mini|Waldbrand bei Trévillach in den Pyrénées-Orientales, 5. Juli 2026 mini|Ein Löschflugzeug über Fontainebleau, 15. Juli 2026 mini|Löschhubschrauber beim Waldbrand zwischen Nantua und Les Neyrolles, 8. Juli 2026
Die Waldbrände in Frankreich 2026 sind eine Serie großflächiger Wald- und Vegetationsbrände, die im Sommer 2026 zahlreiche Regionen Frankreichs betrafen. Besonders schwere Brände ereigneten sich in den Pyrénées-Orientales, im Wald von Fontainebleau, im Département Var sowie in den südwestfranzösischen Départements Gironde und Landes.
Bis zum 27. Juli verbrannten rund 116.000 Hektar Fläche,Emmanuel Macron ruft wegen heftiger Waldbrände zum Zusammenhalt auf. In: Die Zeit, 27. Juli 2026. Abgerufen am 28. Juli 2026. weit mehr als im bisherigen Rekordjahr 2022 (Dürre und Hitze in Europa 2022), als während des ganzen Jahres 66.337 Hektar verbrannten. Der französische Innenministers Laurent Nuñez bezeichnete dies als historischen Rekord. Aufgrund der Feuer mussten hunderttausende Menschen evakuiert werden; Nuñez sprach von der größten zivilen Evakuierungsoperation in Frankreich außerhalb von Kriegszeiten.Feuer breitet sich weiter Richtung Bordeaux aus. In: Tagesschau.de, 26. Juli 2026. Abgerufen am 27. Juli 2026.
Hintergrund Frankreich erlebte vom 4. bis zum 19. Juli eine starke Hitzewelle des Sommers. Mit einer Dauer von 16 Tagen gehörte sie zu den längsten Hitzewellen seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen. Hohe Temperaturen, ausbleibende Niederschläge und zeitweise starker Wind begünstigten die Entstehung und Ausbreitung der Brände.
Bis zum 15. Juli waren landesweit rund 11.000 Vegetationsbrände registriert worden, die etwa 35.000 Hektar erfasst hatten. Am 24. Juli waren bereits mehr als 50.000 Hektar verbrannt; innerhalb eines weiteren Tages stieg die Bilanz auf knapp 98.000 Hektar.
Verlauf Brände in der ersten Julihälfte Anfang Juli brach im Bergland der Aspres in den Pyrénées-Orientales ein Großbrand aus. Das Feuer erfasste rund 4900 Hektar Vegetation. In mehr als 20 Gemeinden wurden Einwohner zumindest zeitweise in Sicherheit gebracht.
Am 12. Juli entstanden mehrere Brände im Wald von Fontainebleau südöstlich von Paris. Bis zum 16. Juli waren annähernd 2000 Hektar und damit etwa ein Zehntel des Waldgebietes betroffen. Rund 900 Menschen wurden zeitweise evakuiert.
Ein weiterer Großbrand im Département Var erfasste im Juli mehr als 3000 Hektar. Rund 1000 Feuerwehrleute bekämpften dort wiederholt aufflammende Brandherde.
Gironde und Landes mini|Verbrannte Fläche bei Bordeaux, Stand 29. Juli 2026. Besonders stark verschärfte sich die Lage ab dem 22. Juli im Südwesten. Ein bei Saumos in der Gironde ausgebrochenes Feuer breitete sich zunächst in Richtung des Bassin d’Arcachon und der Halbinsel Lège-Cap-Ferret aus. Später bewegte es sich landeinwärts in Richtung des Großraums Bordeaux. Bis zu einer Stabilisierung der Lage um den 30. Juli verbrannten hier 420 km² Wald; 220.000 Menschen wurden evakuiert.Gironde: l’incendie «toujours stabilisé» jeudi matin, Le Monde, 30. Juli 2026 Bei den Bränden entstand sogar eine Pyrocumulonimbus-Wolke, eine vom Feuer selbst geschaffene Gewitterwolke, die unter anderem ihr eigenes Wetter auslösen und damit die Lage unberechenbar machen kann. Gemäß französischem Feuerwehrverband wurde eine solche Wolke nie zuvor in Frankreich beobachtet, sondern sei vor allem in besonders waldbrandgefährdeten Regionen wie Australien oder Kanada bekannt.Pedro Sánchez says Spain is suffering effects of climate crisis as firefighters battle wildfires in France. In: The Guardian, 26. Juli 2026. Abgerufen am 27. Juli 2026. Laut Staatsanwaltschaft könnte dieses Feuer ausgelöst worden sein durch eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzte Freischneidemaschine, deren Nutzung zu diesem Zeitpunkt noch erlaubt war.Waldbrände in Frankreich weiterhin außer Kontrolle in www.tagesschau.de vom 25. Juli 2026, abgerufen am 28. Juli 2026 Anfang August gab die Regierung die Eindämmung des Brandes bekannt. Zu dem Zeitpunkt war er mit einer Fläche von ca. 42.000 Hektar der größte Flächenbrand in Frankreich seit 1949.Waldbrände in Europa: Feuer nahe Bordeaux endlich unter Kontrolle – Ausnahmezustand nahe Athen. In: Tagesspiegel, 1. August 2026. Abgerufen am 3. August 2026. Erwartet wird jedoch, dass der Brand erst nach Wochen bis Monaten auch wirklich vollständig gelöscht sein wird.Waldbrand bei Bordeaux – Löscharbeiten können Monate . In: Rheinische Post, 27. Juli 2026. Abgerufen am 3. August 2026. Mit Stand 19. August 2026 brannten im betroffenen Wald immer noch Glutnester.Von der Pinienmonokultur zum resilienten Wald. In: Tagesschau.de, 19. August 2026. Abgerufen am 20. August 2026.
