mini|St. Cornelius Die römisch-katholische Filialkirche St. Cornelius befindet sich im Ortsteil Angelsberg in der Gemeinde Fischbach im Großherzogtum Luxemburg.

Geschichte Erbaut wurde die heutige Kirche 1883. Sie ersetzte eine baufällige, erstmals um 1570 erwähnte Kapelle. Entworfen und erbaut wurde die Kirche von Charles Arendt.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Kirche starken Granatenbeschuss.

Die Innenrestaurierung wurde 1954 vollendet. An der Restaurirung war Hubert Schumacher beteiligt. 1968 wurde die Kirche einer Außenrestaurierung unterzogen, die von Architekt Armand Theisen geleitet wurde. In den 1990er Jahren wurde die bauzeitliche Innenraumgestaltung nach erneuten größeren Umbauten ganz aufgegeben.

Am 11. Februar 2022 wurde die Kirche als Nationaldenkmal eingestuft.

Architektur Außen Eine doppelläufige Freitreppe aus den 1960er Jahren führt zu der erhöht liegenden Kirche.

Die Kirche ist im neoromanischen Stil gestaltet. Sie ist ein Einschiffiger Kirchenbau mit drei Achsen, besitzt einen vorgestellten Turm und eine eingezogene fünfseitige Apsis. mini|Statur des hl. Cornelius Der Kirchturm ist in vier Ebenen gegliedert. Die beidseitig des Turms vorhandenen Lisenen strecken ihn optisch. Das Hauptportal mit Rundbogen hat Sandsteingewände mit Rundungen, Ohren auf halber Höhe und doppelte Ohren auf Kämpferhöhe. Über dem Kämpfer ist ein steinernes Giebelfeld ohne Dekor. Die hölzerne Portaltür hat Beschläge im Barockstil. In einer Sandsteinnische auf einem Sockel steht eine Statue des heiligen Cornelius. In der dritten Ebene ist ein Doppelfenster mit zwei schmalen Fenstern mit buntem Bleiglas. In der obersten Ebene des Turms ist ein breites Fenster. Auf dem Konsolgesims mit großen Zwischenräumen und der Steintraufe sitzt der Turmhelm. Die beiden Seiten des Turms sind in den oberen Stockwerken so gestaltet, dass sie zur südlichen Hauptfassade passen. In den unteren beiden Ebenen sind Doppelfenster. mini|Wegkreuz am Kirchturm Auf der westlichen Portalseite steht ein früheres Wegkreuz aus dem 19. Jahrhundert, vermutlich von Matthias Schergen.

Die Längsseiten der Kirche haben drei Rundbogenfenster. Die Fenster haben Sandsteingewände, schräge Fensterbänke und gemeinsame Gesimse. In der südlichen Achse ist jeweils ein Rundbogenfenster mit einem Bullaugenfenster darunter. Die Längsseiten haben Lisenen, die in einen Fries übergehen und eine Skelettstruktur andeuten. Eine Sandsteintraufe und ein Schiefersatteldach schließen den Baukörper nach oben ab.

Nach Westen ist ein quadratischer Sakristeiraum mit Walmdach angeschlossen. Der nach Süden gelegene Zugang zur Sakristei wurde als Portal mit rundbogenförmigem Sturz, eingezogener, runder Profilierung sowie Kämpfer- und Schlusssteinen gestaltet.

Innen Die Architektur des Sakralbaus umfasst ein Langhaus und einen Chor, der sich in Anlehnung an romanische Vorbilder durch einen steinsichtigen Chorbogen vom Schiff abhebt. Das Kirchdach wurde durch die Architekten Holweck-Bingen aus Diekirch zusammen mit dem Ingenieur Albert Wiesen ausgetauscht und eine Innendecke angebracht. Seit diesem letzten Umbau dominieren sechs Dreigelenkbögen aus Brettschichtholz mit Zugband den Raumeindruck des Langhauses, die die Form des Chorbogens aufnehmen.

