Słonecznik () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Stadt-und-Land-Gemeinde Morąg im Powiat Ostródzki. mini|300px|Panorama-Blick auf Słonecznik mini|Altes Gebäude (heute Poststelle) in Słonecznik Geographische Lage Das Dorf Słonecznik liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, neun Kilometer südlich der Stadt Morąg bzw. 16 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda.

Geschichte Das einstige Sunnenbum, vor 1785 auch Sonneborn und nach 1785 Sonnenborn genannt, ist bereits in der Ordenszeit ein Kirchdorf.Dietrich Lange: Sonnenborn, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Das Dorf wurde zwischen 1337 und 1339 als Hauptzinsort des Ordens gegründet.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Sonnenborn (Landkreis Mohrungen) Das außerhalb des Dorfkerns entstandene Gut Sonnenborn lag mehrere hundert Meter nordwestlich.Dietrich Lange: Gut Sonnenborn, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Es war ein Wohnplatz der Gemeinde Sonnenborn.

Im Jahre 1785 wurden für das Dorf Sonnenborn 48 Feuerstellen genannt, im Jahre 1820 waren es schon 58 Feuerstellen bei 374 Einwohnern.

Sonnenborn wurde am 30. Juli 1874 ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Mohrungen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Sonnenborn. In den Amtsbezirk waren vier Kommunen eingegliedert:LG = Landgemeinde, GB = Gutsbezirk Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Bärting (LG) Bartężek Bärting (GB) 1928 in die LG Bärting eingemeindet Sonnenborn (LG) Słonecznik Sonnenborn (GB) 1928 in die LG Sonnenborn eingemeindet

Im Dorf Sonnenborn wurden im Jahre 1910 756 Einwohner gemeldet.

Das Gut Sonnenborn registrierte im Jahre 1885 87 Einwohner, im Jahre 1905 waren es noch 64.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Gut Sonnenborn Im Dorf Sonnenborn waren im Jahre 1910 756 Einwohner gemeldet. Am 30. September 1928 verlor das Gut Sonnenborn seine Eigenständigkeit und wurde in die Landgemeinde Sonnenborn eingegliedert.

Die Zahl der Einwohner dieser neu formierten Gemeinde belief sich 1933 auf 716 und 1939 auf 746.Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen

Im Jahre 1945 wurde in Folge des Zweiten Weltkrieges das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Die Gemeinde Sonnenborn erhielt die polnische Namensform „Słonecznik“, die Ortsstelle des Gutes heißt inoffiziell noch heute „Kolonia Słonecznik“, die um eine Nebensiedlung mit der internen Bezeichnung „Mały Słonecznik“ ergänzt wird. Der Bereich gehört zur Stadt-und-Landgemeinde Morąg im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Słonecznik 782 Einwohner.

In dem Dorf gibt es noch mehrere Blockhäuser, darunter auch zwei Vorlaubenhäuser, aus dem 18. und 19. Jahrhundert.Informationszentrum Ostpreußen: Słonecznik – Sonnenborn

Religion Dorfkirche Bei der Kirche in Słonecznik handelt es sich um einen schlichten Saalbau, der 1735 als verputzter Backsteinbau mit dreiseitigem Schluss und eingezogenem Westturm errichtet wurde.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2 Bilder ostpreußischer Kirchen, Göttingen 1968, S. 64 Er entstand nach Plänen von Johann Caspar Hindersin (1667–1752). Der Innenraum wird von einer flachen Decke überspannt. Der reichgeschnitzte Kanzelaltar entstand 1752 bzw. 1753. 1867 erhielt die Kirche eine Orgel. Das Geläut besteht aus zwei Glocken, die in einem hölzernen Glockenstuhl aus dem 19. Jahrhundert hängen, da der Turm wohl nicht stark genug ist, um das Geläut aufnehmen zu können.Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Neidenburg 1890, S. 183

Bis 1945 war die Kirche eine evangelisches Gotteshaus. Heute ist sie die Pfarrkirche der römisch-katholischen Gemeinde. Diecezja Elbląska: Parafia Słonecznik (polnisch) Das Gebäude ist gut erhalten. Auch der im 18. Jahrhundert angelegte Friedhof ist noch erhalten.

Evangelische Kirchengemeinde Die Gründung einer Kirche in Sonnenborn reicht in das Jahr 1342 zurück.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 466 Mit der Reformation übernahm die Gemeinde das lutherische Bekenntnis.

Im Jahre 1823 gehörte die Pfarrei Sonnenborn zur Inspektion Saalfeld.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 1, Göttingen 1968, S. 543 Zugeordnet war als Filialkirche die Kirche in Venedien, mit deren Gemeinde die Gemeinde Sonnenborn später zur Vereinigten Kirchengemeinde Sonnenborn-Venedien zusammengelegt wurde. Diese war dem Kirchenkreis Mohrungen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union zugeteilt. Pfarrsitz blieb Sonnenborn, dessen Kirchengemeinde königlichen (staatlichen) Patronats war. In Groß Gottswalde unterhielt die Kirche ein Gemeindehaus.

