mini|Brautpaar mit Gästen Ann-Mari Fürstin von Bismarck-Schönhausen (geb. Tengbom; * 26. Juli 1907 in Stockholm; † 22. September 1999 in Marbella) war eine schwedische Persönlichkeit der Gesellschaft und die Ehefrau von Otto Fürst von Bismarck-Schönhausen.

Biographie Ann-Mari Tengbom wurde am 26. Juli 1907 in Stockholm geboren. Sie war die Tochter des schwedischen Architekten Ivar Tengbom und dessen erster Frau Hjördis Nordin (1877–1969) und die Schwester von Anders Tengbom. Sie besuchte die Schule in Stockholm, wo sie eine Mitschülerin von Folke Bernadotte Graf von Wisborg war.

Am 18. April 1928 heiratete sie den deutschen Politiker und Diplomaten Otto Christian Archibald Fürst von Bismarck, das Oberhaupt des Hauses Bismarck, in einer lutherischen Zeremonie im Berliner Dom. Das Ehepaar hatte sechs Kinder: Gräfin Mari Ann (1929–1981) Ferdinand Fürst von Bismarck (1930–2019) Graf Carl Alexander (1935–1992) Graf Maximilian Viktor (geb. 1947) Gräfin Gunilla Margaretha (geb. 1949) Graf Eduard Leopold (geb. 1951)

Wirken während des Zweiten Weltkriegs und zur Zeit des Nationalsozialismus Von Bismarck trat am 1. Mai 1933 in die NSDAP ein und führte die Mitgliedsnummer 2700156. Das Ehepaar von Bismarck war innerhalb der NSDAP bestens vernetzt, so besuchte es 1937 zusammen mit Hermann Göring den Berliner Opernball und empfing 1939 Adolf Hitler in Friedrichsruh.

Während des Zweiten Weltkriegs bezog sie gemeinsam mit ihrem Mann eine Villa in Rom; dort veranstaltete sie Empfänge für Angehörige der italienischen und deutschen High Society. Während ihr Mann als Diplomat in Rom tätig war, äußerte die Prinzessin gegenüber Filippo Anfuso, dem Kabinettschef von Graf Gian Galeazzo Ciano: „Deutschland ist verloren; Hitler hat das Land und sein Volk ins Verderben gestürzt.“

1943 wurde Ann-Mari von Bismarcks Ehemann in den einstweiligen Ruhestand versetzt und das Paar kehrte zurück nach Friedrichsruh. Dort beherbergten sie Folke Graf Bernadotte, der sich zu Gesprächen mit Reichsführer SS Heinrich Himmler zwecks der Freilassung skandinavischer KZ-Häftlinge in Deutschland aufhielt.

Im Entnazifizierungsverfahren erklärte Ann-Mari von Bismarck an Eides statt wahrheitswidrig nicht Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.

Wohltätiges Engagement In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss Friedrichsruh bei einem Luftangriff der Royal Air Force schwer beschädigt und weitgehend zerstört. Nach Kriegsende organisierte Ann-Mari von Bismarck Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge und Vertriebene. Aus diesem Engagement ging ein privates Flüchtlingshilfswerk hervor.

Seit 1951 war das Hilfswerk dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) angegliedert. Es unterstützte zunächst Flüchtlinge insbesondere mit Lebensmitteln und Kleidung. Zur Finanzierung der Arbeit warb Ann-Mari von Bismarck unter anderem in den Vereinigten Staaten und in den skandinavischen Ländern Spenden ein. Mit diesen Mitteln wurden im Kreis Herzogtum Lauenburg Wohnsiedlungen für Flüchtlinge errichtet. Die erste Siedlung entstand 1952 in Klempau. fand das statt. Bis zur Einstellung der Tätigkeit des Hilfswerks im Jahr 1966 entstanden in acht Orten des Kreises Herzogtum Lauenburg insgesamt 182 Kleinsiedlungen.

1966 nahm Ann-Mari Fürstin von Bismarck am sogenannten „Brillantenball“ im Palace-Hotel in St. Moritz teil, einer Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten des Schweizerischen Roten Kreuzes. Sie gehörte zu den eingeladenen Teilnehmerinnen, die als Mannequins Schmuckstücke der New Yorker Juwelierfirma Harry Winston präsentierten. Dabei trug sie einen aus Brillanten und Smaragden gefertigten Hals- und Ohrschmuck.

Sie starb am 22. September 1999 in Marbella, Spanien.

Ehrungen

DRK-Präsident Heinrich Weitz verlieh Ann-Mari von Bismarck am 6. September 1954 anlässlich des Richtfestes der Fürstin-Bismarck-DRK-Siedlung in der Treptower Straße in Ratzeburg das neu geschaffene Ehrenzeichen in Gold. Die Fürstin-Ann-Mari-von-Bismarck-Schule in Aumühle trägt ihren Namen.

Einzelnachweise

⚭Ann-Mari Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1999 Kategorie:Frau