Das FFH-Gebiet Nördlicher Kraichgau ist ein im Jahr 2019 durch das Regierungspräsidium Stuttgart nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-7517-341) in Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe zur Festlegung der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung vom 12. Oktober 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019) wurde das Schutzgebiet ausgewiesen.

Lage Das 4943,24 Hektar große Schutzgebiet liegt zwischen Lobbach und Menzingen und gehört zu den Naturräumen des Kraichgau und der Hardtebenen. Es umfasst die Wiesen und Wälder zwischen Lobbach und Kraichtal.

Das Gebiet erstreckt sich über die Markungen von neunzehn Städten und Gemeinden im Landkreis Heilbronn, im Landkreis Karlsruhe und im Rhein-Neckar-Kreis:

Ittlingen: 49,7799 ha = 1 % Bad Schönborn: 348,4596 ha = 7 % Östringen: 945,8191 ha = 19 % Ubstadt-Weiher: 199,1198 ha = 4 % Angelbachtal: 149,3398 ha = 3 % Bammental: 49,7799 ha = 1 % Dielheim: 199,1198 ha = 4 % Eschelbronn: 49,7799 ha = 1 % Helmstadt-Bargen: 49,7799 ha = 1 % Lobbach: 49,7799 ha = 1 % Malsch: 149,3398 ha = 3 % Mauer: 49,7799 ha = 1 % Mühlhausen: 298,6797 ha = 6 % Neckarbischofsheim: 547,5794 ha = 11 % Rauenberg: 248,8997 ha = 5 % Sinsheim: 1194,7188 ha = 24 % Waibstadt: 199,1198 ha = 4 % Wiesloch: 99,5599 ha = 2 % Zuzenhausen: 149,3398 ha = 3 %

Beschreibung und Schutzzweck Laut Steckbrief handelt es sich um eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft in der feuchten Kinzig-Murg-Rinne und des Kraichgaus mit naturnahen Laubwäldern, Wiesenauen, naturnahen Fließgewässern und Steinbrüchen, orchideenreichem Magerrasen sowie großen zusammenhängenden Flachland-Mähwiesen in die Hohlwege eingebettet sind.

Lebensraumklassen (allgemeine Merkmale des Gebiets) (prozentualer Anteil der Gesamtfläche)

Angaben gemäß Standard-Datenbogen aus dem Amtsblatt der Europäischen Union

Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor: EU CodeLebensraumtyp (offizielle Bezeichnung)KurzbezeichnungHektar3150Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder HydrocharitionsNatürliche eutrophe Seen2,306210Naturnahe Kalktrockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia)Naturnahe Kalktrockenrasen und deren Verbuschungsstadien15,226510Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)Magere Flachland-Mähwiesen254,506410Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae)Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden0,736430Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen StufeFeuchte Hochstaudenfluren0,907220Kalktuffquellen (Cratoneurion)Kalktuffquellen0,218210Kalkfelsen mit FelsspaltenvegetationKalkfelsen mit Felsspaltenvegetation0,028220Silikatfelsen mit FelsspaltenvegetationSilikatfelsen mit Felsspaltenvegetation0,079110Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum)Hainsimsen-Buchenwald74,439130Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum)Waldmeister-Buchenwald1837,049160Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald51,889170Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald Galio-CarpinetumLabkraut-Eichen-Hainbuchenwald42,639180Schlucht- und Hangmischwälder Tilio-AcerionSchlucht- und Hangmischwälder2,1991E0Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior56,31

Zusammenhängende Schutzgebiete Die Naturschutzgebiete Hochholz-Kapellenbruch, Frauweilerwiesen, Sallengrund-Waldwiesen, Altenbachtal und Galgenberg, Gräbenwiesen, Spechbach, Weidichberg und Birkenwald und Greifenberg und liegen vollständig im FFH-Gebiet.

Die Bannwälder Am Dührener Brückle und Greifenberg sowie die Schonwälder Oberer Langenberg zu Weiler, Ober dem Eichelberg zu Hilsberg und Kreuzberg liegen ebenfalls vollständig im FFH-Gebiet. Die Landschaftsschutzgebiete Um die Großwiese, Gräbenwiesen, Spechbach, Weidichberg und Birkenwald, Altenbachtal und Galgenberg, Hochholz-Kapellenbruch, Bergstraße - Süd, Unteres und Mittleres Elsenztal, Steinsberg und Neckarbischofsheimer Höhen überschneiden sich mit dem FFH-Gebiet. Die flächenhaften Naturdenkmale Bergwiese, Heide am Hatzelberg, Magerwiese Pfarrwald, Silzenwiesen und Silzbrunnen befinden sich im FFH-Gebiet.

Siehe auch

Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Nördlicher Kraichgau“ Managementplan für das FFH-Gebiet „Nördlicher Kraichbau“ Steckbrief des Natura 2000 Gebiets 6718-311 noerdlicher Kraichgau beim Bundesamt für Naturschutz

Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Heilbronn