Staudamm ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2013 von Thomas Sieben.
Handlung
Roman ist ein Mittzwanziger, der für sein Leben noch keine richtige Orientierung gefunden hat. Materiell hält er sich dadurch über Wasser, dass er, an seinem Küchentisch sitzend, Gerichtsakten einliest und als Audioaufnahmen auf CD speichert. Sein Auftraggeber ist der Münchener Staatsanwalt Dr. Schadt, mit dem er von Zeit zu Zeit telefonischen Kontakt hält. Für eines von Schadts laufenden Verfahren fehlen noch Akten, die sich noch im Gewahrsam der ermittelnden Polizeibehörde in einem bayrischen Dorf befinden. Schadt beauftragt Roman, die Akten dort abzuholen.
Im Dorf angelangt, spricht die Abiturientin Laura Roman an einer Tankstelle an. Bald zeigt sich, dass Roman bereits bei seiner Aktenlektüre einer Zeugenaussage von Laura begegnet ist, die sie als überlebendes Opfer eines Amoklaufs an ihrer Schule abgegeben hat.
Roman, der sich sonst jeder intensiveren Beschäftigung mit seinen Mitmenschen entzieht, ist beeindruckt von der lakonischen Abgeklärtheit, mit der Laura über die dramatischen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Amoklauf spricht. Hierzu bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, bei denen immer weitere Details zur Sprache kommen, da sich die Herausgabe der angeforderten Akten wegen bürokratischer Abläufe seitens der Polizei mehrfach verzögert.
Schließlich zeigt sich, dass Laura über die persönliche Betroffenheit als Opfer hinaus noch eine besondere Beziehung zu dem als Amokläufer agierenden Mitschüler hatte. Sie ist nämlich im Besitz von dessen Tagebuch, was sie der Polizei verheimlicht hat und das intime Aufschlüsse über die Weltsicht und Motivation des Täters bietet.
Gegen Ende gelingt es der Polizei endlich, die Akten an Roman auszuhändigen, der daraufhin gemeinsam mit Laura nach München zurückfährt.
Kritik Epd Film lobt den behutsamen Zugriff des Films auf sein polarisierendes Thema: "Hätte es nicht auch einer von ihnen sein können? Man spürt, dass sie sich das selber fragen, denn die Normalität des Täters ist so unwirklich, wie ihr eigenes Davongekommensein als Opfer oder Täter. Diese Spannung ist von der ersten bis zur letzten Szene spürbar. Langsame Einstellungen, zaghafte Gespräche und ruhige Bilder von leeren Straßen im winterlichen Alpenland, all das fügt sich zu einer fragilen Ruhe nach dem Sturm, die niemanden mehr loslässt."https://www.epd-film.de/filmkritiken/staudamm
Der Filmdienst urteilt zurückhaltender, insgesamt aber wohlwollend: "Die Spannung, die der Film zwischen der eigentlich inkompatiblen Anbiederung bei Betroffenen durch angestrengt coole Darstellerposen und der spröden, jeder Aufregung ausweichenden Machart aufbaut, geht nicht immer ganz auf, verdient in Zeiten einer aus Quotengründen allmählich in alle Genrerichtungen wuchernden „Tatort“-Lawine allerdings Respekt. „Staudamm“ ist eine erstaunlich leise und unspektakuläre Annäherung an ein ratlos machendes Jugendphänomen, die sich innerhalb der jede simple Erklärung verweigernden Tradition von Gus Van Sants „Elephant“ [...] bewegt."https://www.filmdienst.de/film/details/543301/staudamm#filmkritik
Weblinks Staudamm bei IMDb Staudamm bei filmportal.de Staudamm bei filmdienst.de
Einzelnachweise <references />
Kategorie:Filmtitel 2013 Kategorie:Deutscher Film