mini|Wappen derer von Kretschmann Kretschmann ist der Name eines deutschen Adelsgeschlechts. Die Familie wurde am 8. Juli 1801 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben und am 17. März 1813 in den bayerischen Adel immatrikuliert.

Geschichte mini|Georg Clemens Kretschmann. mini|Theodor von Kretschmann. Die Familie Kretschmann wird urkundlich erstmals im 16. Jahrhundert in Rothenburg ob der Tauber erwähnt. Von dort zieht die Familie nach Nürnberg, wo mit Georg Kretschmann (* um 1590–1646) die Stammreihe beginnt. Dessen Sohn war der Hauptmann und Ratsherr Georg Clemens Kretschmann (* um 1620–1669). Dieser wiederum war der Vater von Carl Clemens Kretschmann (1651–1695), der Hofmaler in Bayreuth und Vater des evangelischen Pfarrers Carl Wilhelm Kretschmann (1695–1745) war.

Dessen Sohn Johann Adam (von) Kretschmann (1724–1772), Justizrat in Bayreuth, war der erste Familienangehörige, der das Adelsprädikat „von“ führte. Sein Sohn, der preußische Kammerdirektor in Bayreuth, Theodor von Kretschmann wurde am 8. Juli 1801 in den preußischen Adelsstand erhoben. Kurz darauf wurde er durch Herzog Franz von Sachsen-Coburg-Saalfeld zum Staatsminister und somit zum Regierungschef seines Herzogtums ernannt. Von Theodor von Kretschmann stammen alle späteren Angehörigen des Adelsgeschlechts ab, zu denen auch seine Urenkelin die bekannte sozialdemokratische Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Journalistin Lily Braun, geborene von Kretschmann, zählt.

Besitz Johann Adam (von) Kretschmann (1724–1772) war Besitzer des Ritterlehens Feuln, verkaufte dies aber 1767. Darüber hinaus war er Erbherr des Ritterguts Kaulsdorf mit den Besitzungen Breternitz und Fischersdorf, die später von seinem Sohn verkauft werden sollten.

Theodor von Kretschmann (1762–1820) erwarb im Jahr 1800 das Rittergut Erkersreuth bei Bayreuth, das er 1801 an den Herzog abtrat, 1803 zurückerhielt und 1811 endgültig verkaufte. Zudem erwarb er 1804 das säkularisierte Kloster Theres in Unterfranken.

Ernst Karl von Kretschmann (1802–1847) war Besitzer des Guts Schönau in Schlesien.

Wappen mini|hochkant|Wappen derer von Kretschmann bei Tyroff Blasonierung Von Gold und Blau gespalten, darin ein gestümmelter Mann verwechselter Farbe mit einer silbernen Stulpmütze, der in der Rechten einen Halbmond und in der Linken drei (2:1) Sterne hält. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken eine vorwärtsblickende Eule, umringt von einer goldenen Schlange, die sich in den Schwanz beißt. Der Kaiserhof in Wien hat das von Georg Clemens Kretschmann (* um 1620–1669), Hauptmann und Ratsherr in Nürnberg, geführte Wappen 1666 anerkannt, dass in Siebmachers Wappenbüchern im Schild mit einem Halbmond und auf dem Helm mit dem gestümmelter Mann mit Mütze dargestellt wird, der in der Rechten einen Halbmond hält.

Varianten des Wappens in Siebmachers Wappenbüchern

Stammliste

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1910. Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1909, S. 413 ff. (Digitalisat)

Einzelnachweise

Kategorie:Bayerisches Adelsgeschlecht Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht