Das Amt Bremervörde war im Erzstift Bremen, Herzogtum Bremen-Verden und dessen Nachfolgestaaten bis zum Königreich Hannover ein Amt mit Sitz in Bremervörde.

Geschichte Bis etwa 1500 wurde die Erzbischöfliche Macht in Vörde durch einen Vogt ausgeübt. Danach setzte sich eine Amtsverfassung durch an dessen Spitze ein Amtmann oder Drost Stand. Die Burg Vörde war die wichtigste Burg des Erzstifts und auch über lange Zeit Sitz des Erzbischofs und dessen Verwaltung. Auch der Landdrost hatte hier im 16. Jahrhundert seinen Sitz.

Die Gerichtsfunktion des Amtes wurde in Landgerichten wahrgenommen. Vorsitzender war Ende des 16. Jahrhunderts der Landdrost, der Amtmann und einer der drei Kanzleisekretäre der Kanzlei wirkten als Beisitzer. Bei Abwesenheit des Landdrosten war der Amtmann Gerichtsherr. Auch im Botding in Stade, dem Obergericht über die Gräfengerichte im Alten Land und Kehringen, wirkte der Amtmann aus Vörde als Beisitzer mit.Kjäll A. Modéer: Gerichtsbarkeiten der schwedischen Krone im deutschen Reichsterritorium, Band 1, ISBN 91-85190-04-7, S. 74 f., Digitalisat

Der Umfang des Amtes ist im Vörder Register beschrieben.Beschreibung der Vogtei Vörde im Vörder Register. Genannt werden dort die Börden Oerel, Lamstedt, Mulsum, Bargstedt, Ahlerstedt, Oldendorf, Selsingen, Heeslingen, Sittensen, Elsdorf und Altenwalde, ferner der große Marschbezirk mit den Gerichten in den drei Kirchspielen Osten, Großenwörden und Horst, dem Gericht Vieland und dem Land Wursten.

1645 wurde das Erzstift von Schweden besetzt. Im Westfälischen Frieden erhielt Schweden das säkularisierte Erzstift Bremen und das Hochstift Verden zugesprochen und verwaltete dies im Herzogtum Bremen-Verden. Sitz der Zentralverwaltung wurde jedoch von Vörde nach Stade verlegt. Damit büßte das Amt Bremervörde seine besondere Bedeutung unter den Ämtern ein und wurde massiv verkleinert. Es umfasste nun nur noch den Flecken Vörde und die alte Börde Oerel sowie die Börde Lamstedt.

In dieser Form kam das Amt Bremervörde 1715 an Kurhannover. In der Franzosenzeit wurden die bisherigen Ämter aufgehoben und die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung umgesetzt. Für die Verwaltung entstand für die Zeit von 1811 bis 1814 der Kanton Bremervörde, im Arrondissement Stade im Département des Bouches de l’Elbe. Die Rechtsprechung ging an das Friedensgericht Bremervörde.

Nach der Niederlage der Franzosen fiel das Amt wieder an das Königreich Hannover. Dort wurde das alte Amt wieder eingerichtet. 1830 hatte das Amt 8919 Einwohner.Staats- und Adress-Kalender für das Königreich Hannover, 1830, S. 430, Digitalisat.

1852 wurde auch in Hannover die Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung durchgeführt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft. Die Rechtsprechung ging an das Amtsgericht Bremervörde, die Verwaltung blieb im Amt. Der Sprengel von Amtsgericht und Amt waren gleich und gegenüber dem bisherigen Amt erweitert. Das Amt Bremervörde umfasste danach das bisherige Amt Bremervörde, jedoch ohne die Gemeinden Basbeck, Hemm, Hemmoor und Warstade. Hinzu kamen die Ortschaften des Patrimonialgerichts Öse: Öse mit dem Gut Öse, Neu-Öse, Kluste und Poggemühlen.Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover, Band 3, 1852, S. 114, Digitalisat.

1885 wurde das Amt Bremervörde aufgelöst und der Kreis Bremervörde gebildet.

Amtmänner/Drosten Benedict von der Decken ()

Siehe auch Geschichte Bremervördes

Weblinks Geschichte beim Amtsgericht Bremervörde

Einzelnachweise

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