Die Belagerung von Ljachawitschy fand vom 23. März bis 28. Juni 1660 während des Russisch-Polnischen Krieges von 1654 bis 1667 statt. Am 23. März 1660 belagerte die russische Armee unter dem Kommando von Iwan Chowanski die Stadt Ljachawitschy, eine der größten Festungen Polen-Litauens auf dem Gebiet des heutigen Belarus.

Die Festungsgarnison wurde von Mikołaj Władysław Judycki befehligt. Zu seiner Verfügung standen 29 Geschütze, 59 Hakenbüchsen, zwei leichte Geschütze, 141 Pikenierrüstungen, 257 Halsberge für diese Rüstungen.

Die Belagerung Am 23. März 1660 lehnte der Kommandant der Festung, Mikołaj Judycki, die Aufforderung zur Kapitulation ab. Daraufhin befahl Iwan Chowanski, die Vorbereitungen für einen Sturmangriff zu beginnen, indem Belagerungsbatterien und Annäherungsgräben angelegt wurden.

Der erste Sturm erfolgte kurz vor Tagesanbruch am 26. März. Während des Angriffs riefen die russischen Truppen Berichten zufolge: „Zarenstadt, Zarenstadt!“ Nachdem es den Angreifern gelungen war, die Wälle zu erstürmen, wurde die überraschte Besatzung alarmiert. Nach mehreren Stunden heftiger Kämpfe gelang es ihr jedoch, die Russen zurückzuschlagen und mehrere Dutzend Angreifer zu töten.Курбатов О. А. Литовский поход 7168 г. S. 25–40

Einen weiteren Angriff unternahmen die Russen am 15. Mai, doch auch dieser wurde abgewehrt. Nach den beiden Sturmangriffen soll Chowanski nach zeitgenössischen Berichten etwa 1.000 Mann auf den Wällen verloren haben, weitere 1.000 Soldaten kamen durch das Artilleriefeuer der Verteidiger ums Leben. Siebzehn gefangengenommene Russen wurden auf den Festungswällen gehängt. Die russischen Truppen bedrängten zugleich fortlaufend die Truppen von Samuel Oskierka und verübten Übergriffe auf die Bevölkerung der Umgebung. Unter anderem wurde die Ortschaft Zelwa niedergebrannt.Акты Московского государства, Т. III. – № 58. – S. 64–65

Ende Mai traf aus Russland eine Verstärkung von etwa 3.000 Strelizen ein. Daraufhin wurde ein dritter Sturmangriff unternommen, der unter schweren Verlusten für die Angreifer scheiterte. In derselben Nacht folgte ein vierter Angriff, der ebenfalls von der Festungsbesatzung zurückgeschlagen wurde. Während der dreimonatigen Belagerung hielt die Festung somit insgesamt vier russischen Sturmangriffen stand.

Im Lager der Belagerer breitete sich zudem die Desertion aus. Berichten zufolge flohen jede Nacht mehrere Dutzend Soldaten. Das Herannahen des polnisch-litauischen Entsatzheeres unter dem Woiwoden von Ruthenien, Stefan Czarniecki, und dem Großhetman von Litauen, Paweł Jan Sapieha, veranlasste Chowanski schließlich, die eigentliche Belagerung aufzuheben. Er ließ mehrere Tausend Infanteristen zurück, um die Garnison weiterhin zu blockieren, und marschierte dem Entsatzheer entgegen.Marcin Gawęda, Połonka-Basia 1660, S. 167.

Die Schlacht bei Połonka am 28. Juni 1660, die mit einer Niederlage der russischen Truppen endete, rettete die seit drei Monaten verteidigte Festung Ljachawitschy. Nach Bekanntwerden der Niederlage zogen sich die russischen Kräfte von der Festung zurück. Am 2. Juli erreichte das siegreiche polnisch-litauische Heer die Festungsmauern.

Ljachawitschy war neben Sluzk die einzige Festung des Großfürstentums Litauen, die bis zum Ende des Russisch-Polnischen Krieges unbesiegt und uneingenommen blieb.

Literatur Iwona Kienzler, Połonka 1660, Warszawa: Bellona, 2014 Marcin Gawęda, Połonka-Basia 1660, Warszawa: Bellona, 2005 Krzysztof Kossarzecki, Kampania roku 1660 na Litwie, Zabrze: wydawnictwo Inforteditions, 2005 О. А. Курбатов, Литовский поход 7168 г. кн. И. А. Хованского и битва при Полонке 18 июня 1660 г. [w:] Славяноведение. 2003. № 4

Weblinks

Einzelnachweise

Ljachawitschy Ljachawitschy Ljachawitschy Kategorie:Rajon Ljachawitschy