mini|Ercole Garbani-Nerini: Skulptur auf dem Grab der Carolina Marchettini, 1918, Marmor, 150 × 80 × 80 cm, Friedhof Grancia Ercole Garbani-Nerini (* 1866 in Russo; † 5. Juli 1947 in Locarno) war ein Schweizer Bildhauer.

Leben Ercole Garbani-Nerini wurde 1886 in Russo im Onsernonetal als Sohn des Kaufmanns Carlo Garbani-Nerini (1837–1906) und der Camilla geb. Conelli (1839–1916) geboren. Sein jüngerer Bruder war der bedeutende Politiker Evaristo Garbani-Nerini.Giulio Foletti: Ercole Garbani Nerini. In: Arte nell’Ottocento. La pittura e la scultura del Cantone Ticino (1870–1920). Armando Dadò, Locarno 2001, S. 285–289.

1884 nahm er ein Studium an der Accademia di Brera in Mailand auf, an deren Triennale er 1891 eine Gipsbüste präsentierte. Ab 1893 arbeitete er in Aschaffenburg bei Eduard Steiger und stellte hier 1894 die Marmorbüste einer jungen Frau aus. Aufträge führten in nach München und Berlin, wo er an der Dekoration des Theaters von Charlottenburg beteiligt war. Um 1930 kehrte er aus Deutschland ins Tessin zurück, gab hier aber nach einigen erfolglosen Versuchen seine künstlerische Tätigkeit auf.mini|hochkant|Grabmal der Familie Garbani-Nerini auf dem Friedhof Santa Maria in Selva in LocarnoEr starb 1947 im Alter von 80 oder 81 Jahren in Locarno und wurde im Familiengrab auf dem Friedhof Santa Maria in Selva beigesetzt.

Werk Der Grossteil von Garbani-Nerinis Œuvre wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört oder ging verloren. Erhalten und dokumentiert sind lediglich einige Werke im Kanton Tessin: die grosse Marmorstatue (1918) am Grab der Carolina Marchettini auf dem Friedhof Grancia, ein Grabmal in Locarno (vermutlich das Familiengrab) sowie einige Marmorstatuetten in Luganer Privatbesitz, darunter eine sitzende Frauenfigur (1900-–1910), ein weiblicher Akt (1910–1915) und eine Nymphe mit Krug (1926).

Beeinflusst durch deutsche Bildhauer wie Adolf von Hildebrand, pflegte Garbani-Nerini bereits in den 1890er Jahren einen modernen, «raffinierten Klassizismus», der im lombardischen Kulturraum weitgehend unbekannt war.

Literatur Maria Angela Previtera, Sergio Rebora (Hrsg.): Dall’Accademia all’Atelier: pittori tra Brera e il Canton Ticino nell’Ottocento. Electa, Mailand 2000, ISBN 88-435-7641-0. Giulio Foletti: Ercole Garbani Nerini. In: Arte nell’Ottocento. La pittura e la scultura del Cantone Ticino (1870–1920). Armando Dadò, Locarno 2001, S. 285–289.

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