Zum Sprengel Sonnenborn der Vereinigten Kirchengemeinde Sonnenborn-Venedien gehörten im Jahre 1925 1.892 Gemeindeglieder von 2.287 Gemeindegliedern beider Kirchengemeinden.

Flucht und Vertreibung im Zusammenhang des Zweiten Weltkrieges schwächten die evangelische Gemeinde auf das Äußerste. Sie gab auf. Heute in Słonecznik lebende evangelische Gemeindeglieder orientieren sich jetzt zur Kirchengemeinde in der Stadt Morąg, die nun eine Filialgemeinde der Pfarrei Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen ist.

Kirchspiel: Zum Kirchspiel des Sprengels Sonnenborn der Vereinigten Kirchengemeinden Sonnenborn-Venedien gehörten bis 1945 die Orte: Deutscher Name Polnischer Name Deutscher Name Polnischer Name Bärting Bartężek Pörschken Prośno Groß Gottswaldemit Klein Gottswalde Bożęcin Reußen Ruś Louisenthal Lubin Sonnenborn Słonecznik

Im Jahre 1817 brannte die Kirche in Venedien vollständig ab. Sie wurde nicht wieder aufgebaut. Venedien wurde somit ganz und vollständig nach Sonnenborn eingepfarrt.GOV: Den Doppelnamen behielt man jedoch bei.

Pfarrer: Bis 1945 amtierten an der Kirche in Sonnenborn als evangelische Geistliche:Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 129 Daniel Grube, bis 1602 Michael Fendler, bis 1603 Johann Pius, ab 1603 Christoph Möller, 1608 Adam Bretsch, 1626 Lupinus, 1653 Georg Wilckowius, 1656/1668 Augustin Schlubach, 1783/1708 Johann Wilhelm Gottschalck, 1708–1721 Carl Friedrich Gehrcke, 1721–1736 Carl Gustav Richter, 1736–1771 Samuel Christ. Prziwara, 1771–1776 Michael Zimmermann, 1777–1779 Johann Michael Seiler, 1779–1807 Friedrich Gootl Stephany, 1808–1824 Carl Fr. Wilh. Stosnowski, 1825–1834 Ernst Ludwig Storch, 1835–2848 Jul. Otto Eudard Meyhofer, 1851–1882 A. Tr. Osk. Schimmelpfennig, 1883–1902 Heinrich Otto Johannes Besch, 1902–1912 Joh. Otto E. Bartsch, 1913–1945

Römisch-katholische Pfarrgemeinde Die zahlenmäßig wenigen katholischen Gemeindeglieder waren bis 1945 in die Pfarrei St. Joseph in der Kreisstadt Mohrungen innerhalb des damaligen Bistums Ermland eingegliedert. Nach 1945 entstand in Słonecznik eine eigene Gemeinde,Parafia Słonecznik (polnisch) deren Kirche am 5. April 1962 neu geweiht und zur Pfarrkirche erhoben wurde. Die vorher die evangelische Kirche trägt nun den Namen Erhöhung des Heiligen Kreuzes. Sie ist dem Dekanat Morąg im Bistum Elbląg zugeordnet.

Zur Pfarrei Słonecznik gehört auch die Filialkirche in Wenecja. Außerdem sind der Pfarrei die Orte Bartężek, Bożęcin und Prośno zugeteilt.

Evangelisch-methodistische Kirche mini|Evangelisch-methodistisches Gotteshaus in Słonecznik Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten sich in vielen ostpreußischen Orten Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK). Auch in Słonecznik fasst die Freikirche Fuß, Evangelisch-methodistische Pfarrei in Słonecznik (polnisch) waren doch die historisch gewachsenen Strukturen der evangelischen Landeskirche so gut wie nicht mehr existent.

Die Gemeinde richtete sich in Słonecznik ein eigenes Gotteshaus ein. Sie gehört zum Distrikt Masuren der EmK in Polen und wird von Pastor Waldemar Eggert in Ostróda betreut, der außerdem noch die Gemeinden in Lipowo und Łukta versorgt.

Verkehr Straße Słonecznik liegt an einer Nebenstraße, die bei Bramka von der Woiwodschaftsstraße 527 (frühere Reichsstraße 133) abzweigt und über Bożęcin und Wenecja bis nach Wilamowo an der Woiwodschaftsstraße 519 (ehemalige Reichsstraße 126) führt. Von Miłomłyn führt außerdem eine Straße über Tarda und Bartężek direkt nach Słonecznik.

Schiene Eine Anbindung an den Bahnverkehr besteht heute nicht mehr. Am 1. September 1909 wurde in Sonnenborn ein Bahnhof eingeweiht, der an der Bahnstrecke Osterode–Liebmühl–Mohrungen–Liebstadt–Wormditt den Personen- und Güterverkehr aufnahm. Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Strecke wurde teilweise wieder hergestellt, dann aber im Jahre 1992 geschlossen. Die Bahnanlagen sind inzwischen demontiert.

Weblinks

Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Sonnenborn Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Gut Sonnenborn

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Morąg