Die Walzengießerei Coswig ist ein Gießereiunternehmen mit Sitz in Coswig. Das Unternehmen ist auf den Guss von Walzen für den Einsatz in Walzwerks- und Mühlenanlagen, als Rotorwellen in der Energietechnik und im allgemeinen Maschinenbau spezialisiert und besitzt eine Gusskapazität von 40.000 Tonnen pro Jahr.Walzengießerei Coswig: Walzenguss, abgerufen am 24. Juli 2026. Weitere Gussteile werden im Handformguss produziert.

Geschichte Das Unternehmen wurde 1892 durch Eduard Schürmann als Eisenwerk Coswig gegründet und fertigte ab 1895 Grauguss- und Hartgusserzeugnisse für Eisenbahntechnik und den allgemeinen Maschinenbau. Im Jahr 1907 wurde das Eisenwerk mit Maschinenbau Calberla zusammengelegt und produzierte fortan Maschinen für die Zigarettenindustrie.Universitätsbibliothek Paderborn: Weltausstellung Brüssel 1910; Berlin, [1910]; K. Nahrungs- und Genussmittel Download-Link (pdf, 2,64 MB), abgerufen am 25. Juli 2026. Ab 1914 wurde der welterste Heißwind-Kupolofen durch Eduard Schürmann entwickelt.Walzengießerei Coswig: Historie, abgerufen am 24. Juli 2026.

Aufgrund wirtschaftlicher Misserfolge musste das Werk 1916 verkauft werden. Neuer Eigentümer wurden die Universelle-Werke Dresden.Historisches Coswig (Matthias Marten): Eisenwerke / Walzengießerei, abgerufen am 24. Juli 2026.Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg: Zeitgeschichte in Hamburg, abgerufen am 24. Juli 2026.

Nach Kriegsende wurde der Betrieb für Reparationsleistungen demontiert, danach wiederaufgebaut und verstaatlicht und firmierte fortan als VEB Walzengießerei Coswig. Die 1951/52 erbaute Gießereihalle entstammte einem Entwurf der Architekten Hellmuth Bräuer und Herbert Terpitz.Holger Barth, Thomas Topfstedt et al. (IRS Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung): Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR, abgerufen am 25. Juli 2026. Ab 1963 wurde für den Gießereibetrieb ein 18-Tonnen-Elektroschmelzofen genutzt. Anwendungsfelder der gegossenen Walzen waren Walzwerke, Kalander- und Mühlenanlagen. Ab den 1960er Jahren wurde die Dresdner Schnellpressenfabrik mit Druckzylindern beliefert. Der VEB Walzengießerei Coswig war ab 1969 Teil des Rohrkombinats Riesa und verfügte mit der Walzengießerei Quedlinburg über einen weiteren Betriebsteil. Der VEB beherrschte damit in der DDR einen großen Teil des Marktes für großformatigen Walzenguss. Zum Ende 1988 beschäftigte der volkseigene Betrieb rund 920 Mitarbeiter.Wienert, Helmut: Die Stahlindustrie in der DDR, Schriftenreihe des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, No. 52 1992, ISBN 978-3-428-47341-0, S. 43, herunterladbar über econstor.eu (pdf, 20,7 MB)

Seit 1996 ist die Walzengießerei Coswig Teil des Gießereikonzerns Dihag. Die wichtigsten Abnehmerbranchen waren gegen 2013 Walzwerkbauer (48,7 % Umsatzanteil), Erbauer von Windkraft- und Energieanlagen (29,5 %) und der Druckmaschinenbau (11,5 %).Fraunhofer ISI / Gesellschaft für Innovationsforschung und Beratung mbH: Wirtschaftlichkeit der Erweiterung der Antragsberechtigung auf Unternehmen bis zu 500 Beschäftigten bei im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) geförderten Projekten, abgerufen am 25. Juli 2026. Im Dezember 2025 beantragte die Walzengießerei Insolvenz.

Weblinks Historische Fotos auf den Seiten der Deutschen Fotothek

Einzelnachweise

Kategorie:Gießerei Kategorie:Unternehmen (Coswig, Sachsen) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Meißen) Kategorie:Unternehmensgründung 1892