Marina Widmer (* 1956 in St. Gallen) ist eine Schweizer Archivarin und Soziologin.

Leben Herkunft, Bildung Marina Widmer wuchs im St. Galler Quartier St. Fiden als Tochter einer italienischen Näherin und einem Schweizer Emaillierer auf. Sie war in ihrer Jugend im Blauring und dem «Damenfussballclub» engagiert. Sie lernte Röntgenassistentin. Nach der Erwachsenenmatura studierte sie in Zürich Soziologie, Geschichte und Ethnologie.

Gesellschaftliche Engagement Widmer gründete 1980 die Politische Frauengruppe (PFG) in der Stadt St. Gallen mit. Gemäss dem Rotationsprinzip war sie 1982 die zweite PFG-Gemeinderätin. Im Mai 1982 forderte sie in einer Motion, dass der Stadtrat mehr Massnahmen zum Schutz von Frauen gegen Belästigungen und Gewalt durch Männer ergreifen sollte: Die Stadt sollte Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen finanzieren, Frauen sollen bei Dunkelheit Anrecht auf kostenlose Taxi-Fahrten haben und die Stadt solle vergewaltigten Frauen die Therapie finanzieren. Die Motion sorgte überregional für Beachtung.

Widmer gründete 1986 die Frauenbibliothek Wyborada, 1993 den «CaBi Antirassismustreff», 1999 das Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz und 2004 das Solidaritätsnetz Ostschweiz mit.

Sie war langjährige Leiterin des Archivs für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz. Ihre Nachfolgerin wurde Judith Grosse. Widmer blieb im Vorstand des Archivs.

Privates Widmer ist mit einem Mann aus der Türkei verheiratet.

Auszeichnung Im Jahr 2022 erhielt Widmer den alle vier Jahre vergebenen und mit 30'000 Franken dotierten Kulturpreis der Stadt St. Gallen für ihr Engagement.

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Kategorie:Soziologe Kategorie:Archivar (Schweiz) Kategorie:Frauenrechtler Kategorie:Kommunalpolitiker (Kanton St. Gallen) Kategorie:Person (St. Gallen) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Frau