Kurtiella tumidula ist eine Muschelart aus der Familie der Linsenmuscheln (Montacutidae). Die Art kommt im nördlichen Atlantik bis auf die Höhe der Straße von Gibraltar vor.

Merkmale Das Gehäuse ist gleichklappig, aber ungleichseitig. Der Wirbel liegt im hinteren Viertel (der Gehäuselänge). Es ist im Umriss annähernd eiförmig, aber zum Vorderende hin stark erweitert. Der vordere Dorsalrand lang, fast waagrecht verlaufend und eher gerade bis nur sehr schwach gewölbt, bis er zum breit gerundeten Vorderrand abfällt. Der hintere Dorsalrand ist kurz, eher gerade und steil abfallend zu einem eng gerundeten Hinterrand. Die Gehäuse werden bis 2,6 mm lang (bis etwa 3 mm).

Das Ligament liegt intern in einer breiten Grube unterhalb der Wirbel und ist tief im Wirbelbereich (Umbo) verankert. Das Schloss weist zwei divergierende Lateralzähne pro Klappe auf. Der Lateralzahn der rechten Klappe ist deutlich vom Klappenrand abgesetzt, schmal und länglich. Der Lateralzahn in der linken Klappe ist dagegen als Fortsetzung des Klappenrandes ausgebildet. Der Divergenzwinkel in der rechten Klappe beträgt ca. 110°, in der linken Klappe ca. 130°. Die Mantellinie zeigt keine Mantelbucht.

Die weißliche Schale ist dünn und zerbrechlich. Die Ornamentierung besteht aus feinen, konzentrischen Linien und wenigen, radialen, fadenförmigen Linien. Der Klappenrand ist innen glatt. Das Periostrakum ist gelblich. Der Prodissoconch misst 360 µm in der Länge. Der Prodissoconch I ist glatt, der Prodissoconch II weist schwache konzentrische Zuwachslinien auf. Der Prodissoconch ist bräunlich (im Gegensatz zum weißlichen Dissoconch).

Geographische Verbreitung und Lebensraum Das Verbreitungsgebiet der Art ist nur sehr unzureichend bekannt. Sicher ist der Nachweis in den tieferen Gewässern des Ostatlantiks von Nordnorwegen bis zur Straße von Gibraltar. Die Art wurde auch in den Gewässern um die Azoren nachgewiesen. Die bisherigen Funde im Mittelmeer sind alte, abgenutzte Klappen und sehr wahrscheinlich pleistozäne Fossilien. Sie belegen nicht, dass die Art auch heute noch im Mittelmeer vorkommt.

Der Lebensraum der Art ist die Schelfkante und der obere Kontinentalhang in Wassertiefen von 200 bis 800 m. Eine Bindung (Parasitismus, Kommensalismus, Mutualismus) an einen wirbellosen Wirt ist wahrscheinlich, konnte aber bisher nicht nachgewiesen werden.

Taxonomie Die Art wurde 1866 von John Gwyn Jeffreys als Montacuta tumidula zum ersten Mal beschrieben. Sie wurde auch schon der Gattung Mysella zugewiesen, bevor Gofas und Salas 2008 die neue Gattung Kurtiella vorschlugen, deren Typusart aber Mya bidentata Montagu, 1803 ist. MolluscaBase akzeptiert das Taxon als gültige Art.

Literatur Serge Gofas & Carmen Salas: A review of European ‘Mysella’ species (Bivalvia, Montacutidae), with description of Kurtiella new genus. Journal of Molluscan Studies 74(2): 119-135, 2008 , hier S. 130/31.

Einzelnachweise John Gwyn Jeffreys: Description of a new species of Montacuta. Annals and Magazine of Natural History (3)18: 396-397, 1866

Kurtiella tumidula (Jeffreys, 1866) Website des National Museum Wales, Department of Natural Sciences, Cardiff

MolluscaBase: Kurtiella tumidula (Jeffreys, 1866)

Kategorie:Linsenmuscheln Kategorie:Montacutidae