Die Ältern ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Sönke Wortmann aus dem Jahr 2026. Die Komödie basiert auf dem gleichnamigen Roman des Autors Jan Weiler, der gemeinsam mit Robert Gold auch das Drehbuch zum Film verfasste, und handelt von dem Schriftsteller Hannes, gespielt von Sebastian Bezzel, der zu einem Neuanfang gezwungen wird, als seine Frau und seine Tochter beschließen, aus dem gemeinsamen Zuhause auszuziehen.
Handlung Hannes Wenger lebt mit seiner Frau Sara und den beiden fast erwachsenen Kindern Carla und Nick in einem wohlhabenden Hamburger Stadtteil. Als erfolgreicher Schriftsteller einer Romanreihe hat er sich ein komfortables Leben eingerichtet und widmet sich hingebungsvoll seiner Familie. Doch als Nick Probleme mit dem Abitur bekommt und Carla ausziehen möchte, beginnt Hannes’ vertraute Welt ins Wanken zu geraten. Gleichzeitig stellt Sara ihre Ehe infrage und zieht schließlich gemeinsam mit Carla in eine eigene Wohnung. Auch beruflich erlebt Hannes einen Rückschlag, als sein Verlag beschließt, seine inzwischen wenig erfolgreiche Dunstkreis-Romanreihe nicht fortzusetzen.
Auf sich allein gestellt, muss Hannes sich fortan mit der ungewohnten Situation auseinandersetzen. Während Nick zunehmend selbstständig wird, versucht Hannes, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Beim Schwimmen lernt er die Wissenschaftlerin Vanessa kennen, zu der er eine Beziehung aufbaut. Vanessa wünscht sich eine eigene Familie und Kinder, gewinnt jedoch zunehmend den Eindruck, dass Hannes noch seinem früheren Leben nachtrauert und nicht bereit für einen Neuanfang ist. Gleichzeitig nimmt Hannes seine Arbeit wieder auf und begibt sich auf Lesereise, wodurch er zunehmend beginnt, seine bisherigen Vorstellungen von Familie und Leben zu hinterfragen.
Während Sara und Carla ihr eigenes Leben aufbauen, findet Hannes allmählich Gefallen an seiner neuen Unabhängigkeit. Die Begegnung mit Vanessa und die Veränderungen innerhalb seiner Familie führen ihm vor Augen, dass er sich zu sehr an seine Rolle als fürsorglicher Ehemann und Vater geklammert hat. Schließlich erkennt er, dass er den neuen Lebensabschnitt nicht als Verlust, sondern als Chance für einen persönlichen Neuanfang begreifen muss. Von Vanessas Wagemut und Unternehmungslust angesteckt, beschließt er nach Nicks Abiturfeier, einen lange gehegten Traum zu verwirklichen, und begibt sich allein auf eine Reise durch die Sahara.
Hintergrund Die Ältern basiert auf dem gleichnamigen Buch des Autors Jan Weiler, das 2020 im Piper Verlag erschien. Wie bereits die 2017 veröffentlichte Verfilmung Das Pubertier – Der Film geht auch die Vorlage auf Weilers Kolumne Mein Leben als Mensch zurück, die er in den Jahren zuvor in Zeitungen, auf seiner Website und als Podcast veröffentlichte und in mehreren Buchbänden zusammenfasste. Das Drehbuch erarbeitete Weiler gemeinsam mit Robert Gold. Bei der Entwicklung des Skripts wurden die beiden eng von Regisseur Sönke Wortmann unterstützt, der mit Weiler bereits an Eingeschlossene Gesellschaft (2022), der Adaption von Weilers gleichnamigen Hörspiel, zusammengearbeitet hatte.
Hergestellt wurde Die Ältern von Constantin Film. Als Produzenten fungierten Christoph Müller und Nurhan Şekerci-Porst, als Executive Producer Oliver Berben und Viola Jäger. Förderung erhielt der Film von der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der Film- und Medienstiftung NRW, der Filmförderungsanstalt (FFA), dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF) sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Dreharbeiten fanden im Frühling 2025 in Hamburg statt. Ein kleiner Anteil entstand wiederum in Köln. In der Hansestadt dienten unter anderem das Johanneum, die Bartholomäustherme als auch ein Wohnhaus im Stadtteil Volksdorf als Motiv.
