Ludwig Georg Henke (* 29. Januar 1843 in Merseburg; † 18. Januar 1908 in Wiesbaden) war ein preußischer Generalmajor.
Leben Militärkarriere Henke, Sohn eines Geheimen Regierungsrates, trat am 22. Oktober 1860 als Avantageur in das 1. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 31 der Preußischen Armee ein und avancierte bis Mitte März 1862 zum Sekondeleutnant. Als solcher nahm er 1866 im Krieg gegen Österreich an den Schlachten bei Podol, Münchengrätz und Königgrätz sowie dem Gefecht bei Blumenau teil. Nach der Demobilisierung erfolgte am 30. Oktober 1866 seine Versetzung als Adjutant des Füsilier-Bataillons in das neugebildete Infanterie-Regiment Nr. 80 und Henke wurde für sein Wirken während des Krieges durch Kabinettsorder vom 15. Januar 1867 mit dem Kronen-Orden IV. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet.Max Gottschalck: Geschichte des 1. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 31. Mittler & Sohn, Berlin 1894, S. 346. Anfang Mai 1869 stieg er zum Premierleutnant auf und beteiligte sich im folgenden Krieg gegen Frankreich 1870/71 an den Schlachten bei Weißenburg, Wörth und Sedan sowie der Belagerung von Paris.
Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurde Henke nach dem Friedensschluss Ende Februar 1872 als Adjutant zur 32. Infanterie-Brigade in Trier kommandiert. Unter Belassung in diesem Kommando folgte Mitte Juli 1873 seine Beförderung zum überzähligen Hauptmann. Ende November des Jahres kehrte er in den Truppendienst zurück und wurde am 15. Oktober 1874 zum Kompaniechef ernannt. Im Herbst 1879 nahm er an der Generalstabsübungsreise des XI. Armee-Korps teil. Unter Beförderung zum überzähligen Major wurde Henke Mitte Juli 1885 seinem Regiment aggregiert und am 3. Februar 1887 als Kommandeur des II. Bataillons in das Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 nach Minden versetzt. Daran schloss sich vom 15. Juli 1890 bis zum 16. Januar 1892 eine Verwendung als Kommandeur des Lauenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 9 in Ratzeburg an. Zwischenzeitlich Mitte Dezember 1890 zum Oberstleutnant aufgestiegen, war Henke anschließend als etatmäßiger Stabsoffizier im 3. Oberschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 62 in Cosel tätig. Unter Beförderung zum Oberst avancierte er am 17. Juni 1893 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 144. In dieser Stellung erhielt Henke anlässlich des Ordensfestes im Januar 1895 den Roten Adlerorden III. Klasse mit der Schleife und im Januar 1897 den Kronen-Orden II. Klasse mit Schwertern am Ringe.Militär-Wochenblatt. Nr. 7 vom 23. Januar 1895, S. 162.Militär-Wochenblatt. Nr. 6 vom 20. Januar 1897, S. 157. Am 22. März 1897 wurde er mit Wirkung zum 1. April 1897 zum Generalmajor ohne Patent befördert und zum Kommandeur der neugebildeten 78. Infanterie-Brigade in Brieg ernannt. Das Patent zu seinem Dienstgrad erhielt er am 17. Juni 1897. Mit Pension wurde ihm am 15. Juni 1898 der erbetene Abschied bewilligt.
Er wurde auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden beerdigt. Das Grab ist erhalten (Feld A 38).
Familie Henke hatte sich am 16. Mai 1877 in Görlitz mit Hedwig Wollf von Schutter (* 1854) verheiratet.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1930. Zweiundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1929, S. 848. Die Ehe blieb kinderlos.
Literatur Alfred Cramer: Offizier-Stammliste des Infanterie-Regiments Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälischen) Nr. 15. R. Eisenschmidt, Berlin 1913, S. 258–359. von Memerty: Das Offizier-Korps des Füsilier-Regiments von Gersdorff (Hessisches) Nr. 80. Mittler & Sohn, Berlin 1891, S. 36–37.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalmajor (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutschen Krieg Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1843 Kategorie:Gestorben 1908 Kategorie:Mann