alternativtext=Gezeichnetes Porträt einer Frau mit kurzen, dunklen, welligen Haaren mit Mittelscheitel, Frontalansicht bis knapp unter dem Hals, Anschnitt eines gemusterten Kleides|mini|Jeanne de Cavally Jeanne de Cavally (Autorinnenname von Jeanne Goba, Geburtsname Jeanne Wawa; geboren 1926 in Bingerville, Elfenbeinküste; gestorben 7. Oktober 1992) war eine ivorische Schriftstellerin, die Bücher für Kinder und Jugendliche verfasste. Leben

Jeanne Wawa wurde 1926 in Bingerville, Elfenbeinküste geboren. Sie wuchs in einer großen Familie mit neun Schwestern und sieben Brüdern im Departement Tabou und später in Abidjan auf.

In Bingerville besuchte sie Grundschule und weiterführende Schule und ging mit 19 Jahren zum Studium der Grundschulpädagogik an die Ecole Normale de Rufisque im Senegal. Nach ihrem Abschluss, dem Brevet Elémentaire, heiratete sie in Dakar und hieß von nun an Jeanne Goba. Sie unterrichtete acht Jahre, bevor sie 1957 das CAP des Instituteurs erwarb. Auch in den folgenden Jahren war sie als Lehrerin an verschiedenen Schulen tätig. Als ihr Mann zum ivorischen Botschafter in Beirut ernannt wurde, zog sie mit ihm dorthin. Nach ihrer Rückkehr 1970 wurde sie zur Direktorin der Ecole Primaire Publique de la Cité de Grands Moulins ernannt und blieb dort bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1983.

Die Autorin starb am 7. Oktober 1992.

Schriftstellerischer Werdegang

Schon seit ihrer Studienzeit schrieb Jeanne de Cavally. 1978 begann sie damit, Literatur für Kinder zu verfassen. Zwar hatte de Cavally mit Texten für Heranwachsende begonnen, doch weil es in der Elfenbeinküste kaum Bücher für das Vorschulalter gab, verlegte sie sich bald auf das frühe Kindesalter und schrieb Vorlesebücher mit vielen Bildern.

Ihren Autorinnennamen Jeanne de Cavally wählte die Schriftstellerin nach eigenen Angaben in Erinnerung an den Fluss Cavally aus ihrer Kindheit, in dem sie auch Fische gefangen hatte.

Seit dem Erscheinen von Cocohi, le petit poussin jaune (deutsch: Cocohi, das kleine gelbe Küken) im Jahr 1987 gilt die Schriftstellerin weit über die Elfenbeinküste hinaus als Spezialistin für Kinderliteratur. Alle ihre Werke erschienen im Verlag Nouvelles Editions Africaines d'Abidjan. Eine Reihe von ihnen wurden in der Elfenbeinküste Bestseller.

Jeanne de Cavally arbeitete auch in der Redaktion der Contes de Côte d'Ivoire mit, die von Clé International/NEA veröffentlicht wurden.

1987 plante die Autorin, auch für Erwachsene zu schreiben und arbeitete an ihrer Autobiografie.

Wiederholt rief sie die afrikanischen Frauen dazu auf, an der Weiterentwicklung ihrer Länder weiterhin aktiv mitzuwirken. Werk De Cavally war es wichtig, dass in den Abbildungen die Umgebung der jungen Leserinnen und Leser so dargestellt wurde, dass diese sich darin wiederfinden konnten. Außerdem war die Autorin daran interessiert, dass die Kinder durch außergewöhnliche grafische Stilelemente zur Weiterentwicklung ihrer zeichnerischen Fähigkeiten angeregt würden. Obwohl sie für die Zusammenarbeit mit Grafikerinnen und Grafikern jeglicher Herkunft und Nationalität offen war, fand de Cavally ihre Kriterien nur bei afrikanischen Illustratorinnen und Illustratoren erfüllt und entwickelte ihre Bücher ausschließlich mit diesen. Im Kinderbuch sah die Autorin das einzige Medium, um ein Bewusstsein der eigenen Kultur entwickeln zu können, bevor Kinder sich fremden Welten öffnen.

De Cavally gab an, aus pädagogischen Motiven zu schreiben und die Absicht zu verfolgen, den Kindern ihre Umgebung und ihre Kultur nahezubringen. Darin, so die Autorin, unterschieden ihre Werke sich grundlegend von Comics und Kinderbüchern, die aus dem Ausland stammten und in der Elfenbeinküste den größten Teil der verfügbaren Literatur für diese Altersgruppe darstellten. Ihre Bücher enthielten keine Moral, sondern sollten die Kinder informieren, unterhalten und schließlich selbst zum Lesen anregen. Dies hielt die Schriftstellerin für die Ursache ihres Erfolges. Anders als audiovisuelle Medien, die schnellen Konsum ermöglichen, verlange das Buch eine gewissen Anstrengung und trage dadurch zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

In den Protagonistinnen und Protagonisten und deren Erlebnissen sollen sich die Kinder wiederfinden können: In Papi geht es um einen aufgeweckten Jungen, in Pouê-Pouê um ein Zicklein, das zwei Kindern gehört. In Le Réveillon de Boubacar wird einem armen Kind, das keine Weihnachtsgeschenke bekommt, in eine wohlhabendere Familie aufgenommen. Bley et sa Bande greift Abenteuer von Jugendlichen in den 1940er Jahren auf und bringt die heranwachsenden Leserinnen und Leser mit der kolonialen Vergangenheit ihrer Familien in Kontakt. In Cocohi, le petit poussin jaune geht es um ein unfolgsames und unachtsames Küken, das durch seinen Charakter in Schwierigkeiten gerät, am Ende aber zu seiner Familie zurückkommt und beschließt, sich zu bessern.

Veröffentlichungen Papi. Les Nouvelles Editions Africaines, Abidjan 1978, ISBN 2-7236-0745-3. Pouê-Pouê. Les Nouvelles Editions Africaines, Abidjan 1981, ISBN 2-7236-0558-2. Le Réveillon de Boubacar. Les Nouvelles Editions Africaines, Abidjan 1981, ISBN 2-7236-0559-0. Bley et sa Bande. Abidjan: Les Nouvelles Editions Africaines, Abidjan 1985, ISBN 2-7236-0745-3. Cocohi, le petit poussin jaune. Les Nouvelles Editions Africaines, Abidjan 1987, ISBN 2-7236-1424-7.

Rezeption 2002 wurde zu Ehren der Autorin der Prix Jeanne de Cavally ins Leben gerufen. Die Auszeichnung wird jährlich auf dem Salon International du Livre d’Abidjan (SILA) für ein Buch vergeben, das Kindern erzieherische und kulturelle Werte vermittelt.

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Einzelnachweise

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