Wolfgang Kirner (* 1932; † 29. Juli 2005 in Berlin) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer.
Leben Als wissenschaftlicher Mitarbeiter kam Kirner 1959 an das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). 1967 bis zu seinem Ausscheiden Ende 1996 hatte er dort die Leitung der Abteilung Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren inne und leitete zwischenzeitlich in kommissarischer Funktion die Abteilung Industrie. Kirner, der 1968 an der Universität Münster promoviert hatte, wurde von der Technischen Universität Berlin 1973 zum ordentlichen Professor berufen und vertrat das Fachgebiet Regionalwissenschaften bis zu seiner Emeritierung 1997. Er war Mitglied verschiedener Arbeitskreise, so beispielsweise des Arbeitskreises Sozialer Wohnungsbau des Bundesministeriums für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.
Schwerpunkte seiner Arbeit waren unter anderem die theoretischen und empirischen Probleme einer Anlagevermögensrechnung für die einzelnen Wirtschaftsbereiche in der Bundesrepublik Deutschland, aus denen Produktionsindikatoren und -potentiale der deutschen Volkswirtschaft ermittelt wurden. Er initiierte die Enquete über die Bauwirtschaft, an deren Erarbeitung er in führender Stellung mitwirkte. Ebenfalls viele Jahre maßgeblich beteiligt war Kirner seit den späten 1970er Jahren an der Konzeption des DIW Berlin für eine Strukturberichterstattung. Zudem leistete er viele Beiträge zum Wochenbericht des DIW zum Thema „Wiedergewinnung der Vollbeschäftigung“.
Veröffentlichungen (Auswahl) Das Bauvolumen der Jahre 1950 bis 1960 in der Bundesrepublik Deutschland und seine Finanzierung unter besonderer Berücksichtigung des Beitrages öffentlicher Stellen. Sonderhefte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Bd. 57. Duncker & Humblot, Berlin 1961 Ermittlung von Investitionsgrößenordnungen für Wirtschaftsbereiche. Eine Untersuchung im Auftrage des Bundesministers für Wirtschaft Bonn. Duncker & Humblot, Berlin 1965 mit Dieter Mertens: Input-Output-Rechnung Investitionsverflechtung in der Bundesrepublik Deutschland 1950 bis 1970. Duncker & Humblot, Berlin 1967 Zeitreihen für das Anlagevermögen der Wirtschaftsbereiche in der Bundesrepublik Deutschland. Duncker & Humblot, Berlin 1968 (zugl. Diss. Univ. Münster) mit Harald Gerfin und Jürgen Wulf: Entwürfe für disaggregierte Modelle zur Arbeitsmarktprognose für die Bundesrepublik Deutschland. Duncker & Humblot, Berlin 1972 mit Gerda Noack: Zeitreihen für das Bauvolumen in der Bundesrepublik Deutschland für die Jahre 1960 bis 1971: Ergebnisse einer Neuberechnung. Duncker & Humblot, Berlin 1973 mit Bernd Görzig: Konzeption einer Strukturberichterstattung für die Bundesrepublik Deutschland: Möglichkeiten und Grenzen der Analyse sektoraler Strukturentwicklungen. Duncker & Humblot, Berlin 1978 mit Bernd Görzig, Dieter Vesper, Erika Schulz, Kurt Geppert: Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesländer in den siebziger und achtziger Jahren: eine vergleichende Analyse. Duncker & Humblot, Berlin 1987
Weblinks Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2009 (22. Ausg.): Nekrolog: Liste der seit 2007 ermittelten Todesfälle Prof. Dr. Wolfgang Kirner
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