Das Deutsche Komponistenarchiv (DKA) wurde 2005 auf Initiative von Harald Banter (Köln), Michael Karbaum (Salzburg) und Udo Zimmermann (Dresden) mit Unterstützung der GEMA-Stiftung in Dresden-Hellerau gegründet und ist seit 2008 der Öffentlichkeit zugänglich.Deutsches Komponistenarchiv eröffnet. Sächsische Zeitung, 13. Oktober 2008 Es ist eine der Institutionen des Europäischen Zentrums der Künste Hellerau. Das Archiv bewahrt Werksammlungen von 36 Komponistinnen und Komponisten auf und stellt diese kulturell bedeutenden Quellen der musikalischen Praxis, der Wissenschaft und den Medien zur Verfügung. Es ist offen für alle musikalischen Genres. Voraussetzung für die Aufnahme in das DKA ist die ordentliche Mitgliedschaft in der GEMA.
Die stilistische Breite des Bestands spiegelt die Vielfalt des Musikschaffens und der Musikkultur in der ehemaligen Bundesrepublik, der ehemaligen DDR und im vereinten Deutschland wieder. In den Vor- und Nachlässen befindet sich avantgardistische Musik neben traditioneller Sinfonik, Film- und Werbemusik neben Oper, Operette und Musical, Klangkunst neben pädagogischer Musik, Chor- neben Computermusik. Zu den Komponisten, deren Sammlungen im Deutschen Komponistenarchiv liegen, zählen die Filmmusikschöpfer Hans-Martin Majewski, Rolf Alexander Wilhelm, Georg Haentzschel und Werner Eisbrenner, die Unterhaltungskünstler Berry Lipman, Helmut Zacharias, Gerd Natschinski und Birger Heymann (Musical „Linie 1“) sowie Komponisten der zeitgenössischen Klassik wie Hans Poser, Ernest Sauter und der Cellovirtuose Enrico Mainardi. Der berühmteste Einzeltitel aus dem Archiv dürfte wohl „Lili Marleen“ von Norbert Schultze sein, der 1939 zum ersten deutschen Millionenseller wurde. Außer handschriftlichen und gedruckten Noten befinden sich im Bestand auch Tonträger, Filme und Fotos, Plakate, Programmhefte und Zeitungskritiken sowie Korrespondenz mit Verlagen, Regisseuren, Intendanten und Musikerkollegen, Skizzen, GEMA-Meldungen und -Abrechnungen.Das Deutsche Komponistenarchiv (Teil 1). Neue Musikzeitung, Ausgabe 2/2022, 71. Jahrgang, 10. Februar 2022
Aufgrund der ungeklärten Zukunftsperspektive, fehlender räumlicher Kapazitäten und ausbleibender finanzieller Förderungen musste im Herbst 2018 ein unbefristeter Aufnahmestopp verhängt werden. Es werden seither keine neuen kompositorischen Vor- oder Nachlässe mehr aufgenommen. Zeitweise kam der Betrieb des DKA komplett zum Erliegen. Mit Hilfe des 2020 von Matthias Drude gegründeten Vereins der Freunde und Förderer des Deutschen Komponistenarchivs e. V. konnte der Betrieb des DKA wieder aufgenommen werden.Komponistenarchiv Dresden. Erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Deutschlandfunk, 1. März 2021 Dabei erfolgte neben der weiteren Erschließung der Bestände eine Datenmigration von der Allegro-Software in den Kalliope-Verbund.Das Deutsche Komponistenarchiv (Teil 2). Neue Musikzeitung, Ausgabe 4/2022, 71. Jahrgang, 11. April 2022 Seit März 2023 arbeitet das DKA ausschließlich ehrenamtlich.
Siehe auch Liste von Musikarchiven
Literatur Matthias Drude: Raus aus der Krise - Das Deutsche Komponistenarchiv. In: neue musikzeitung 2.2022 (Teil 1) und 4.2022 (Teil 2).
Weblinks Website des Archivs Eintrag Deutsches Komponistenarchiv bei der Deutschen ISIL-Agentur Eintrag des Komponistenarchivs beim Deutschen Musikinformationszentrum 20 Jahre Deutsches Komponistenarchiv (DKA) – Jubiläumsveranstaltung am 11. April 2025 in Dresden auf www.komponist-innenverband.de
Einzelnachweise
Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 2005 Kategorie:Archiv (Deutschland) Kategorie:Musikarchiv