Ausstattung Altäre Die drei neu überfassten Altäre sind barocken Ursprungs und wurden vermutlich aus dem Vorgängerbau übernommen. Der Hochaltar verfügt über eine gut erhaltene hölzerne Mensaverkleidung mit mittig platziertem Jesus-Monogramm und Kreuz sowie Herz. Im Retabel ist eine kleine Tabernakelnische mit Muschelmotiv. Darüber befindet sich zwischen zwei Säulen das frühbarocke Tafelbild des Hochaltars. Es stellt die Krönung Marias dar und wird dem Maler Claudius Markar (um 1650/55–1724) zugeschrieben. Die barocken Holzstatuen der Heiligen Andreas und Willibrord flankieren das Bild. Am oberen Ende befindet sich ein Bild der Heiligen Familie, das 1894 von der Familie von Arenberg gestiftet wurde.

Der heutige Altar wurde 2012 gebaut und enthält die schmiedeeisernen, barocken Füllungen der früheren Kommunionbank.

Statuen Im Langhaus sind weitere barocke Holzfiguren vorhanden. Maria als Himmelskönigin mit Kind befindet sich im linken Seitenaltar, Josef mit Jesuskind auf dem Arm im rechten Seitenaltar. Drei weitere Figuren sind vor der Orgelempore angebracht. Westlich ist die Figur des Hippolyt in Kriegskleidung mit Lanze, Fahne und Pferd, in der Mitte erhöht ist der heilige Cornelius, als Papst mit Kreuzstab, dreiteiliger Krone und aufgeschlagenem Buch und östlich wurde die Statue des heiligen Lambert von Maastricht im Bischofsornat mit Fackel und einem heute fehlenden Attribut in seiner linken Hand an der Empore angebracht.

Fenster 1951 wurden neue Glasfenster gestiftet. Sie sind von Gustave Zanter aus bleigefasstem, farbigen Antikglas gefertigt und dem Leben Marias gewidmet. Sie zeigen die Verkündigung an Maria, Maria Immaculata, Maria mit Kind und Maria, die in den Himmel aufgenommen worden ist. Im Chor der heilige Karl Borromäus und der heilige Prosper Tiro von Aquitanien, gestiftet von der Gemahlin des Prinzen von Arenberg. 2016 wurden die Fenster zur Isolierung durch ein außen vorgesetztes Glas aufgedoppelt.

Orgel Die Orgel der Kirche von Angelsberg wurde 1996 von der „Manufacture d’orgues luxembourgeoise“ aus Lintgen unter Leitung von Georg Westenfelder gebaut. Sie ersetzte das im 19. Jahrhundert von der Familie von Arenberg gestiftete Harmonium. Manual C–f3Principal 8′Gedackt 8′Voce umana 8′Octave 4′Rohrflöte 4′Oktave 2′Mixtur IV ′TremulantPedal C–f1Subbass 16′

Sonstiges Zu den baulichen Elementen aus der Bauzeit zählen auch die vierzehn Kreuzwegstationen, die sich an den Längswänden des Innenraums befinden. Die Stationen bestehen aus Bildern, die von holzfarbenen Rahmen gefasst sind. Aus der gleichen Zeit hat sich das steinerne Taufbecken mit halbrund gehämmertem Kupferdeckel erhalten, dessen Form sich auch in den beiden Weihwasserbecken im Eingang wiederfindet.

In den 1950er Jahren wurde die 1894 von der Familie von Arenberg gestiftete Kanzel mit barockisierendem Schalldeckel entfernt.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude in Luxemburg Kategorie:Kirchengebäude des Erzbistums Luxemburg Kategorie:Monument national (Luxemburg) Kategorie:Corneliuskirche Kategorie:Erbaut 1883 Kategorie:Fischbach (Luxemburg) Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Bauwerk des Historismus in Luxemburg