Am 23. Juli brach bei Biscarrosse im benachbarten Département Landes ein weiterer Großbrand aus. Bis zum Abend des folgenden Tages hatte das Feuer mehr als 2.600 Hektar erfasst. Insgesamt wurden rund 31.000 Menschen evakuiert, darunter Bewohner von Biscarrosse und Parentis-en-Born sowie Gäste mehrerer Campingplätze, eines Pflegeheims und einer Ferienkolonie. Ausgelöst wurde dieses Feuer durch einen defekten Lieferwagen, der am Straßenrand in Brand geriet.Un fourgon en flammes à l'origine du feu de Biscarrosse in franceinfo.fr vom 24. Juli 2026, abgerufen am 28. Juli 2026
Brandbekämpfung Zur Bekämpfung der Brände wurden mehrere tausend Feuerwehrleute, Angehörige der Sicherheitskräfte und Soldaten eingesetzt, einige wurden sogar aus dem französischen Überseegebiet Neukaledonien eingeflogen.Sapeurs-pompiers calédoniens envoyés en renfort dans l’Hexagone : comment est financée la mission ? la1ere.franceinfo.fr, 3. August 2026, abgerufen am 3. August 2026 (französisch) Neben Löschfahrzeugen kamen Canadair- und Dash-Löschflugzeuge, Air-Tractor-Flugzeuge sowie Löschhubschrauber zum Einsatz.
Wegen der Vielzahl gleichzeitig aktiver Brände beantragte Frankreich Unterstützung über den EU-Zivilschutz-Mechanismus. Mehrere europäische Staaten stellten zusätzliche Löschflugzeuge und schwere Hubschrauber bereit. Aus der Schweiz kamen drei Helikopter Aérospatiale AS 332 "Super-Puma" zur Feuerbekämpfung nach Korsika und 34 Feuerwehrleute mit 11 Fahrzeugen nach Bordeaux.34 Westschweizer Feuerwehrleute in Bordeaux bereits im EinsatzSchweizer Super Puma als Feuerlöscher in Korsika Der Einsatz der Schweizer Armee in Korsika dauerte vom 28. Juli bis zum 7. August, wobei rund 452 Tonnen Löschwasser abgeworfen wurde.
Alleine bei Bordeaux wurden bis zum 29. Juli mindestens 126 Feuerwehrleute verletzt.Flammen wüten auch in der Türkei und Griechenland. In: Tagesschau.de, 29. Juli 2026. Abgerufen am 30. Juli 2026. Zwei Feuerwehrleute starben dort, als sie in ihrem Fahrzeug von Flammen eingeschlossen wurden.Zwei Feuerwehrleute sterben in ihrem Löschfahrzeug. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22. Juli 2026. Abgerufen am 30. Juli 2026.
Folgen mini|Verwüsteter Campingplatz Schwer getroffen wurde Le Porge, wo etwa 20 % aller Wohnhäuser abbrannten.‘We stared into an abyss’: the men and women battling France’s megafire. In: The Guardian, 1. August 2026. Abgerufen am 1. August 2026.
Die Brände verursachten starke Rauchentwicklung. Gerade im Bereich Bordeaux kam es infolge des Großbrandes zu weitflächigen Rauchwolken, die die Luftqualität stark beeinträchtigten und das Atmen erschwerten.„Ein Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat“: Feuer bei Bordeaux noch außer Kontrolle – Spanien meldet erste Fortschritte. In: Tagesspiegel, 27. Juli 2026. Abgerufen am 28. Juli 2026.
Mit dem Wind zog Rauch bis nach Deutschland und war dort als Brandgeruch wahrnehmbar. Im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Freiburg, etwa 700 km von Bordeaux entfernt, gingen über das letzte Juli-Wochenende eine niedrige zweistellige Zahl an Anrufen wegen Brandgeruchs ein.Feuer in Frankreich: Brand riecht bis Südbaden. In: SWR, 27. Juli 2026. Abgerufen am 28. Juli 2026.
Siehe auch Dürre und Hitze in Europa 2026 Waldbrände in Südfrankreich 2017
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Einzelnachweise
Kategorie:Naturkatastrophe 2026 Kategorie:Französische Geschichte (21. Jahrhundert) Frankreich