Daniel Gottlieb Quandt (* 12. November 1762 in Leipzig; † 26. März 1815 in Prag) war ein deutscher Theaterdirektor, Schauspieler und Schriftsteller.Quandt, Daniel Gottlieb. In: Carl Maria von Weber / Gesamtausgabe (mit biografischen Daten u. Porträt); Paul Schlenther: Quandt, Daniel Gottlieb. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 27 (1888), S. 10f. (beides abgerufen am 5. August 2026)

Leben und Wirken Daniel Gottlieb Quandt studierte an der Universität Leipzig u. a. Philosophie, Mathematik und Evangelische Theologie und legte dort 1786 die Magisterprüfung ab. In der Zeit von 1787 bis 1793 betätigte er sich vor allem als Schauspieler und gehörte einer Reihe von Schauspielgesellschaften an, so u. a. in Köln, in Niedersachsen sowie in Magdeburg. In der Zeit zwischen 1794 und 1803 begann er selbst als Leiter von Schauspielgesellschaften und bewarb sich an verschiedenen Orten um Privilegien zur Theatergründung. Vor allem wirkte er in Bayreuth, Erlangen, Nürnberg, Bamberg, Würzburg und Prag. Für seine Unternehmungen benötigte er vermögende Geldgeber; meist hatten seine Aktivitäten nur eine relativ kurze Überlebensdauer. Nachdem er sich von 1804 bis 1807 wiederum als umherreisender Schauspieler betätigt hatte, betrieb er von 1807 bis 1810 weitere Unternehmungen in der Theaterleitung wie etwa in Bamberg, wo er in engerer Beziehung zu E.T.A. Hoffmann stand. Im Jahre 1810 beendete er seine Theaterkarriere und hielt sich zuletzt als Privatgelehrter in Prag auf. Zwischen 1811 und 1814 gab er den "Allgemeinen deutschen Theateranzeiger" heraus, dadurch stand er u. a. in Verbindung mit dem Komponisten Carl Maria von Weber.

Veröffentlichungen

Vorläufige Ideen über den wohlthätigen Einfluß einer sittlichen Schaubühne auf Geschmack und Volksbildung. In: Annalen des Theaters, Jg. 1796, H. 18, S. 3–14.

Vermächtniß eines alten Komödianten an seinen Sohn. Goldenes A.B.C. für Zunftgesellen des Theaters. Mit einem Kupferblatte. Schall, Breslau 1800 (Digitalisat). Versuch durch ein psichologisch-ästhetisches Gemeinprincip für wahre Menschendarstellung auf der Bühne, den Beruf zu ihr, aus ihren Forderungen herzuleiten. Grattenauer, Nürnberg 1803.

Literatur

Frank Ziegler: Quandt, Daniel Gottlieb. In: česká divadelní encyklopedie / Deutschsprachiges Theater (2013, Online).

Frank Ziegler: Daniel Gottlieb Quandt, Carl Maria von Weber und der Allgemeine deutsche Theateranzeiger. In: Weberiana, Bd. 24 (2014), S. 61–116 (Volltext).

Einzelnachweise

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