Wer einmal lügt. Ein Krimi aus Passau ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2026 von Regisseur Daniel Rübesam nach einem Drehbuch von Michael Vershinin und Robert Hummel mit Marie Leuenberger und Michael Ostrowski. Es ist die 11. Folge der ARD-Kriminalfilmreihe Ein Krimi aus Passau.

Handlung Adam Nolan, der Vater von Mia Bader, taucht nach 16 Jahren wieder in Passau auf. Frederike Bader hatte ihrer Tochter früher erzählt, dass ihr Vater sich verstecken müsse, weil er sich als Investigativjournalist Feinde gemacht hatte, die ihm nach dem Leben trachten. Mias Vater wird bald wegen Mordverdachts festgenommen. Bei dem Opfer handelt es sich um den Buchhändler Anton Hofer, der in der Altstadt ein Antiquariat betreibt. Adam Nolan hatte dort randaliert, als er sich nach dem bereits verkauften Buch Keltische Sagen und Märchen erkundigt hatte, das Mia gehört hatte und aus dem er ihr als Kind vorgelesen hatte. Er bestreitet allerdings die Tat. Vor dem Zeugenschutzprogramm hieß Mia Bader noch Lena Wessel und Frederike mit Vornamen Karin. Nolan wusste nichts vom Zeugenschutzprogramm und den neuen Identitäten. Allerdings hatte Mia eine Nachricht hinterlassen, dass sie in Passau sind.

Frederike gesteht ihrer Tochter, dass Adam ein Krimineller ist, der nicht nur in der Drogenszene recherchiert hatte, sondern sich mit den Dealern und Drogenbossen angefreundet hatte. Dann nahm er selbst Drogen und verschuldete sich dafür. Irgendwann war er einfach verschwunden. Kriminalhauptkommissar Stefan Piontek sieht sich im Hotel von Adam Nolan um und wird dabei von Ivana Radenkovic niedergeschlagen, die gemeinsam mit Adam im Hotel eingecheckt hatte. Radenkovic taucht daraufhin unter.

Anton Hofer hatte in den sozialen Medien ein Werk des Autors Franz Xaver Aigner verrissen, worauf sein Geschäftslokal mit Farbe beschmiert wurde. Testamentarisch hat er seine Mitarbeiterin Chloe Wagner als Erbin des Geschäftes bedacht. Hofer stand kurz vor der Pleite, bis Chloe ihn auf die Idee mit den Sozialen Medien brachte, wodurch neue Kunden kamen. Die Geschäftsräume waren allerdings nur gemietet.

Kriminalhauptkommissarin Grill verdächtigt Markus Aigner, den Enkel des Dichters Franz Xaver Aigner, den Farbanschlag auf Hofers Lokal verübt zu haben. Sein Großvater ist seit einem Schlaganfall im Pflegeheim, das Mobiltelefon von Markus war zur Tatzeit am Tatort eingeloggt. Markus gibt den Farbbeutelanschlag zu, bestreitet aber den Mord. Chloe Wagner wird vor ihrem Hochhaus tot aufgefunden. In ihrer Wohnung findet sich ein Abschiedsbrief, wonach sie Geld aus der Kasse nehmen wollte. Hofer habe sie dabei erwischt, sie habe ihn gestoßen, worauf er ums Leben kam. Sie könne mit dieser Schuld nicht mehr leben. Adam ist damit entlastet und wird freigelassen.

Zankl und Bader vermuten, dass das Geständnis von Chloe erzwungen wurde von jemandem, der die Freilassung von Adam erwirken wollte. Die Begleiterin von Adam wird anhand der Fingerabdrücke als Nermina Olic identifiziert. Sie war vor einigen Jahren eine große Nummer in der Berliner organisierten Kriminalität, Adam hatte über sie geschrieben. Olic konnte vor zehn Jahren aus einem Krankenhaus fliehen und ist nun in Passau mit Adam als Ivana Radenkovic aufgetaucht. Mia entwendet einen GPS-Tracker aus Zankls Detektei und versteckt diesen in der Jacke ihres Vaters.

Mia sucht ihren Vater auf, dem das Buch Keltische Sagen und Märchen als Schlüssel für einen Hexadezimalcode dient, der den Zugangscode zu einer Krypto-Wallet bildet. Adam schuldet Ivana einen großen Geldbetrag. Falls er diesen nicht zurückbezahlt, werden seine Frau und sein Sohn in Andalusien, wo er die letzten 16 Jahre verbracht hat, sterben. Nachdem Ivana den Zugang zur Krypto-Wallet erhält, kann sie von Bader und Zankl überwältigt werden und wird von der Polizei festgenommen.

Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten zur 11. Folge fanden unter dem Arbeitstitel Hinter den Hügeln vom 9. Oktober bis zum 9. Dezember 2025 gemeinsam mit der 10. Folge Verlorene Seelen statt, gedreht wurde in Passau, München und Umgebung. Produziert wurde der Film von der Hager Moss Film im Auftrag des Bayerischen Rundfunks und ARD Degeto, als Produzentin fungierte Diana Chylla.

Die Kamera führte Roland Stuprich, die Musik schrieben David Reichelt und David Schoch, die Montage verantwortete Heike Gnida und das Casting Franziska Aigner. Das Kostümbild gestaltete Andrea Spanier, das Szenenbild Söhnke Noé, den Ton Thorsten Bolzé und Hanna Brühwiler und die Maske Christine Bernrieder.

Veröffentlichung In der ARD Mediathek wurde der Film am 7. September 2026 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im Ersten folgte am 17. September 2026.

Rezeption Kritiken Volker Bergmeister vergab auf tittelbach.tv 4,5 von 6 Sternen. Die Folge setze den horizontalen Erzählstrang konsequent fort und komme trotz des düsteren Grundtons sehr spielerisch und unbeschwert rüber, und spannend sei es auch.

tvspielfilm.de bezeichnete die Folge als solide gebaute Krimikost mit Familiendrama-Unterbau. Nadja Sabersky als enttäuschte Tochter und Marie Leuenberger würden die emotionale Last überzeugend tragen, Raphaël von Bargen gebe den zweifelhaften Vater mit angenehmer Undurchsichtigkeit. Natürlich sei das alles etwas vorhersehbar, dabei kurzweilig inszeniert. Kein Meisterwerk, aber solide Unterhaltung für einen spannenden TV-Abend.

Oliver Armknecht bewertete die Folge auf film-rezensionen.de mit vier von zehn Punkten. Diese setze mehr auf Familiendrama als auf Rätsel. Der Fall an sich tauge nicht viel, ergibe nicht wirklich viel Sinn.

Einschaltquote Die Erstausstrahlung am 17. September 2026 im Rahmen des DonnerstagsKrimis im Ersten wurde in Deutschland von 5,20 Millionen Zuschauern verfolgt, was einem Marktanteil von 25,7 Prozent entsprach.

Weblinks

Wer einmal lügt auf br.de

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fernsehfilm (Das Erste) Kategorie:Kriminalfilm Wer einmal lugt