, Joseph Regl. Für ihn restaurierte sie zahlreiche Exponate des Landesmuseums, unter anderem Gemälde und Fahnenmalereien, und arbeitete an seinen bildhauerischen Werken mit, auch noch nachdem er 1906 seine Lehrtätigkeit aufgegeben hatte. Als Regl im April 1911 starb, schuf sie sein Grabdenkmal auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich. Das im Stil des Neobarocks gestaltete Monument enthält eine Reliefbüste Regls und als Künstlerwappen einen Ouroboros, der drei leere Schilde umkreist. Obwohl die Bestattungsart in Zürich verboten war, wurde ein Gruftdeckel verwendet.Regula Michel: Der Friedhof Sihlfeld in Zürich-Wiedikon (= Schweizerische Kunstführer. Serie 73, Nr. 723/724). Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2002, Nr. 10, S. 25.

Um sich von ihrem Asthma zu erholen, verbrachte Port die Wintermonate ab 1913 jeweils in Lugano. Dort starb sie am 20. Juni 1915 im Alter von 59 Jahren an einem Schlaganfall. Drei Tage später wurde ihr Leichnam an Regls Seite in Zürich beigesetzt.

Carola Port war bereits zu Lebzeiten kaum als Künstlerin bekannt, zumal sie hauptsächlich im Hintergrund für Regl arbeitete.

In der Ausstellung In Frauenhand | In Her Hand der Zentralbibliothek Zürich wurde 2025 auch Ports Tätigkeit als wissenschaftliche Illustratorin vorgestellt.

Literatur Carola Port. In: Neue Zürcher Zeitung. Erstes Morgenblatt. Nr. 799, 25. Juni 1915, S. 2 (online). Frau Carola Port †. In: Tages-Anzeiger. Nr. 147, 26. Juni 1915, S. 21 (online). † Frau Carola Port. In: Zürcher Wochen-Chronik. Nr. 27, 3. Juli 1915, S. 245 f. (online).

Weblinks Port (⚭ Dodel) (Frl.) Carolina. In: Matrikeledition der Universität Zürich

Einzelnachweise

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