Rezeption WDR 2-Kinokritikerin Andrea Burtz lobte Sebastian Bezzel, der Hannes „wunderbar schluffig“ verkörpere, kritisierte jedoch die teilweise wenig schlüssige Handlung. Die Lacher gingen meist auf Kosten des „trägen Mittfünfzigers“, der mit dem Auszug seiner Kinder und den Veränderungen in seinem Leben überfordert sei. Allerdings wirkten einige Handlungsmuster nur „behauptet“ und manche Stationen blieben „nah am Klischee“. Insgesamt tue auf Hannes’ „Heldenreise“ kaum ein Fehltritt oder Tiefschlag wirklich weh, weshalb auch die Freude am Ende „verhalten“ bleibe.
mini|hochkant|Hauptdarsteller Sebastian Bezzel erhielt vornehmlich positive Kritiken für sein Spiel in Die Ältern. Auch Christoph Petersen von Filmstarts lobte vor allem Bezzels „wunderbar schluffige Performance“, die seine Rolle des Hannes sofort sympathisch mache, und deklarierte die Komödie als „soldie“. Zwar greife Regisseur Wortmann auf einige bekannte Gags zu Gendern und Lebensmittelunverträglichkeiten zurück, insgesamt sei der Film jedoch „geradezu entwaffnend charmant“. Besonders Weilers „selbstironisch-entlarvende, charmant-uneitle“ Beobachtungen zum Empty-Nest-Syndrom und Bezzels staubtrockener Humor überzeugten.
epd Film-Kritiker Ulrich Sonnenschein kritisierte, dass der Film die Krise seines Protagonisten zu harmlos darstelle. Zwar gerate Hannes’ Alltag durch den Auszug von Frau und Tochter sowie das Ende seiner Buchreihe ins Wanken, doch bleibe die Handlung „so vorhersehbar“ und die Dialoge „flach und untertourig“. Sonnenschein bemängelte zudem, dass die Geschichte kaum echte Probleme zeige und Hannes’ Krise dadurch wenig glaubwürdig wirke, wodurch sich am Ende die Frage stelle, „was uns diese Geschichte eigentlich sagen soll“.
Elmar Krekeler, Redakteur bei Die Welt, kritisierte, dass der Film als „langsame und berechenbare“ Komödie über das Erwachsenwerden der Kinder und die damit verbundene Krise der Eltern nur wenig überzeuge. Zwar biete die Geschichte Potenzial für Ironie und schwarzen Humor, doch fehle es laut Krekeler an „Konsequenz, Gnadenlosigkeit“ und bissigem Witz. Stattdessen bediene sich der Film an „klischierten Figuren und Texten“, wodurch selbst Bezzel die schwachen Dialoge kaum retten könne.
Die Redaktion der Zeitschrift Cinema befand, dass Die Ältern nach Das Pubertier – Der Film bereits die „zweite missglückte Jan-Weiler-Verfilmung“ sei. Trotz Weilers Beteiligung am Drehbuch erreiche der Film weder die „subtile Ironie“ noch die „treffenden Pointen“ der Vorlage. Stattdessen kämpften sich die „seltsam gehemmt wirkenden Darsteller“ durch „hölzerne Dialoge“ und eine „holprige Nummernrevue“. Die verdrehten Sprichwörter seien dabei symptomatisch, denn in der Komödie „passt wirklich nichts zusammen“.
Veröffentlichung Die Erstaufführung von Die Ältern fand am 2. Februar 2026 im Kinopolis HafenCity in Hamburg statt. Kinostart war in Deutschland schließlich am 12. Februar 2026. Bis April 2026 konnte der Film rund 325.000 Besucher in die Kinos locken.
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Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Sönke Wortmann Kategorie:Literaturverfilmung