mini|alternativtext=Verbreitung|Populationen des Afrikanischen Steinbilchs in Afrika Der Afrikanische Steinbilch oder Namaqualand-Felsenbilch (Graphiurus rupicola) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen in Namibia und Südafrika verbreitetes Nagetier in der Gattung der Afrikanischen Bilche. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung der Stadtgemeinde Karibib in Namibia.
Taxonomie Mit Ausnahme des Afrikanischen Felsenbilchs unterscheidet sich die Art recht deutlich von allen anderen Gattungsmitgliedern und verschiedene Autoren schlugen eine eigene Gattung für dieser beiden Arten vor. Der Artzusatz ist lateinisch und weist auf die bewohnten Felsenlandschaften hin. Manche Zoologen führten dieses Taxon bis 1951 als Unterart des Afrikanischen Felsenbilchs. Zwischen den beiden Arten gibt es verschiedene morphologische Abweichungen. In den Jahren 2005 und 2013 am Berg Soque in Angola gefundene Exemplare könnten zu dieser Art zählen, oder sie stellen eine bisher noch nicht beschriebene Art dar, was nach molekularbiologischen Untersuchungen recht wahrscheinlich ist.
Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 105 bis 119 mm und einer Schwanzlänge von 96 bis 118 mm ist das Tier in der Gattung Afrikanische Bilche mittelgroß. Es sind 21 bis 22 mm lange Hinterfüße und Ohren von 16 bis 20 mm Länge vorhanden. Ein fast ausgewachsenes Exemplar wog 25 g. Typisch ist recht langes und wolliges Fell dessen Haare am Hinterteil etwas über 10 mm lang sind, wobei Deckhaare 17 mm Länge erreichen. Es hat oberseits eine dunkelgraue, silbergraue oder rauchgraue Farbe, während die Unterseite weißlich ist. Dabei kommen die grauen Bereiche der Haare an den Wurzeln manchmal zum Vorschein. Es besteht eine deutliche Farbgrenze zwischen oben und unten. Am Kopf wird das oberseitige Fell zur Schnauze hin leicht heller und verschiedene Muster erscheinen im Gesicht wie eine Maske. Es sind Ringe um die großen Augen vorhanden. Bei einigen Exemplaren gibt es einen hellen Fleck hinter jedem Ohr und die Wangen sind cremefarben. Am buschigen Schwanz variiert der Anteil der weißen Haare, so dass er hell- oder dunkelgrau ist. Nur die Spitze ist völlig weiß. Die Haare werden zur Schwanzspitze hin länger und sind dort bis zu 43 mm lang. Von den paarig angeordneten Zitzen der Weibchen liegen zwei auf der Brust, zwei auf dem Bauch und vier im Leistenbereich.
Verbreitung und Lebensweise Neben den schon genannten Gebieten ist der Bilch am Berg Brukkaros in Namibia und im Westen der Provinz Nordkap in Südafrika verbreitet. Er bewohnt Gebiete die auf etwa 400 bis 1650 Meter Höhe liegen. Das Tier hält sich in felsigen Landschaften auf mit Sukkulenten, Gräsern und verkümmerten Bäumen. Einer dieser Bäume ist die Breitblättrige Steineibe. Am Berg Soque sind viele Gewächse vorhanden, die eher in weiter entfernten Bergländern vorkommen und nicht in der umliegenden Steppe Miombo.
Es wird eine nachtaktive Lebensweise angenommen, was noch bestätigt werden muss. Der abgeflachte Kopf gibt dem Afrikanischen Steinbilch die Möglichkeit in schmale Felsspalten zu kriechen. Ein am Berg Brukkaros gefundenes Weibchen war im September trächtig. Weitere Informationen zum Verhalten fehlen.
Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Die bewohnten Gebiete sind zusammen recht groß. Die IUCN listet den Afrikanischen Steinbilch als nicht gefährdet (least concern).
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Einzelnachweise
Kategorie:Bilche