Der Kreuzberg (früher Burgberg genannt) mit ist eine Erhebung bei Jauernick im Landkreis Görlitz. Der Name Kreuzberg bürgerte sich aufgrund des Kreuzes auf seiner Spitze ein, das die katholische Kirche im 18. Jh. anbrachte, sodass schon um 1800 der Name „Kreuzberg“ durch sächsische Landesvermesser in geografische Karten eingetragen wurde.
Geographie Bis unmittelbar an das Dorf Jauernick-Buschbach reichen die etwa 750 m langen, von Südsüdwest nach Nordnordost gerichteten, doppelgipfeligen Jauernicker Berge, die ihre Umgebung um rund 60–80 m überragen und aus Ostlausitzer Granodiorit bestehen. Ihre Hänge zeigen ein asymmetrisches Profil: Der Osthang ist im Durchschnitt um 10–12° geneigt, der Südabfall um 12–15°, während die Böschungsneigung am Nordabfall nur etwa 5° beträgt. Die geringere Neigung ergibt sich aus der dichten Lößdecke. Auf dem Flachrücken hat sich, wie auch bei vielen ähnlichen Erhebungen in der Oberlausitz, ein 100–200 m breites Plateau gebildet. Eine Einsattelung trennt die 329 m hohe nördliche Kuppe von der ca. 400 m entfernten 365 m hohen südlichen, dem Kreuzberg. Im Sattel zwischen beiden Gipfeln und von dort aus ca. 150 m westwärts ist eine Wochenendhaussiedlung entstanden.
Botanik Im Unterschied zum Schwarzen Berg blieben auf dem Kreuzberg noch große naturnahe Laubwaldbestände (lindenreicher Stieleichen-Hainbuchen-Wald) erhalten. Der montane Charakter kommt durch den Berg-Holunder (Sambucus racemosa) zum Ausdruck. Aber auch Fichtenforste stocken auf dem Berg; Teile von ihnen mussten wegen starker Rauchgasschäden gefällt werden.
Geschichte Auf dem Kreuzberg fand man eine Steinaxt aus der Jungsteinzeit.
Ehemalige Burg Die slawische Höhenburg stand vermutlich auf dem Kessel. Ein Ringwall mit einer teilweise zerstörten Vorburg erhielt sich am Südhang der Anhöhe nördlich der katholischen Kirche von Jauernick. Funde auf dem Gelände liegen seit dem 18. Jahrhundert vor. Die Vielzahl geborgener Keramikscherben und Eisenreste erlaubt eine Datierung der Anlage in das 10. bis 12. Jahrhundert. Hinweise auf eine spätere mittelalterliche Nutzung ergeben sich aus weiteren Funden. Mauerreste von der Vorburg wurden 1892 durch Professor Feyerabend aus Görlitz ausgegraben. Außerdem wurden zwei kleine gleichförmige Äxte und fünf verschiedenartige Speerspitzen gefunden. Für die Anlage besteht seit dem 14. Juli 1955 Bodendenkmalschutz.
Kreuz mini|Betkreuz auf dem Kreuzberg 1719 wurde anfangs ein hölzernes Kreuz aufgestellt, welches 1783 durch ein 6 m hohes, schmiedeeisernes Kruzifix auf einem Steinpodest ersetzt wurde, dessen Arme im 19. Jh. durch Vierpassenden ergänzt wurden. Dieses Kreuz wurde 1990 durch Jauernicker Einwohner instandgesetzt und 2001 durch Friedrich Linke – Malermeister aus Görlitz – komplett überholt.
Baude Am Kreuzberg steht die geschichtsträchtige Bergbaude, die 1780 von „Weider“ erbaut wurde und 1852 durch Philipp Frind ausgebaut wurde. Er benennt die Gaststätte zu Ehren Kaiser Wilhelm „Wilhelmshöhe“, die nach seiner Abdankung 1920 von Max Triebe in „Kreuzbergbaude“ umbenannt wurde. 1924 ging die Gaststätte Konkurs. Im Mai 1950 wurde die Gaststätte durch den Rat des Bezirkes Dresden übernommen und als Genesungsheim (Aufnahme an CA (Zerebelläre Abiotrophie) erkrankten Frauen) eingerichtet. Sie unterstand dem Kur- und Bäderwesen des Bezirkes Dresden. 1990 erwarb die evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz den Komplex und stellte den Kurbetrieb ein. Der Komplex wurde 1992/1993 umfassend zu einer modernen Tagungs- und Begegnungsstätte rekonstruiert und am 5. November 1993 an die Öffentlichkeit übergeben. Heute ist das Gebäude ein Hotel.
Der Kreuzberg befindet sich am nördlichen Ortsrand und kann über die Straße Am Kreuzberg erreicht und über Wanderwege begangen werden. Von der Kuppe des Kreuzbergs hat man eine gute Aussicht zum Berzdorfer See bei Schönau-Berzdorf.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Markersdorf (Sachsen) Kategorie:Berg im Landkreis Görlitz Kategorie:Berg in Europa