Die Auberge de l’Ill ist ein französisches Gourmet-Restaurant im elsässischen Illhaeusern (Département Haut-Rhin). Das seit Generationen von der Familie Haeberlin betriebene Etablissement gehört zu den legendärsten Adressen der Haute Cuisine und hielt von 1967 bis 2018 durchgehend drei Sterne im Guide Michelin.

Geschichte Die Ursprünge des Betriebs reichen bis in das Jahr 1882 zurück, als die Familie Haeberlin in dem kleinen Fischerdorf an der Ill eine einfache dörfliche Gastwirtschaft namens L’Arbre Vert (Der grüne Baum) eröffnete. Neben lokaler Fisch- und Wildküche diente das Haus vor allem der ländlichen Geselligkeit. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude während der schweren Kämpfe in der Colmarer Tasche im Jahr 1945 vollständig zerstört.

Nach dem Wiederaufbau benannten die Brüder Paul Haeberlin (als Küchenchef) und Jean-Pierre Haeberlin (als Sommelier und Saalchef) das Restaurant in Auberge de l’Ill um. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Haus rasant zu einer international bekannten Pilgerstätte für Feinschmecker.

Der gastronomische Aufstieg spiegelt sich in den Auszeichnungen des Guide Michelin wider: 1952: Erster Michelin-Stern 1957: Zweiter Michelin-Stern 1967: Dritter Michelin-Stern

Das Restaurant hielt die höchste gastronomische Auszeichnung für 51 Jahre ohne Unterbrechung. Nach dem Tod von Paul Haeberlin (2008) übernahm dessen Sohn Marc Haeberlin, der bereits seit 1976 im Betrieb kochte, die alleinige kulinarische Leitung. Im Jahr 2019 stufte der Guide Michelin die Auberge de l’Ill überraschend auf zwei Sterne zurück, ein Status, den das Haus bis heute hält.

Küche und Stil Die kulinarische Philosophie des Hauses verbindet klassische französische Kochkunst mit regionalen elsässischen Einflüssen. Marc Haeberlin führt das Erbe seines Vaters fort, indem er historische Signature Dishes mit modernen, zeitgenössischen Kreationen kombiniert.

Zu den berühmten Klassikern des Hauses gehören: La mousseline de grenouilles „Paul Haeberlin“ (Froschschenkel-Mousseline) Saumon soufflé „Auberge de l’Ill“ (Lachs-Auflauf) La truffe sous la cendre (Trüffel unter der Asche) Pêche Haeberlin (eine Variation des klassischen Pfirsich-Melba)

Das Interieur des Restaurants wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrfach modernisiert, bewahrt jedoch durch Wandfresken und den Blick auf den parkähnlichen Garten direkt am Flusslauf der Ill die typische elsässische Atmosphäre. Zum Gesamtkomplex gehört heute zudem das angeschlossene Fünf-Sterne-Designhotel Hôtel des Berges sowie das Spa des Saules.

Weblinks Offizielle Website der Auberge de l’Ill (mehrsprachig) Eintrag im offiziellen Guide Michelin

Kategorie:Restaurant (Michelin) Kategorie:Unternehmen (Grand Est) Kategorie:Bauwerk im Département Haut-Rhin